Der Füssener Peter Oellinger übergibt der Stadt verschiedene Kunstwerke

Geschenk für das Stadtmuseum

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Kulturamtsleiter Thomas Riedmiller (links) und Rathauschef Paul Iacob freuen sich über die Schenkung des Füssener Bürgers Peter Oellinger, die sie in den Händen halten. Gottfried Hermann ist auch der Maler des Bildes an der Wand in Iacobs Büro.

Füssen – Über ein großzügiges Geschenk von Peter Oellinger durfte sich jetzt Kulturamtsleiter Thomas Riedmiller freuen: Er erhielt von dem Füssener zwei Gemälde von Gottfried Hermann und ein Werk aus dem Atelier Kurt Geibel-Hellmeck.

Sorgfältig wurden vor kurzem im Bürgermeister-Büro im Rathaus noch noch weitere Schätze ausgepackt: zum Beispiel ein aus der Schweiz stammender Pfennig, geprägt 1700. 

Damit aber hatte Riedmiller noch nicht alle Überraschungen des Tags behutsam auf den Tisch gelegt: Es fehlte nach den Gemälden und der Münze noch eine meisterlich geschnitzte Frauenfigur auf einem Sockel, die von Anton Sturm (1690-1757) geschaffen wurde. Bekanntlich war seine Werkstatt in der Brunnengasse. 

Das aus der Schweiz stammende winzige Geldstück passe als Exponat gut ins inhaltliche Konzept „unseres sich derzeit räumlich erweiternden Museums“, erläuterte Kulturamtsleiter Riedmiller gegenüber dem Kreisboten. Sammlungen wachsen, so Riedmiller weiter, meist auf drei Wegen: dank einer Schenkung oder einer Stiftung, die Ankäufe ermöglicht – und nicht zuletzt „manchmal nur durch einen glücklichen Zufall“. 

So wurde jetzt bei Konservierungsarbeiten der 2014 im Füssener Museum entdeckten alten Schatztruhe der „einseitige Schweizer Pfennig“ wieder aus einer Ritze ans Tageslicht befördert. Das Silberstück stammt aus dem Bistum Chur. „Wir können durch diesen Fund jetzt darauf schließen, dass es damals Kontakte zwischen Füssen und der Schweiz über Verkehrswege gab“, betonte der Kulturamtsleiter. 

Wie Riedmiller weiter berichtet, wollte man sich die große Chance nicht entgehen lassen, eine Immaculata (Madonna) anzukaufen, die der Stadt angeboten worden sei. „Die Mittel dafür stammen aus der Maria-Endres-Stiftung, die uns erfreulicherweise in die Lage versetzt, eine Sammlung wertvoll zu ergänzen“. Die Holzfigur sei 35 Zentimeter hoch. Zu der Schenkung von Peter Oellinger gehört daraüber hinaus auch ein kunstvoll verschnörkelte Podest, das für die Rokokozeit um 1750 typisch ist. 

Dieses gelungene Bozzeto (Modell) werde „eindeutig dem Bildhauer Anton Sturm zugeschrieben“, betonte der Museumsleiter. Zwei Experten stellten laut Riedmiller das Echtheits-Zertifikat aus. Begeistert zeigte er sich gemeinsam mit Bürgermeister Paul Iacob (SPD) über Oellingers „gute bürgerliche Tat“, drei Gemälde, die einen Bezug zu Füssen haben, der Stadt zu schenken. Oellinger habe ein früher gegebenes Versprechen im hohen Alter wahr gemacht, lobte Iacob, dessen Büro ebenfalls ein späteres Hermann-Werk schmückt. 

Der Maler verstarb 2002 in Schwangau. „Von diesem Künstler kennen wir meist die moderneren Sachen“, so der Bürgermeister. Wer beide Gemälde intensiv miteinander vergleiche, dürfte den Trend zur Abstraktion zumindest erahnen.

Chris Friedrich

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