Eisenberger Schulkinder erkunden zusammen mit dem LBV die Natur

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Mit Feuereifer dabei: die Mädchen und Jungen der Eisenberger Schule bei ihrer Erforschung des Halblechs.

Eisenberg/Prem – Mit der Vielfalt an Tieren und Pflanzen im Lebensraum der Alpen beschäftigten sich auch dieses Schuljahr erneut mehrere Klassen aus dem Ober- und Ostallgäu. Sie nahmen am Projekt „Klassenzimmer Alpen geht an die Schule“ des Landesbund für Vogelschutz in Bayern e. V. teil. 

Mit dabei unter den elf teilnehmenden Klassen waren auch die Drittklässler der Von-Freyberg-Grundschule Eisenberg. Voller Begeisterung untersuchten sie vergangene Woche den Halblech kurz bevor er in den Premer Lechstausee mündet.

„Hier sieht der Fluss aber wild aus!“, staunte Drittklässler Hannes. Mit einem altersgerechten, handgefertigten Messinstrument – einem Tennisball an einer Schnur und einem Meterstab – ermittelte er mit seinen Klassenkameraden kurz darauf die Breite des Flusses. Mit Tischtennisbällen und Stoppuhr erfassten sie die Fließgeschwindigkeit des Flusses. Fazit der jungen Forscher: der Fluss ist nicht überall gleich breit, an manchen Stellen fließt er langsam, an manchen sprudelt das Wasser nur so vor Schnelligkeit. Hinzu kommen Kurven, große Steine im Wasser und Kiesbänke. 

So einen „wilden“ Fluss haben viele der Kinder noch nie gesehen. Sind sie doch eher die begradigten und eingedämmten Gräben und Flüsse gewohnt wie sie im Allgäu häufig sind. Hier am Halblech fühlen sich aber dank der vielen unterschiedlichen Strukturen und Lebensräume noch Vogelarten wie der Flussuferläufer, Fische wie die Bachforelle oder Insekten wie die Köcherfliegenlarven wohl. 

Letztere konnten die Kinder an diesem Vormittag auch selbst zusammen mit anderen Wasserlarven fangen. Bei den hohen Außentemperaturen waren alle Kinder und auch die Eltern, die zur Betreuung mitgekommen waren froh, barfuß im Fluss zu stehen. Auch wenn das kalte Wasser mit der Zeit „ganz schön an den Füßen kribbelt“, wie eine Schülerin feststellte. 

Mit Binokularen und Becherlupen untersuchten die Schüler ihre tierischen Funde und fanden selbst mit Hilfe kindgerechter Bestimmungskarten heraus, wie die Tiere heißen. Einen Köcher, ähnlich einem langen hohlen Behälter in den man beispielsweise Pfeile steckt, fertigen manche Larven zum Beispiel aus Steinen an, um sich darin zu verstecken und um sich später zur flugfähigen Köcherfliege zu verpuppen. 

Begeisterung wecken 

Begeisterung und ein Gespür dafür wie vielfältig unsere Natur sein kann, möchten die Biologen vom LBV bei den Projektteilnehmern hervorrufen. „Wenn wir es dann noch schaffen die Kinder, Lehrer und Eltern zum Nachdenken zu bringen, zum Beispiel wie unser eigenes Handeln Einfluss auf die Vielfalt nimmt, dann haben wir schon einiges erreicht“, so Projektleiterin Monika Schirutschke vom LBV, die an diesem Tag die Schulklasse begleitete. Das sieht auch die Regierung von Schwaben und das Bayerische Umweltministerium so, die dieses Biodiversitätsprojekt nun schon seit mehreren Jahren fachlich und finanziell unterstützen. 

Für die qualitativ gute Umweltbildungsarbeit ist der LBV zusätzlich vom Staatsministerium mit dem Qualitätssiegel „Umweltbildung Bayern“ ausgezeichnet worden. Eine Anerkennung, die auch die Schulen wahrnehmen und mit Partnern wie dem LBV kooperieren. 

Die Kinder der Von-Freyberg-Grundschule haben sich schon das ganze Schuljahr und zu jeder Jahreszeit mit der Vielfalt in den Alpen beschäftigt. Neben dem Thema „Gewässer“ untersuchen manche Schulen, wie beispielsweise die Grundschule Pfronten, den Lebensraum Wiese. Auch hier gibt es viel zu entdecken und zu erforschen. 

Auch im kommenden Schuljahr wird das Projekt weiterlaufen. Ziel ist es, die Schulen zu beraten, um sie letztendlich fit zu machen für eigenständige Unterrichtsgänge raus in die Natur.

kb

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