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Energiekrise: Den Füssenern droht ein dunkler Herbst

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Von: Matthias Matz

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Füssen bei Nacht
Bilder wie dieses wird es im Herbst und Winter nicht geben. Um Strom und Geld zu sparen, wird die öffentliche Beleuchtung in Füssen stark herunter gefahren. © mihtiander/panthermedia

Den Füssenern stehen dunkle Zeiten bevor: Der Haupt- und Finanzausschusses hat die vom Zweckverband Allgäuer Land (ZVAL) beschlossenen Energiesparmaßnahmen bestätigt. 

Füssen – Den Füssenern stehen dunkle Zeiten bevor: Einstimmig haben die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses jetzt die vom Zweckverband Allgäuer Land (ZVAL) beschlossenen Energiesparmaßnahmen bestätigt. Diese sehen unter anderem vor, die Straßenbeleuchtung früher auszuschalten. Manche Straßen in de Stadt werden wohl sogar ganz dunkel bleiben.

Wie im Kreisboten berichtet, haben sich die Bürgermeister der ZVAL-Gemeinden Anfang August auf ein Maßnahmenpaket geeinigt, mit dem sie Energie und Kosten sparen wollen. Hintergrund sind die explodierenden Strom- und Gaspreise. Allein die Stadt Füssen muss für ihre rund 3000 Straßenlampen in diesem Jahr voraussichtlich 250.000 Euro an Stromkosten zahlen. Das sind 90.000 Euro mehr als bisher, wie Bürgermeister Maximilian Eichstetter (CSU) vorrechnete. Bei den Gaskosten geht die Verwaltung von einer Verfünffachung aus.

Konkret einigten sich die Rathauschefs darauf, alle Laternen, bei denen dies möglich ist, schon um 22 anstelle von 23 Uhr auszuschalten. Nur an sicherheitsrelevanten Stellen soll die Straßenbeleuchtung an bleiben. Allerdings sollen diejenigen Laternen, die die ganze Nacht über angeschaltet bleiben, auf 25 Prozent Leistung gedimmt werden.

Ebenfalls reduziert bleibt die Straßenbeleuchtung dort, wo Laternen von 6 Uhr bis Sonnenaufgang angeschaltet werden. Ferner werden in Straßenzügen, in denen auf beiden Seiten Straßenlampen stehen, eine Seite künftig abgeschaltet. Zuletzt sollen dort, zumindest wo es technisch möglich ist, nur noch jede zweite Straßenleuchte eingeschaltet werden.

Außerdem verständigten sich die Bürgermeister darauf, dass auch die Kirchen um 22 Uhr ihre Beleuchtung ausschalten sollen. Ausnahmen soll es vom 1. Advent bis zu den Heiligen Drei Königen sowie anlässlich von Nacht- und Spätgottesdiensten geben. Gleiches gilt für die Weihnachtsbeleuchtungen. Darüber hinaus wird die Beleuchtung kommunaler Gebäude eingestellt.

Es soll sicher bleiben

Alle Maßnahmen sollen so umgesetzt werden, dass sie vor allem sicherheitstechnischen, aber auch rechtlichen, technischen und kommunalrechtlichen Vorgaben entsprechen, so Eichstetter im Haupt- und Finanzausschuss. Zuvor hatte Ilona Deckwerth (SPD) appelliert, bei allen Sparmaßnahmen den Sicherheitsaspekt nicht zu vernachlässigen. „Wir haben als Stadt eine andere Situation als die Kommunen um uns herum“, sagte sie. „Wir haben zum Beispiel eine andere Straßensituation als Rieden.“

Einen Beitrag zum Sparen werden auch die städtischen Mitarbeiter leisten müssen. So soll die Heizung in allen Verwaltungsgebäuden auf ein Minimum reduziert und die Mitarbeiter wieder vermehrt ins Homeoffice geschickt werden. In leeren Büroräumen soll die Heizung so weit runter gedreht werden, wie es technisch gerade noch machbar ist – Stichwort Frostschutz.

In den Schulen sind die Hausmeister gefordert, nach weiteren Energiesparmöglichkeiten zu suchen und die Heizung sinnvoll einzusetzen. Die von der EU geforderte Raumtemperatur von 19 Grad war den Bürgermeistern jedenfalls zu pauschal, sodass sie dieser Empfehlung nicht nachkommen wollen.

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