Aus für Erweiterungspläne mit "dm" im ehemaligen Obi-Gebäude

Füssener Edeka soll in der Hopfener Straße neu bauen

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Um für die Zukunft gerüstet zu sein, will Edeka erweitern. Das darf er nun schräg gegenüber seines jetzigen Standorts in der Hopfener Straße.

Füssen – Nachdem die Zukunft des Edeka-Marktes in Füssen lange in der Schwebe hing, steht jetzt fest: Das Unternehmen darf in der Hopfener Straße, schräg gegenüber seines jetzigen Standorts, neu bauen und damit erweitern.

Der Stadtrat genehmigte am Dienstag einstimmig die Aufstellung eines sogenannten vorhabenbezogenen Bebauungsplans für das Areal. Vom Tisch ist damit der Umzug ins ehemalige Obi-Gebäude im Moosangerweg, wo sich der Lebensmittelmarkt zusammen mit der Drogerie „dm” ansiedeln wollte.

 „Warum haben wir uns dagegen entschieden? Nicht, weil uns das Projekt dort nicht gefallen hat“, erklärte Bürgermeister Maximilian Eichstetter (CSU) mit Blick auf die Pläne im ehemaligen Obi-Gebäude. „Aber das ist nicht die Strategie, der wir folgen wollen. Wir wollen, dass die Innenstadt gestärkt wird“, betonte er. 

Nach einer intensiven Diskussion seien sich die Stadträte einig gewesen, dass sie die Innen- vor der Außenentwicklung wollen. Für Edeka sind nach Angaben der Stadtverwaltung zwar beide Standorte machbar. 

Die Regionalleitung der Edeka Südbayern Handels Stiftung & Co. KG favorisiere aber eindeutig das Obi-Gelände, da es nicht nur viel einfacher und großzügiger, sondern auch zeitnah entwickelt werden könnte. Auf der anderen Seite bewertete die Markt und Standort Beratungsgesellschaft GmbH den Standort an der Hopfener Straße aber als verträglicher, da der Markt dort kleiner und ohne Drogerie geplant sei, so die Stadtverwaltung. Zudem liegt er näher an Wohngebieten. 

Kein wirklich neuer Markt

Auch mit Blick auf die städtebaulichen Ziele, die der Stadtrat im Bebauungsplan „N10-Moosangerweg-Ost“ festgelegt hat, scheint diese Lösung städtebaulich geeigneter zu sein. Um den zentralen Versorgungsbereich in der Innenstadt zu schützen, müssen hier Handelsbetriebe mit zentrenrelevanten Sortimenten gesondert geprüft werden. In manchen Fällen können sie als nicht zulässig eingestuft werden. Dazu erließ der Stadtrat auch eine Veränderungssperre gegen die Aldi geklagt hatte (der Kreisbote berichtete). 

„Diese Sortimentsbeschränkungen betreffen zwar auch den Standort Hopfener Straße, könnten aber dort räumlich begrenzt auf den Ersatzstandort verträglich aufgehoben werden“, hatte Hauptamtsleiter Peter Hartl bereits in einer Pressemitteilung im April erklärt. Schließlich entstehe dort nicht wirklich ein neuer Markt. 

Daneben müsse die Stadt auch die landesplanerischen Vorgaben, Auswirkungen auf ISEK und dessen Ziele im Blick haben. Denn die Stadt werde auch künftig auf Zuwendungen aus dem Bayerischen Städtebauförderprogramm angewiesen sein. Hält sie sich nicht an die Ziele des ISEK, könnte die Stadt drei Jahre lang von der Förderung ausgeschlossen werden, erklärte jetzt Eichstetter. Und: „Aldi würde in die nächste Klagerunde gehen, wenn wir 50 Meter weiter einen dm befürworten.“ 

Mit einer Verkaufsfläche von über 2500 Quadratmetern wäre der Edeka-Markt im ehemaligen Obi-Gebäude zudem deutlich größer als beispielsweise der V-Markt mit 1700 Quadratmetern. „Das ist nicht im Sinne des Einzelhandelskonzepts“, so der Rathauschef. Deshalb sein Fazit: „Eine Weiterentwicklung des Edekas: ja, aber im gemäßigten Maß.“

 Es wird neu gebaut 

Deshalb soll der Markt nun doch in der Hopfener Straße zusammen mit einem Backshop und einem Matratzen-Concord-Markt neu gebaut werden. In dem Zug soll auch geprüft werden, ob über dem Markt Wohnungen entstehen könnten, warf Wolfgang Bader (Grüne) ein. Diese Idee hatte die Verwaltung auch schon, antwortete der Rathauschef. Der Antragsteller meinte jedoch, dass das wegen der Schattenlage schwierig werden dürfte. Aber: „Wir nehmen das mit auf. Das macht Sinn.“ 

Auch Stadtrat Dr. Martin Metzgers (BfF) Anregung will die Stadtverwaltung berücksichtigen. Der bat das Bauamt darum, auf die Zufahrt für den Lieferverkehr zu achten. Diese sei im ersten Entwurf „völlig unrealistisch“ gewesen.

 SPD-Ratsfrau Ilona Deckwerth als Vorsitzende des Seniorenbeirats freute sich dagegen, dass der Bitte der Senioren, eine fußläufige Anbindung des Lebensmittelmarktes an Wohngebiete, nachgekommen werde. „Es freut mich sehr, dass man solche Prioritäten setzt.“

kk

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