Skischule Nesselwang feiert 50-jähriges Jubiläum

Eine Reise durch die Zeit

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Die Stamm-Skilehrerinnen und Skilehrer überreichen Hans-Georg Allgaier einen Gutschein für eine Städtereise als Dankeschön.

Nesselwang – „Ich bin restlos begeistert, dass so viele gekommen sind“. Hans-Georg Allgaier, Leiter der Skischule Nesselwang, begrüßte zum 50-jährigen Jubiläum der Schule im vollen „Bärensaal“ zahlreiche Freunde und Weggefährten.

Zum Teil waren diese ganz von Anfang an mit dabei. Das Datum der Feier war bewusst gewählt: Am 1. Februar 1965 eröffnete Wendl Allgaier die Skischule Wendl im Nesselwanger Schwalbenweg. 1971 schloss sich diese mit der 40 Jahre zuvor gegründeten Skischule von Ludwig Böck unter dem Namen Skischule Nesselwang zusammen. Die Leitung übernahm Wendl Allgaier. 

Hermine Raiser, seit 40 Jahren in der Skischule, trug ihre Gedanken zum Skifahren vor. „Skifahren ist Symbiose von Mensch und Bewegung, Symbiose von Natur und Schnee, ist Lebensgefühl. Und Skifahren kann man lernen – in einer Skischule“, so die Skilehrerin. „Keilhosen und Skipullover, Skier mit über zwei Metern Länge und braungebrannt. Der Skilehrer war ‘Gott am Berg’“, erinnerte Toni Steiner an die Anfänge der Skischule. 

Er und Thomas Huber, beide seit langen Jahren Skilehrer in der Skischule, führten am vergangenen Wochenende durch das Programm der großen Jubiläumsfeier. In zahlreiche Fotos und Filmen zeigte Allgaier die Geschichte des Skisports und der Skischule. „1895 waren die ersten auf Skiern am Berg unterwegs“, berichtete der Leiter der Skischule. 

Weiter ging es 1910 mit der Gründung des Skiklubs und 1913 mit dem ersten Skijugendtag in Nesselwang. In den 20er Jahren nahm die Skilehrer-Ausbildung schließlich konkrete Formen an. 1931 wurde dann erstmals eine Skischule – die von Ludwig Böck – in Nesselwang erwähnt. 

In den Nachkriegsjahren nahm der Skitouirsmus in Nesselwang immer mehr zu. 1949 wurde der untere Abschnitt des Sessellifts bis zur Mittelstation gebaut und damit begann die Erschließung des Nesselwanger Hausbergs als Skigebiet. 1963 legte Wendl Allgaier die Skilehrer-Prüfung ab und gründete zwei Jahre später seine eigene Skischule. Im Winter 1966/67 absolvierte die erste Skilehrerin der Skischule Wendl ihren ersten Unterricht – Bärbl Juhre-Müller. Auch sie war bei der Jubiläumsfeier dabei und wurde von Hans-Georg Allgaier und den Gästen mit Beifall begrüßt. 

1965 wurde der Kronen- und ein Jahr später der obere Teil des Sessellifts gebaut. 1968 feierte Franz Keller seinen Olympiasieg in Grenoble in der Nordischen Kombination. 1971, als sich die beiden Skischulen zusammenschlossen, wurde auch der große Schlepplift gebaut. 

Eine Notiz von Wendl Allgaier, der jeden Skischul- und Betriebstag der Lifte vermerkt hatte, wurde von seinem Sohn vorgelesen: „Ein Betriebstag im ganzen Winter, die Skischule ist auf die Haslacher Alp ausgewichen. Drei Wochen lang Skikurs – ohne jeglichen Lift oder Pistenpräparierung“. Eine weitere Notiz aus 1973 „27. April – letzter Skischultag“. „Auch damals gab es schon schneearme und schneereiche Winter“, so Hans-Georg Allgaier zu den Wetterkapriolen. In den 70er und 80er Jahren fanden die Skikurse großen Anklang. 

So waren an Weihnachten 1975 370 Teilnehmer angemeldet. „Die Kurse gingen damals über fünf volle Tage. Und Geselligkeit war Pflicht nach den Skikursen“, so Allgaier weiter. In seinem Rückblick zeigte er auch verschiedene Filmsequenzen, die Hartl Ebentheur aufgezeichnet hatte. Unter anderem zeigt sie den Nesselwanger Anfang der 80er Jahre auf einem von ihm modifizierten Surfbrett im Tiefschnee an den Hängen der Alpspitz. „Das erste Snowboard kommt aus Nesselwang. Der Hartl hat ein paar Schlaufen draufgemacht und los ging's“, erinnerte Allgaier. 1992 übernahm er schließlich die Skischule und führt sie bis heute weiter. 

Keine Angst vor der Zukunft 

Am Ende seines Rückblicks wagte er noch einen Ausblick in die Zukunft. „Ich habe keine Angst vor der Zukunft. Ich habe ein Spitzen-Team mit meinen Skilehrerinnen und Skilehrern, auf die ich zählen kann. Die Zusammenarbeit mit dem Einzelhandel, den Hotels, der Alpspitzbahn, dem Markt und der Tourist-Info funktioniert hervorragend“. 

Bürgermeister Franz Erhart wurde von den beiden Moderatoren verschiedene Fragen gestellt. So unter anderem, wie er die Wertigkeit des Wintersports in Nesselwang sehe. „Das touristische Verhältnis im Ort ist im Verhältnis 50:50 gleichmäßig auf Sommer und Winter aufgeteilt“, so Erhart. Auf die Frage, wie er die Wichtigkeit des Wintersports auf einer Skala von eins bis zehn bewerte, gab Erhart eine Sieben. „Nesselwang hat Sommer wie Winter viel zu bieten.“ 

Schneller Bürgermeister 

„Wir haben den schnellsten Bürgermeister Bayerns“, stellte Steiner schmunzelnd fest. Bei den 2014 in Nesselwang ausgetragenen Bayerischen Behörden-Skimeisterschaften belegte Erhart in seiner Altersklasse den ersten Rang. Kein Wunder, war Erhart auch schon Skilehrer in der Skischule. „Schaut's her. Um Bürgermeister zu werden, muss man Skilehrer gewesen sein“, lachte Moderator Toni Steiner. Bürgermeister Erhart überreichte Allgaier zum Dank eine Urkunde des Marktes. „Wir müssen die Skischule als Unternehmen sehen. Und sie ist seit 50 Jahren erfolgreich in Nesselwang.“ „Ohne euch könnte ich es nicht machen. Dafür möchte ich euch meinen Dank aussprechen. 

Ihr unterstützt mich und helft wo ihr könnt“, so Allgaier im Anschluss an seine Stamm-Skilehrerinnen und Skilehrer. Sie erhielten von ihm ein kleines Dankeschön im Namen der Skischule. Darunter waren auch einige, die von Anfang an dabei sind und heute noch aktiv als Skilehrer Kurse geben. Der Festabend fand seinen Ausklang mit einem kurzen Sketch, in dem sich die Skilehrer und ihre Eigenheiten selbst spielten. In einem Film, den der Nachwuchs produziert hatte, stellte sie darin die verschiedensten Charaktere der Skischul-Kinder dar.

Herbert Hoellisch

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