Planer stellen Konzept für den neuen Zentralen Omnibusbahnhof vor

"Die einzig machbare Lösung"

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Drei Bushaltestellen direkt am Bahnhof, die restlichen an der Seite des Von-Freyberg-Parks: So schauen das derzeitige Konzept für den neuen ZOB aus. Für die Gestaltung des Parks und der Dächer der Bushaltestellen wird ein Wettbewerb ausgerufen.

Füssen – Wie der neue Zentrale Omnibusbahnhof (ZOB) in Füssen einmal aussehen könnte, haben die Stadträte vergangene Woche in einer Sondersitzung erfahren.

Hier stellte Markus Schaible von der Planungsgruppe Kölz neue Entwürfe im Zuge des Bebauungsplans (B-Plan) W43 vor. Im Gegensatz zu früheren Überlegungen enthalten diese nun einen geringeren Eingriff in den Von-Freyberg-Park. Doch Stadtrat Dr. Christoph Böhm (CSU) war der trotzdem zu groß. 

Den Asphalt durchziehen Risse, die Taxifahrer stehen da, wo es gerade passt, und Fußgänger warten auf der Straße auf ihren Bus: Der Busbahnhof in Füssen ist nicht gerade ein Schmuckstück, wie kürzlich ein Füssener bei der Bürgerversammlung anmerkte. Doch das soll künftig anders werden. 

Das derzeitige Konzept für den neuen ZOB sieht hier barrierefreie Übergänge, 22 „Park and Ride“ (P+R)-Parkplätze inklusive einem Behindertenstellplatz, sieben bis acht Halteplätze für Anruf-Sammeltaxis (AST), sichere Fahrradabstellplätze – auch für E-Bikes – sowie acht bis zehn ÖPNV-Bushaltestellen und Buswartepositionen vor, erklärte Schaible.

Eingriff in Park

Drei Haltestellen liegen direkt am Bahnhof. Hier können Busfahrer ihre Gäste aussteigen lassen. Die weiteren Bushaltestellen sind auf der anderen Seite des Platzes, neben dem Von-Freyberg-Park angeordnet. Bei ihrer Positionierung gebe es drei mögliche Varianten, die alle geprüft wurden, erklärte Stadtplaner Prof. Dr. Dr. Lothar Zettler vom Büro LARS consult. „Es gibt ein System, das an dieser Stelle aufgrund der Länge und Breite funktioniert.“ 

Die Haltestellen sind leicht schräg hinter einander angeordnet. Diese Variante beanspruche die geringste Fläche, so Zettler. „Das ist die einzig machbare Lösung.“ Trotzdem müsse man dafür etwa drei Meter tief in den Von-Freyberg-Garten eingreifen und insgesamt ca. 203 Quadratmeter abzwacken, so Schaible. Dafür werden dem Park auf der Westseite aber ca. 247 Quadratmeter hinzugefügt. 

Doch das konnte Stadtrat Dr. Christoph Böhm (CSU) nicht überzeugen. „Die Schrägstellung beansprucht sehr viel Platz“, monierte er. Wenn die Busse gerade hintereinander stehen würden, könne man Platz sparen, ist Böhm überzeugt. Und dann wäre auch „kein Eingriff in den Von-Freyberg-Park“ nötig. „Für mich ist der Eingriff das Manko. Ich habe immer für den Erhalt gekämpft“, so der CSU-Stadtrat. 

Außerdem: „Die Erweiterung um die Ecke herum finde ich nicht günstig.“ Das Haltestellen-System wurde mit Fachleuten diskutiert, erklärte Zettler. Auf diese Weise könne ein unabhängiger Busbetrieb gewährleistet werden, fügte Schaible hinzu. Und eine unabhängige Zu- und Abfahrbarkeit sei Voraussetzung für eine Förderung.

Den Eingriff von drei Metern in den Park hielt der Ingenieur außerdem für eine „ertragbare Breite.“ Allerdings müssten dafür einige Bäume gefällt werden. Das sei aber kein Problem, denn „da ist keiner dabei, der als besonders erhaltenswert deklassiert ist“, erklärte der Ingenieur. Er schlug außerdem vor, dass man sich bei einem gestalterischen Wettbewerb Gedanken darüber macht, wie man den Park attraktiver gestalten könnte.

Vor der Fällung sollte das Baumkataster aber den Baumfreunden Füssen zur Verfügung gestellt werden, merkte Dr. Martin Metzger (BfF) an. „Der Schutz des Parks liegt relativ vielen Bürgern am Herzen“, so Metzger. Mit diesem Schritt könne man vermeiden, dass sich jemand ausgegrenzt fühlt. 

Zu viele Parkplätze?

Böhm hielt darüber hinaus die 22 P+R-Parkplätze für zu viel. „Damit ist der Parkplatz im Westen (beim geplanten Bahnsteig – Anmerk. d. Red.) überflüssig geworden“, meinte er. 

Auch hielt er die Positionierung der Taxis für ungünstig. „Die Taxis parken gegen die Fahrtrichtung.“ Um herausfahren zu können, müssten sie erst wenden, so Böhm. „Das ist unklug. Das ist nicht die beste Lösung.“ Die beiden Planer machten sich darüber aber keine Sorgen. „Das war nie ein Problem bei den Gesprächen (mit den Taxifahrern – Anmerk. d. Red.)“, erklärte Schaible. 

Für die Taxis gebe es genug Platz, um überall wenden zu können. Daneben könnten sie auch auf der anderen Seite hinausfahren. Und die P+R-Parkplätze hätte man schon von 40 auf 22 reduziert, informierte der Ingenieur. „Das ist ein echtes Erfordernis, das sie hier befriedigen können“, meinte Zettler. „Der Bedarf ist an dieser Stelle da.“ Und der Platz ebenfalls, so der Stadtplaner.

 Daneben bekomme der angrenzende Bereich im Osten einen anderen Straßenbelag, um deutlich zu machen, dass hier Autofahrer, Radler und Fußgänger aufeinandertreffen können, sagte Schaible. „Da bleibt kein Stein auf dem anderen“, fügte Zettler hinzu. 

Um die Lage der Fahrradabstellplätze ging es anschließend Dr. Martin Metzger (BfF). Bei der derzeitigen Positionierung müssten die Radler ganz um den Bahnhof herum laufen, um zu den Läden oder zum Gleis zu gelangen. 

Detailplanung möglich

Die Praxis zeige aber schon jetzt, dass sich Radler einen möglichst nahen Abstellplatz suchen. Deshalb wollte er wissen, ob die Detailplanung in dem gesamten Verfahren des Bebauungsplans noch offen sei. 

Das bejahte der Stadtplaner und fügte hinzu: „Vor 2019 wird garantiert nichts gebaut.“ Es werde wohl ein Dreivierteljahr dauern bis der Bebauungsplan genehmigt und damit Baurecht geschaffen werde. So stimmten die Ratsmitglieder bei einer Gegenstimme von Böhm dafür, einen Gestaltungswettbewerb für den ZOB und den Von-Freyberg-Park vorzubereiten.

Katharina Knoll

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