Erfolg für "Team Leben"

Mit Hilfer zweier Dringlichkeitsanträge haben die Fraktionen der ÖVP sowie von „Team Leben“ Änderungen bei den Kindergartenregelungen in Reutte durchgebracht und dem noch amtierenden Bürgermeister Helmut Wiesenegg mit Stimmen seiner SPÖ empfindliche Niederlagen beigebracht. Künftig ist der Kindergarten auch für die unter Vierjährigen kostenlos, Änderungen wird es beim Sprengel geben.

Kurz vor Sitzungsbeginn hatten Franz Schneider (Team Leben) und Dietmar Koler (ÖVP) zwei Anträge auf dringliche Behandlung eingereicht, die mit Mehrheit zugelassen wurden. Darin fordern Schneider und seine Fraktion, dass künftig der Besuch des Kindergartens in Reutte (mit Ausnahme des Mittagstisches) kostenlos sein soll, während die ÖVP Änderungen bei der Verteilung der Migrationskinder forderte. Man wolle für alle Kinder, sowohl mit deutscher als auch anderer Muttersprache eine gleiche soziale und kulturelle Ausgangssituation schaffen und auch gleiche Arbeitsbedingungen für das Kindergartenpersonal. Nur so könne die Integration gefördert und einer weiteren Ghettobildung entgegengewirkt werden. Vehement wandten sich einige der Ratsmitglieder, darunter von den Grünen und der SPÖ gegen diese Pläne. Unter anderem folgten sie der Einlassung Wieseneggs, der monierte, man könne doch nicht in der letzten Sitzung diese Bombe für den künftigen Rat hinterlassen und beiden Anträge keine Mehrheit prophezeite. Kinder abgeschoben? Unter anderem machten die Gegner geltend, dass bei einem kostenlosen Besuch die Kinder quasi „abgeschoben“ würden, vor allem viel zu kleine Kinder müssten den ganzen Tag im KiGa ausharren. Mit Hilfe der Gebühren, ohnehin zahlen von 167 Kindergartenkindern aktuell nur 37, könne man den Besuch steuern. Und bezüglich des zweiten Antrags hoffte Wiesenegg darauf, mit eines entsprechend formulierten Antrags dieses Thema auf die neue Legislaturperiode verschieben zu können. Nach rund einer Stunde erbitterter Diskussionen stellte Wiesenegg die beiden Anträge zur Abstimmung, in der nicht unbegründeten Hoffnung, sie würden scheitern. Mit fünf beziehungsweise sechs Gegenstimmen passierten allerdings beide Vorschläge den Rat. Nun muss sich der neu zu wählende Gemeinderat mit deren Umsetzung befassen.

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