Emotionale Debatte um Bebauungsplan

Bürgermeister Beppo Zeislmeier (links) übergibt den Prüf-Bescheid zum Bürgerbegehren an Reinhard Claves. Der Rathauschef machte jedoch klar, dass er zwar weiter mit dem Arbeitskreis, jedoch nicht mehr mit dessen Kopf Claves sprechen werde. Foto: Schuster

Eines hat die Bürgerversammlung zum Thema des Bebauungsplans 35 ehemaliges TSV-Gelände am vergangenen Donnerstag nicht bewirkt, nämlich Unklarheiten zu beseitigen. Im Gegenteil: die ganze Verworrenheit der Diskussion kochte in einer emotional geführten Debatte im Pfarrheim St. Nikolaus hoch. Wahrscheinlich ist nun, dass es zum Bürgerentscheid kommen wird und sogar sicher, so Bürgermeister Beppo Zeislmeier, dass Sport Manhard in den jetzigen Feneberg in der Allgäuer Straße ziehen würde, wenn der Supermarkt wirklich in die Meilinger Straße umzöge. Es war ein Sieg nach Punkten für Bürgermeister Beppo Zeislmeier. Zwar ging er auf mögliche Seniorenkonzepte nicht ein, jedoch wurden Zweifel aus dem Kreis der Zuhörer an den Motiven des Arbeitskreises laut.

Fast eineinhalb Stunden hatte Zeislmeier darauf verwandt, den Zuhörern die Geschichte des Bebauungsplans einmal mehr zu erläutern. Von dem Seniorenkonzept vom Anfang des vergangenen Jahrzehnts war bald nicht mehr viel übrig, statt einem Ärztehaus kam ein Getränkemarkt, neben zwei Häusern mit Seniorenwohnungen und dem Curanum lag eine Fläche brach. Mehrheit geschrumpft Erst nachdem mehrere Standortalternativen im Gemeinderat scheiterten, hätten die Räte dem Gelände an der Meilinger Straße zugestimmt. In den frühen Phasen der Planung noch einstimmig, dann, so der Bürgermeister, „hat der Arbeitskreis seine Arbeit aufgenommen“. Schließlich haben die Räte mit einer Mehrheit von 11:7 im Juli der jetzigen Fassung des Bebauungsplans zugestimmt. In den vergangenen Monaten laut gewordene Vorwürfe der „Nibelungentreue“ gegenüber Feneberg, gar der Bestechlichkeit wies er vehement von sich. Die Gegner des Bebauungsplans um Reinhard Claves und Heinz Brodmann hatten im Vorfeld ein Vier-Säulen-Senioren-Modell vorgestellt. Es bezieht das freie Gelände mit ein. Dort sollen Seniorenwohnungen und weitere Einrichtungen für ältere Menschen direkt am Curanum entstehen (Der KREISBOTE berichtete). „Es ist das einzige Gebiet, das zusammenhängend entwickelt werden kann“, so Claves Argument. Über 1300 Pfrontener, die bei Claves unterschrieben haben, sehen das offenkundig genauso, auch zahlreiche Wortmeldungen verlangten nach einem Seniorenkonzept. Jedoch gab es auch Gegenwind aus der Zuhörerschaft. So warf ein Pfrontener Claves Mitstreitern vor, „Trittbrettfahrer“ zu sein, wären doch einige als Anwohner des fraglichen Geländes von eventuellem Lärm eines Supermarkts persönlich betroffen und setzten sich erst seit den Umzugsplänen für die Fläche als Seniorenpark ein. Dem Seniorenkonzept des Arbeitskreises erteilte Zeislmeier ein Absage, es würde „einen zweistelligen Millionenbetrag kosten“, erklärte er. Schon für den Kauf des Geländes schätzte er die Kosten auf 1,5 bis 1,7 Millionen Euro. Von 800000 Euro sprach hingegen Reinhard Claves. Was ihm bleibt ist die Aussicht auf einen Bürgerentscheid. Der wird wohl kommen, nachdem das Begehren an einer Stelle nachgebessert wurde. Zeislmeier kündigte an, dass der Gemeinderat in seiner Sitzung vom heutigen Donnerstag, 16. September (nach Redaktionsschluss dieser Ausgabe) gar ein Ratsbegehren für einen Bürgerentscheid erlassen werde. Dann wird auch das Bürgerbegehren abschließend geprüft. Es herrscht indes Eiszeit zwischen den Köpfen der Verwaltung und des Arbeitskreises. Zeislmeier versagte Claves aufgrund zahlreicher Angriffe gegen seine Person, die „unter der Gürtelinie“ waren, die Zusammenarbeit. Die soll nun über Heinz Brodmann laufen, zu Gesprächen sei er bereit.

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