Bauwerber zieht nach Protesten seine Pläne zurück

Erweiterung des Nesselwanger Explorer-Hotels ist vom Tisch

Gasthof Sonnenbichl
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Dieses Bild zeigt den Bereich hinter dem Gasthof Sonnenbichl, in dem der Neubau der beiden Gebäude geplant ist. Im Hintergrund ist der Säuling zu sehen, auf der rechten Seite die Rückseite des Gasthofs, auf der linken Seite das Hinweisschild zur Wasserreserve der ehemaligen „Bärenbrauerei“.
  • vonHerbert Hoellisch
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  • Matthias Matz
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Nesselwang – Nach lautstarken Protesten aus der Nesselwanger Bevölkerung hat der Eigentümer des Explorer-Hotels seine Pläne für eine Erweiterung des leer stehenden Gasthof „Sonnenbichl“ zurück gezogen. Das teilte die Gemeindeverwaltung Ende vergangener Woche mit. Der Bauherr wolle „keinen Konfrontationskurs fahren und einen gewissen Unfrieden in Teilen der Bevölkerung produzieren“, heißt es in einer Mitteilung des Rathauses. Das bereits laufende Bauleitplanverfahren soll nun eingestellt werden. Damit dürfte auch ein Bürgerbegehren gegen das Vorhaben vom Tisch sein.

Grund für den Rückzieher des Bauherren sind die Bestrebungen der Interessengemeinschaft „Freunde der Maria-Trost-Allee“, die jüngst ein Bürgerbegehren gegen die geplante Erweiterung des Gasthofs „Sonnenbichl“ um zwei weitere Gebäude mit Ferienwohnungen gestartet hatten (der Kreisbote berichtete). Das Nesselwanger Rathaus spricht in diesem Zusammenhang von einer „strikten Verweigerungshaltung“ der Interessengemeinschaft, an der alle Versuche einer Einigung gescheitert seien. „Diese Entwicklung ist auch an dem Bauherrn und Eigentümer des Hotel Explorers nicht spurlos vorübergegangen“, teilte die Verwaltung mit mit. „Nach reiflicher Überlegung hat er sich deshalb entschieden, den Antrag auf Einleitung des Bauleitverfahrens zurückzuziehen.“

Noch am vergangenen Dienstag hatten Vertreter der IG „Freunde der Maria-Trost-Allee“ der Marktverwaltung mehr als 700 Unterschriften für ein Bürgerbegehren übergeben, das von der IG initiiert wurde. „Die Nesselwangerinnen und Nesselwanger haben mit einem demokratischen Mittel ein sehr deutliches Signal gegen eine Bebauung in dem Bereich gesetzt“, so Stefan Boerboom, einer der Sprecher der IG. „Dafür ein großes und herzliches Danke an alle, die unterzeichnet und uns damit unterstützt haben“.

Vertreter der Interessengemeinschaft „Freunde der Maria-Trost-Allee“ überreichen der Marktverwaltung Nesselwang mehr als 700 Unterschriften für ein Bürgerbegehren gegen die Umbaupläne des Gasthofs „Sonnenbichl“.

Gemeinderat wird Bauleitplanverfahren einstellen

Der Gemeinderat werde aufgrund der Entscheidung des Bauwerbers in seiner kommenden Sitzung das laufende Bauleitplanverfahren einstellen, kündigte die Verwaltung an. „Damit ist das Verfahren dann eingestellt. Für ein mögliches Bürgerbegehren fehlt somit die rechtliche Grundlage und die Durchführung eines Bürgerentscheides ist nicht mehr relevant“, heißt es in der Mitteilung der Verwaltung. Das Rathaus reagiert mit Bedauern auf die jüngste Entwicklung. „So ist eine Chance vertan, den Gasthof Sonnenbichl als gastronomischen Betrieb für den Ort zu erhalten“, heißt es in der Stellungnahme.

Der Betrieb des Gasthof „Sonnenbichl“ hatte sich in den vergangenen Jahren zunehmend zu einem Problemfall entwickelt. Trotz Eigentümerwechsel und wechselnden Pachtverhältnissen war es nicht gelungen, das Gasthaust wirtschaftlich erfolgreich zu betreiben, weshalb das Restaurant seit mehr als zwei Jahren geschlossen ist. In der Folge hat sich der bauliche Zustand zunehmend verschlechtert.

Aus diesem Grund hatte die Marktgemeinde den Eigentümer des Hotel Explorers gebeten, zu prüfen, ob für ihn im Rahmen des Betriebes des Hotels eine Übernahme des Gasthofes denkbar wäre. Der Hotelier hatte den Gasthof daraufhin gekauft. Eine wirtschaftliche Prüfung ergab jedoch, dass dass ein Betrieb nur durch eine neue Konzeption mit Gasthof und Ausbau der gewerblichen Vermietung von Familienzimmern wirtschaftlich machbar ist.

Die Interessengemeinschaft war zunächst für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

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