Neubau in Nesselwang

"Etwas Besonderes"

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Feierlicher Spatenstich: Die beiden Architekten Josef Pfefferle (v.l.) und Peer Gollnick, Rainer Kühnel, Director Operations/Projektleiter Neubau bei EH Wetzer, stellvertretender Landrat Wolfgang Hannig, Geschäftsführer Harald Hertweck und Bürgermeister Franz Erhart

Nesselwang – Eine lange Vorgeschichte hatte das Neubauprojekt der Nesselwanger Firma Endress + Hauser Wetzer, wie Geschäftsführer Harald Hertweck am Montagvormittag beim Spatenstich erläuterte.

Bereits 2008 war die Erweiterung der Betriebsfläche geplant. Aber aufgrund der damaligen Wirtschaftskrise wurde der Neubau „auf Holz gelegt“, so Hertweck. 2015 wurde das Projekt wieder gestartet und nun erfolgreich umgesetzt.

Der Neubau umfasst eine Nutzfläche von 4800 Quadratmetern, wobei 2900 Quadratmeter für die Produktion, 1200 für Sozialbereiche und Haustechnik und 700 für Büros vorgesehen sind. Die Produktion läuft künftig in einer Linie: von der Anlieferung auf der Westseite bis zum Versand der fertigen Produkte auf der Ostseite des Standorts.

 „Die Familie Endress unterstützt den Neubau und hat Vertrauen in den Standort“, so Hertweck. Die Firma wolle weiterhin in Deutschland produzieren und den Standort Nesselwang langfristig sichern. Durch den Neubau sollen die Produktions- und Logistikprozesse optimiert und dadurch die Produktionsabläufe effizienter und wirtschaftlicher werden, erläutert der Geschäftsführer weiter.

Für das neue Firmengebäude wurde eine nachhaltige, aber doch moderne Industriearchitektur gewählt. So decke die Photovoltaik-Anlage auf dem Dach den Energiebedarf für die Produktion nahezu ab. Bei der Erstellung des Gebäudes werden regionale Unternehmen miteinbezogen, betonte Hertweck.

Er dankte Nesselwangs Bürgermeister Franz Erhart, der Verwaltung und dem Marktgemeinderat für die kurze Zeit vom Antrag bis zum Baubeginn. Er bedankte sich außerdem beim internen Planungsteam von Endress + Hauser Wetzer.

"Einmalige Verbindung"

 „Es hat sich gelohnt, das man 2008 nochmals innehalten konnte“, so Peer Gollnick, Architekt bei Dobler Consult. „Sie bekommen hier etwas Besonderes“, wandte er sich an die anwesende Belegschaft. Der Neubau füge sich durch seine Architektur gut in die Allgäuer Landschaft ein. Er bedankte sich bei Endress + Hauser Wetzer auch für das entgegengebrachte Vertrauen.

Bereits zum dritten Mal ist die Firma an der Erweiterung beteiligt. 1999 wurde die Fertigungshalle und 2000 das neue Eingangsgebäude erstellt.

Wie der FC Bayern 

„Es ist eine einmalige Verbindung zwischen der Firma und Nesselwang. Wir pflegen gute Kontakte das ganze Jahr über. Fast wie eine Freundschaft“, so Bürgermeister Erhart. Er verglich den Spatenstich mit der Herbstmeisterschaft des FC Bayern: „Ein Teil einer langen Reise“.

Eine schwere Entscheidung sei es für den Markt gewesen, das Grundstück für den Neubau zur Verfügung zu stellen, da dies eigentlich für die geplante Südumfahrung vorgesehen war. „Aber letztendlich haben wir uns durchgerungen“, so der Rathauschef. Die Linienführung der geplanten Trasse musste dafür geändert werden. Es bedeute aber auch eine Sicherung für den Standort Nesselwang. „Ein Weihnachtswunsch geht für die Firma in Erfüllung“, so der stellvertretende Landrat Wolfgang Hannig (SPD).

Am 23. Dezember 2015 war der Antrag beim Landratsamt eingegangen. Zahlreiche Fachabteilungen waren bei der Entscheidung involviert. Am 29. März wurde die endgültige Genehmigung erteilt.

Lob für Personalpolitik

 „Die Mitarbeiterförderung und -bindung steht bei Ihnen im Vordergrund“, lobte Hannig die Personalpolitik. Es herrsche ein menschliches Miteinander in der Firma, ein Fordern und Fördern des Einzelnen. „Der Landkreis ist froh um ein solches Unternehmen wie das ihre“.

Auch lobte er den unternehmerischen Mut für die Erweiterung und damit den Standort Nesselwang. An insgesamt sechs Standorten in Europa, Indien, China, Südafrika und den USA produziert das Unternehmen Komponenten für die Temperatur- und Prozessmesstechnik.

Die Kunden sind in der Chemie-, Öl- und Gas- sowie in der Lebensmittelindustrie. Der größte Teil der aktuell 380 Mitarbeiter am Standort Nesselwang kommt aus der Region. Bis Ende kommenden Jahres soll das neue Gebäude bezogen werden. Die verkehrstechnische Anbindung erfolgt über die Zufahrt des Nesselwanger Trendsportzentrums.

Herbert Hoellisch

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