Verantwortliche geben Radweg zwischen Wertach und Nesselwang frei

Gelungener Lückenschluss

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Die Landräte des Ober- und Ostallgäus sowie die beteiligten Bürgermeister am Projekt Radweg freuen sich über den Lückenschluss: Eberhard Jehle (v.l., Wertach), Maria Rita Zinnecker (Ostallgäu), Franz Erhart (Nesselwang) und Alois Ried (Oberallgäu).

Nesselwang/Wertach – Es war ein Lückenschluss der besonderen Art: Mit dem Durchtrennen des Bandes wurde vergangene Woche ein letztes Teilstück des Fernwander-Radweges vom Boden- zum Königssee geschlossen.

Das sei eine Bereicherung für die Radregion Ostallgäu, wie Landrätin Maria Rita Zinnecker (CSU) befand, und eine Erleichterung für die Pendler zwischen Nesselwang und Wertach wie dessen Bürgermeister Eberhard Jehle meinte. Für Jehle war es der Abschluss einer „fast unendlichen Geschichte“, die, so betonte der Bürgermeister, auf Wertacher Seite ihren Anfang genommen habe. Schon vor über 25 Jahre habe die Oberallgäuer Marktgemeinde mit dem Bau des Radweges auf ihrer Seite begonnen, 1999 dann habe auch der Kreistag einer Fortführung zugestimmt, die 2001 schließlich auch so kam. 

13 Jahre später nun konnten Jehle und sein Ostallgäuer Kollege Franz Erhart aus Nesselwang, gemeinsam mit den jeweiligen Landräten, den Lückenschluss vollziehen. Knapp ein Jahr hat es gedauert, um die fehlenden knapp vier Kilometer – auf Ostallgäuer Seite 3660 Meter und auf Oberallgäuer Seite 160 Meter sowie eine neue Radlerbrücke – zu bauen. 

Kurve entschärft 

Weiterhin wurden im Zuge der Maßnahmen noch Teile der Kreisstraßen OAL1 sowie OA8 umgebaut sowie kurz vor Nesselwang die Kurve entschärft und eine Abbiegespur hinzugefügt. Am Buronpark verlegte man die Querungshilfe für Skifahrer und Radler. Welche besondere Vorarbeit vonnöten gewesen sei für diesen Radweg, erkenne man, so Bürgermeister Erhart, wenn man die Einfahrten für die Bauern sehe, die vom Radweg abgehen. 36 Mal ist der Radweg unterbrochen von Querungshilfen für die Landwirte, mit 36 Grundstückseigentümern habe man sich im Vorfeld einigen müssen, so der Rathauschef. Es sind zwar nur knapp neun Prozent neuer Radwege, die die Radregion Ostallgäu so zu ihrem Netz von zur Zeit 45 neu realisierten hinzufügen konnte. 

Dennoch sei es ein Projekt von überregionaler Bedeutung, unterstrich Landrätin Maria Rita Zinnecker, schließlich schließe es die Lücke des Fernradwanderweges und fördere ein Stück weit auch den „grenzübergreifenden“ Tourismus. 

Besonderes Anliegen 

Nach der Vorleistung der Gemeinde Wertach, seinerzeit 1,2 Millionen Euro, wurden nun 1,5 Millionen Euro für das fehlende Teilstück, insbesondere die Brücke auf Höhe des Gasthofes Reichenbach, in den vergangenen zwölf Monaten verbaut. Nun müsste noch über den Weiterbau des Radweges von Wertach nach‚ Oberjoch geredet werden, forderte Jehle den stellvertretenden Oberallgäuer Landrat Alois Ried (CSU) auf. 

Für Bürgermeister Jehle war der Radweg auch deshalb ein besonderes Anliegen, weil der begeisterte Radfahrer die Strecke zu seinem Amtssitz von seinem Wohnort Seeg mit dem Rennrad zurücklegt. Das seien rund 27 Kilometer, so Jehle, die er nun noch sicherer zurücklegen könne. 

Insbesondere zwischen Nesselwang und Wertach fungiert die Kreisstraße als Ableitungsstrecke für die Motorradfahrer sowie den Schwerverkehr aus dem Oberallgäu. Das habe immer wieder zu gefährlichen Situationen geführt. Mit dem Radweg sei aber auch eine Entwicklung am Buronlift/Park sowie an den Campingplätzen am See dem Feriendorf bei Nesselwang gegeben, so Jehle.

Oliver Sommer

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