Erstmals seit über 30 Jahren kommt Nesselwang ohne neue Schulden aus

Es geht auch ohne Kredite

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Die Gemeinde Nesselwang wird heuer erstmals seit Jahrzehnten ohne neue Kredite auskommen. Gleichzeitig sollen weiter Verbindlichkeiten abgebaut werden.

Nesselwang – Erstmals seit mehr als 30 Jahren kommt der Markt Nesselwang heuer ohne neue Kredite aus. Gleichzeitig will Kämmerer Martin Keller weiter Schulden abbauen. Der Gemeinderat stimmte dem Haushalt 2016 daher einstimmig zu.

Als „Stunde der Wahrheit“ bezeichnete Bürgermeister Franz Erhart die Haushaltsberatungen des Marktes Nesselwang. „Ich kann sagen: Nesselwang steht gut da“, so Erhart vor der Abstimmung zum Haushalt 2016. Investitionen, wie die Wasserversorgung und Ausgaben für den Straßenbau, wurden in den vergangenen Jahren umgesetzt. „Solche Projekte kosten Geld“, so der Nesselwanger Rathauschef.

Im kommenden Jahr steht an größeren Investitionen noch die Sanierung des Rathauses an. „Es wird – was ich auch hoffe – die nächsten Jahre ruhiger werden“. Der Ort lebe von und mit der guten wirtschaftlichen Entwicklung und der stabilen Wirtschaftslage, erläuterte Erhart. 2016 kommt der Ort ohne Neuverschuldung aus und Rücklagen können gebildet werden. „Wir sind gut aufgestellt und können die nächsten Jahre gut bewältigen“, so das Fazit Erharts. Aber es könne niemand vorhersehen, was die nächsten Jahre bringen.

In drei Sitzungen behandelte der Marktgemeinderat den Etat des Marktes Nesselwang für 2016. Kämmerer Martin Keller stellte in der abschließenden Sitzung den Gesamthaushalt dar. „Das ist mein 27. Haushalt und der erste ohne Kreditaufnahme. Meines Wissens auch der erste in mehr als 30 Jahren“, so Martin Keller.

Gerhard Straubinger, Sprecher der CSU-Fraktion, hob die gute Arbeit, die sowohl der Marktrat als auch die Verwaltung geleistet hätten, hervor. „Die Haushaltskonsolidierung wird fortgeführt und bereits im vierten Jahr in Folge geht der Schuldenabbau voran“, lobte Straubinger. Notwendige Investitionen seien aber dennoch in den letzten Jahren nicht vernachlässigt worden. Die Infrastruktur sei weiter ausgebaut und Bauland ausgewiesen worden. Auch musste in den letzten Jahren kein Nachtragshaushalt verabschiedet werden.

Maßvoller Umgang 

„Haushalt ist wie Leistungssport“, sagte Ludwig Reffler von den Freien Wählern. Es dürfen nur abschätzbare Risiken eingegangen werden. Die Beratungen zum Haushalt sind in den Sitzungen zügig und schnell vorangegangen. Der Rat und die Verwaltung dürfen sich dennoch nicht nur auf die Schulter klopfen. Es sei weiterhin ein maßvoller Umgang mit den Haushaltsmitteln angeraten. Reffler hegte die Hoffnung, das sich die Steuereinnahmen so entwickeln, wie im Haushaltsplan vorgesehen. „Bei den Ausgaben ist weiterhin Zurückhaltung angebracht“, mahnte der Sprecher der Fraktion. „Aber die Hausaufgaben wurden gemacht“.

Er appellierte auch an die Bürger die umfangreichen Leistungen des Marktes für die Allgemeinheit, wie zum Beispiel die Sportanlagen, zu würdigen. Verhaltene Kritik äußerte dagegen Jürgen Heckmeier von der SPD. „Die Tilgung ist zu niedrig“. Dem Haushalt könne er aber ohne Bedenken zustimmen. Wie seine Vorredner lobte er den Schuldenabbau. Und dank des neuen Baugebiets „Im Gern“ sei auch keine neue Kreditaufnahme notwendig, da ein großer Anteil der Einnahmen aus dem Verkauf der Grundstücke komme.

 Es sollten aber auch keine Begehrlichkeiten geweckt werden. Noch an andere Zeiten kann er sich in Bezug auf die öffentlichen Haushaltsberatungen erinnern, die seit ein paar Jahren in öffentlicher Sitzung stattfinden. „Wir brauchen uns deswegen nicht zu verstecken. Wir stehen gut da“.

Keine Gegenstimme

 Bürgermeister Franz Erhart zeigte sich trotz der verhaltenen Kritik sehr zufrieden mit der Arbeit des Gremiums und der Verwaltung. Er dankte den Fraktionssprecher für die „wohlwollenden Worte“ zum geplanten Haushalt. Sein besonderer Dank galt Kämmerer Martin Keller, der in vielen Stunden einen soliden Haushalt aufgestellt habe.

Kämmerer Keller fasste vor der Abstimmung den Haushalt zusammen:

 • die wirtschaftliche Entwicklung war demnach 2015 durchwegs positiv und setzt sich voraussichtlich auch noch 2016 so fort

 • die Steuereinnahmen, allen voran die Gewerbe- und Einkommenssteuer, bleiben konstant

 • die Schlüsselzuweisung fällt 2016 erheblich höher aus, die Kreisumlage dagegen deutlich niedriger

 • Investitionen waren in 2015 hoch und sind dies auch in 2016 (geplant: Umbau Feuerwehrhaus, Straßenbau Lärchenstraße, Wasserversorgung)

 • seit 2013 findet ein deutlicher Schuldenabbau statt und wird auch fortgesetzt Ohne Gegenstimme erfolgte die abschließende Abstimmung zur Haushaltssatzung 2016 und zur Finanzplanung von 2015 bis 2019.

Herbert Hoellisch

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