Bayerische Umweltministerin Scharf besucht Colomansfest in Schwangau

"Eine wunderbare Tradition"

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Pfarrer Markus Dörre segnet am Sonntag etwa 200 Pferde in Schwangau.

Schwangau – Ein Sprichwort sagt: „Auf dem Rücken der Pferde liegt das Glück dieser Erde.“ Und als der Heilige Coloman vor vielen Jahrhunderten nach Stockerau in der Nähe von Wien gekommen war, ist er wahrscheinlich auch auf einem Pferd geritten.

An den Pilger, der vermutlich aus Irland stammte, erinnert seit langem der Colomansritt, der am Sonntag wieder vor Hunderten von Zuschauern bei der Kirche St. Coloman in Schwangau über die Bühne ging. Dabei erhielten knapp 200 Pferde von Pfarrer Markus Dörre den Segen. Bevor es aber soweit war, hielt Dörre in seiner Messe neben der Kirche ein eindringliches Plädoyer für „Offenheit, Freiheit, Gerechtigkeit und Nächstenliebe“, während er dabei den Begriff „Grenzen“ in den Mittelpunkt seiner Ausführungen stellte.

Traditioneller Colomansritt

Von den Musikkapellen Schwangau und Weißensee klanglich begleitet betonte der Geistliche so unter anderem, dass der „Heilige Coloman ein Grenzgänger“ gewesen sei, der Fremde auf seiner Reise „ungefragt mit Unbekanntem“ konfrontiert habe. Dies sei eine „Grenzüberschreitung“ gewesen, die ihm eines Tages zum Verhängnis geworden sei, als er als vermeintlicher Spion aufgehängt worden ist. Grenzüberschreitungen kämen auch heutzutage häufig vor, da Grenzen Trennungslinien seien, die es „auch in unseren Köpfen“ gebe.

Grenzverletzungen

Demnach verletzten die Menschen manchmal Grenzen „und wissen oft nicht mal, warum“, erklärte Dörre. Gleichwohl redete Jesus Christus den Menschen sozusagen sogar ins Gewissen, Grenzüberschreitungen zu begehen, indem er gesagt habe: „Überschreitet die Grenzen des Egoismus und der Angst, damit ihr nicht euer Leben verliert“, denn: „Wer an seinem Leben hängt, verliert es“, erklärte der Pfarrer.

Anschließend schritt der Geistliche, selbst hoch zu Ross, zur Benediktion der vielen Pferde, nachdem er für sie gebetet hatte: „Schütze diese Pferde vor Krankheit und Gefahr. So können sie den Menschen helfen und eine Freude für sie sein.“

Drei Mal um die Kirche 

Mit den Vierbeinern hatten indes auch deren Reiter auf einem großen Feld geduldig darauf gewartet, beim traditionellen Umritt dreimal im weiten Bogen um die Kirche zu trotten. Unmittelbar im Anschluss an den Colomansritt hatte Schwangaus Bürgermeister Stefan Rinke hohen Besuch im Rathaus.

Eintrag ins Goldene Buch

Nachdem es im vergangenen Jahr nicht geklappt hatte, hatte er heuer die „große Ehre“, die bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf (CSU) beim Colomansfest zu Gast zu haben. Die bayerische Umweltministerin bedankte sich bei ihrem Eintrag ins Goldene Buch der Gemeinde Schwangau im Gegenzug dafür, dass mit diesem Fest „eine wunderbare Tradition“ gelebt werde. Scharf war allerdings nicht die einzige Prominente bei dem Fest, dem auch der Bundestagsabgeordnete Stephan Stracke (CSU), Ostallgäus Landrätin Maria Rita Zinnecker (CSU) und der Garmischer Landrat Anton Speer (FW) einen Besuch abgestattet hatten.

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