Zwei Reisejournalisten schildern ihre Eindrücke entlang des Lechwegs

"Jederzeit wieder"

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Tourismusdirektor Stefan Fredlmeier (links) mit der Reisejournalistin Bettina Kelm und dem Museumsleiter der Stadt Füssen Dr. Anton Englert im Colloqium-Saal des Klosters.

Füssen – Fünf Jahre nach der Eröffnung ist der Lechweg mittlerweile Teil der so genannten „Leading Quality Trails – Best of Europe“, einem Programm zur Wegestandardisierung der Europäischen Wandervereinigung.

Vor dem Hintergrund dieses Jubiläums hielten jetzt die beiden Reisejournalisten Bettina und Axel Kelm im Zuge der Sonderausstellung „So ein Lech!“ einen Vortrag über die entschleunigte Begehung des Weges. Die beiden Reisejournalisten aus dem Kreis Bad Tölz, die für einschlägige Fachmagazine unter anderem über das Mikroplastik in den Gewässern berichteten, gingen im Sommer 2014 zusammen mit zwei weiteren Freunden den Lechweg in entspannten zwölf Tagen. 

Durch ihren Vortrag erfuhren die 45 Zuhörer im Colloquium-Saal des Klosters Sankt Mang Kurioses und Interessantes. So starben die Steinböcke einst im Lechtal unter anderem deshalb aus, weil man aus einer kreuzförmigen Verknöcherung in deren Herzscheidewand ein Andenken für die Gläubigen gestaltete. Ferner trieben die Talbewohner einen ausgedehnten Handel mit den südalpinen Regionen und erhielten somit einen gewissen Reichtum. Dies lasse sich gut anhand der aufwendigen Trachten und an den mit Lüftlmalereien reich verzierten Häusern gut erkennen.

 Der bequem und ohne Training begehbare Lechweg selbst führte die Wanderer von der Quelle im Bereich des auf 1793 Meter hoch gelegenen Formarinsees entlang der Vorarlberger Lechschlucht hinab nach Steeg. Die Schlucht selbst querten die Vier nach eigenen Angaben auf einer Seilrutsche mehrfach unter Anleitung eines Bergführers. Dies führte, genau wie das spätere „Wildwasserschwimmen” im Taucheranzug im sechs Grad kalten Wasser, zu bleibenden Eindrücken. 

Entlang der Route folgte den beiden Reisejournalisten zufolge ein Höhepunkt auf den nächsten und in Elbigenalp stand neben dem Besuch des urigen Restaurants "Zur Geierwally” von Guido Degasperi ein Theaterabend auf der Freilichtbühne auf dem Programm. Danach ging es im gemächlichem Tempo weiter in das „Herz” des Naturparks. 

Treffen mit Knittel

Bei Forchach entdeckten die Wanderer auf den weitläufigen kargen Schotterflächen, die auch als Brutplatz für bodenbrütende Vögel dienen, Restbestände der Deutschen Tamariske – einer urzeitlichen Pflanze. Entlang des Weges traf die kleine Gruppe außerdem auf den bekannten Musiker Toni Knittel, der für seine Heimat das Lied „Zum Niederkniala schea“ komponierte. 

Am Ende einer fast zweiwöchigen Reise nutzten die vier Wanderer noch die Möglichkeiten in den angrenzenden Seen zu baden um somit noch die letzten Kräfte für den Anstieg gen Alpsee und für den Hutlersberg zu mobilisieren. Abruptes Ende der Tour war schließlich der Füssener Lechfall. „Jederzeit wieder – allein schon des türkisblauen Wassers wegen“, so lautete das Fazit von Bettina Kelm. 

Füssens Tourismusdirektor Stefan Fredlmeier hatte zuvor eingangs der Vortrags-Veranstaltung bemerkt: „Dieser Weg trifft direkt ins Herz der Wanderer“. Schließlich würden auf der 125 Kilometer langen Tour entlang des Lechs alle Sinne positiv angesprochen. „Und warum nicht auch mal vom Fall zur Quelle oder gar eine der neuen Lechschleifen?“, fragte Tourismusdirektor am Ende des Vortrags in den Raum. Zeige sich doch das Lechtal so von einer teils ganz anderen Seite.

th

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