"Das ist alles traurig"

Fischer kritisieren geplantes Hotel am Forggensee

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Sozusagen eine ehrenwerte Gesellschaft: Hubert Welz (v. l.), Rudolf Füller, Heinz Vollmer (alle seit 50 Jahren Mitglied), Norbert Janka, Leonhard Mathoi (jeweils 40 Jahre), Harald Alt, Meinrad Hutner und Josef Bertkthold (je 25 Jahre) werden von Manfred Mair (4. v. r.) für ihre langwährende Mitgliedschaft im Kreisfischereiverein Füssen ausgezeichnet.

Füssen – Obwohl der Zweite Vorsitzende des Kreisfischereivereins Füssen, Manfred Mair, den Verein bei dessen jüngster Jahreshauptversammlung im Haus der Gebirgsjäger „gesund bis auf die Knochen“ nannte, herrscht beim Fischereiverein nach nicht nur ungetrübte Freude.

Vor allem zwei Entwicklungen beobachte der Verein mit teils „großer Sorge“. In der Jahreshauptversammlung des Vereins im „Haus der Gebirgsjäger“ prangerte Zweiter Vorsitzender Mair vor etwa 150 Zuhörern die Vorgänge im Bereich des „Ludwigs Festspielhaus“ sowie in den Hanfwerken an. So kristisierte Mair etwa den geplanten „Bau eines Hotelprojekts“ beim Festspielhaus am Forggensee, durch den „in einem hochsensiblen Naturraum in direkter Ufernähe“ wieder „ein Stück unserer Heimat für den Tourismus geopfert“ würde. „Das ist alles traurig.“ 

Neben dem geplanten Festspielhaus-Hotel kritisierte Mair, dass der Lech auf dem Areal der ehemaligen Hanfwerke seinen Charakter als Naturfluss vollständig verloren habe. „Es ist schade, wenn man wegen des Kommerzes aus einem Wildfluss einen ruhigen Teich macht. Dadurch fallen Laichgebiete für unsere Fische weg“, sagte er.

Zufrieden äußerte sich der stellvertretende Vorsitzende dagegen über das Gesamtgewicht an gefangenem Fisch im Forggensee im vergangenen Jahr. Neben dem ersten Schriftführer Alexander Beck zeigte sich im Anschluss daran auch Gewässerwart Thomas Schabel zufrieden. So berichtete Beck über bauliche Maßnahmen an der Fischerhütte, während Schabel betonte, dass beim Abfischen im Herbst 2017 „ein gutes Ergebnis“ erreicht worden sei.

Großes Lob erhielten die Fischer von Bürgermeister Paul Iacob (SPD), der unterstrich, dass sich „die gepachteten Gewässer des Vereins in einem lupenreinen Zustand“ befänden. Das Stadtoberhaupt hob außerdem hevor: „Wir wollen unsere Natur erhalten, und ihr tragt dazu bei.“ 

Bezüglich der vonseiten des Vereins angesprochenen Probleme am Festspielhaus und auf dem Areal der ehemaligen Hanfwerke fügte er jedoch hinzu: „Bitte habt Verständnis für Veränderungen!“ 

Gegen Ende der knapp dreieinhalb Stunden langen Versammlung stimmte die überwiegende Mehrheit der anwesenden Mitglieder einem Antrag zum Umbau (barrierefrei) des Außen-WCs beim Fischerheim an der Achmühle schließlich ebenso zu, wie sie Fritz Hohenadl und Michael Kiefer in ihrem Amt als Kassenprüfer bestätigten. Außerdem wurden Hubert von Bochmann in den Ehrenrat des Kreisfischereivereins gewählt. 

Manfred Mair ehrte außerdem Hubert Welz, Rudolf Füller sowie Heinz Vollmer für ihre 50-jährige Mitgliedschaft im Verein. Seit 40 Mitglied sind Norbert Janka und Leonhard Mathoi. Für ihre 25 Jahre währende Vereinstreue erhielten Harald Alt, Meinrad Hutner und Josef Bertkthold eine Auszeichnung.

lex

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