Jan D. Leuze zieht sich nach nur vier Monaten aus dem Festspielhaus zurück

Rückzug mit Ansage

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Das Festspielhaus Füssen am Westufer des Forggensees.

Füssen – Paukenschlag am Forggensee: Jan Dieter Leuze wird sich zum 1. April als Geschäftsführer und Gesellschafter des Festspielhauses zurückziehen. Entsprechende Informationen des Kreisbote bestätigte Leuze heute Vormittag auf Anfrage unserer Zeitung.

„Das war von Anfang an so geplant“, sagte der Konstanzer Geschäftsmann. Erst Ende November hatten Leuze und der Marktoberdorfer Unternehmer Manfred Rietzler das Festspielhaus nach einem monatelangen dramatischen Insolvenzverfahren übernommen. 

Jan D. Leuze zieht sich aus seinem Engagement im Festspielhaus zurück.

Mit einem „Ludwigs` Festmahl“ und einer „Ludwigs` Nacht“ wollen die neuen Betreiber des Füssener Festspielhauses am Samstag, 1. April, einen Einblick in das sanierte Schmuckstück am Forggensee geben und beim Publikum Lust auf mehr wecken. Wobei nach wie vor unklar ist, wie das künftige Konzept konkret aussehen soll. 

Für einen der Hauptverantwortlichen für die Wiederbelebung des Veranstaltungshauses wird es allerdings der letzte Auftritt am Forggensee sein: Jan Dieter Leuze, Geschäftsführer der Ludwigs Objekt-Beteiligungsgesellschaft, wird sich zum Monatsende aus seinem Engagement im Festspielhaus zurück ziehen. „Ich übergebe den Stab“, sagte er am Donnerstagvormittag. Er bleibe dem Festspielhaus aber beratend erhalten. Seine Nachfolgerin solle demnach die Rietzlers Schwägerin Birgit Karle werden.

Rietzler hingegen übernehme Leuzes gesamtes Anteilspaket. 

Aus heiterem Himmel komme sein Abgang nicht, erklärte der 55-Jährige im Gespräch mit dem Kreisbote. Sein Ziel sei es immer gewesen, dass Festspielhaus zu retten und dessen Schicksal in geordnete Bahnen zu lenken. An diesem Punkt sei er nun gekommen.

Dazu komme, so der Konstanzer, dass er als Geschäftsführer von rund 15 Gesellschaften unmöglich die Zeit habe, das Tagesgeschäft am Forggensee zu leiten. „Füssen braucht jemand mit Haut und Haar“, sagte er. Diese Rolle zu erfüllen, sei ihm nicht möglich. Dazu komme, dass seine beiden Outlet-Projekte in Wilhelmshaven und Gelnhausen jetzt in die heiße Umsetzungsphase gingen.

Vom Festspielhaus und dessen Standort am Westufer des Forggensees, direkt gegenüber von Schloss Neuschwanstein, ist er aber nach wie vor überzeugt. „Der Standort ist einmalig“, schwärmt er. Er gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge.

Allerdings sei er überzeugt davon, dass das Haus neben dem kulturellen Standbein noch mindestens ein weiteres brauche, um dauerhaft wirtschaftlich betrieben werden zu können. „Nur Theater spielen und sonst den ganzen Tag nichts tun, geht nicht!“ Eine Ergänzung um Einzelhandel oder ein Hotel müsse daher irgendwann erfolgen. Allerdings sieht er hier auch die Füssener Politik in der Pflicht: „Da muss die Stadt dahinter stehen“, mahnt er. 

Zunächst einmal gehe es aber darum, die derzeit noch offenen Baustellen im Festspielhaus abzuarbeiten. So sollen der Theaterbetrieb und die Gastronomie in diesem Sommer auf die Beine gestellt werden. Wobei der künftige Betreiber der Festspielhaus-Gastronomie noch nicht feststehe. „Es geht aber zügig voran“, versicherte Leuze.

"Win Win für alle: Was kann der Region denn besseres passieren als eine hundertprozentige, nachhaltige Weiterentwicklung in allgäuer Hand", wird Manfred Rietzler in einer Pressemitteilung zitiert, die das Festspielhaus am Nachmittag veröffentlichte. "Das Know-how des Projektexperten Jan Leuze bleibt uns weiterhin erhalten. Alles läuft wie geplant."

„Das Festspielhaus muss mit jeder seiner Aktivitäten zu einem Magneten für die Region und weit darüber hinaus avancieren. Das Team steht, alle Schlüsselpositionen sind besetzt und auf den definierten „Drei Säulen“ – Festspiel-Haus, ganzjährige Gastronomie und individuelle sowie familienorientierte Events – kann die Zukunft des Unternehmens weiter aufgebaut werden“, heißt es weiter in der Mitteilung.

Leuze und Rietzler hatten erst Ende November das insolvente Festspielhaus übernommen. Damit endete seinerzeit eine monatelanges dramatisches Insolvenzverfahren. Erst kurz, bevor im Haus endgültig die Lichter ausgingen, erhielten die beiden von Insolvenzverwalter Dr. Marco Liebler aus München (der Kreisbote berichtete mehrfach ausführlich). Kurz zuvor war bekannt geworden, dass Leuze am Festspielhaus ein Outlet-Center bauen wolle. Bei Kommunalpolitik und Bevölkerung stießen diese Pläne jedoch auf Ablehnung und Kritik.

Matthias Matz

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