Stadtwerke wollen die Kosten für Wasser und Abwasser senken

Gebühren sinken

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Die Wasser- und Abwassergebühren in Füssen sollen im kommenden Jahr sinken.

Füssen – „Das hatten wir noch nie!“ Die Stadtwerke Füssen wollen ab dem 1. Januar die Wassergebühren im Schnitt um etwa 15 Cent/Kubikmeter senken. Einen entsprechenden Antrag der Stadtwerke empfahl der Werkausschuss am Dienstagabend dem Stadtrat einstimmig zur Annahme.

„Ich bin stolz, dass wir Stadtwerke haben, die auch die kleinen Leute entlasten“, freute sich nicht nur SPD-Stadträtin Ilona Deckwerth über die Entscheidung. Neben der Wassergebühr soll auch die Abwassergebühr sinken.

Wie Helmut Schauer, Leiter der Stadtwerke Füssen, den Stadträten erläuterte, zahlen die Bürger derzeit 1,54 Euro/Kubikmeter plus Mehrwertsteuer. Für den Zeitraum 2017 bis 2020 soll die Gebühr aber auf durchschnittlich 1,39 Euro/Kubikmeter gesenkt werden.

Möglich macht das eine neue Gebührenkalkulation durch die Stadtwerke und den Bayerischen Kommunalen Prüfungsverband (BKPV). Weil Stadtwerke und Stadtverwaltung unter anderem Geld für das Verfahren zur Ausweisung des neuen Wasserschutzgebiets in Schwangau zurücklegen mussten, waren die Wassergebühren in den vergangenen Jahren aufgrund der Prognosen recht hoch.

Weil kommunale Unternehmen aber keinen „Gewinn“ erzielen dürfen, sondern lediglich kostendeckend wirtschaften sollen, könne nun eine Senkung erfolgen. „Solche unbewussten Kostenüberdeckungen werden im nächsten Bemessungszeitraum zugunsten aller Verbraucher gebührenmindernd berücksichtigt“, erklärte Schauer.

Geld zurück gibt es für die Verbraucher allerdings nicht: „Die einzelnen Gebührenbescheide für den letzten Bemessungszeitraum werden aber nicht geändert“, so Schauer. „Der Ausgleich erfolgt in der nächsten Kalkulationsperiode gegenüber allen Gebührenzahlern.“

 Jährliche Kalkulation 

Ob die neuen Gebühren aber tatsächlich über die gesamten vier Jahre niedrig bleiben, konnte Schauer am Dienstagabend nicht garantieren. Schließlich könne jetzt noch nicht exakt beziffert werden, wie viel die Stadt beispielsweise als Ausgleich an Schwangauer Landwirte zahlen muss, deren Besitz vom neuen Wasserschutzgebiet betroffen ist. Daher werde die Wassergebühr jedes Jahr neu kalkuliert. Neben der Verbrauchsgebühr sollen im kommenden Jahr auch die Grundgebühren verändert werden.

Demnach zahlt künftig etwas mehr, wer einen niedrigeren Dauerdurchfluss hat. Wer einen hohen Dauerdurchfluss hat, wird dagegen entlastet. „Neben den Zählerkosten werden hier besonders die verbrauchsunabhängigen Kosten umgelegt“, so Werksleiter Schauer. Neben einer Senkung der Wassergebühr stimmte der Werkausschuss auch einer niedrigeren Abwassergebühr zu.

 Diese soll ab dem 1. Januar im Schnitt noch 2,25 Euro/Kubikmeter betragen. Derzeit müssen für den Kubikmeter Abwasser 2,34 Euro bezahlt werden. Über beide Gebührenanpassungen muss noch der Stadtrat entscheiden.

Matthias Matz

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