Musical-Duo animiert zum Mitsingen

Ließ es bei „Sweet Travestite“ im „Haus Hopfensee“ rocken: Espen Nowacki. cf

Hopfen am See – Die Show „Musical Moments“ von  Espen Nowacki machte an Ostern wieder Station im „Haus Hopfensee“. Partnerin des Entertainers auf der Bühne war die aus Hopferaus stammende Sängerin Monika Staszak. Das Programm dauerte über zwei Stunden und begeisterte die 200 Besucher im Saal.

Der gebürtige Norweger stand in Füssen beim „zweiten Musical über den König“ auf der Festspielhaus-Bühne und dachte sich mit Kollegen aus dem Ensemble die Revue „Swinging Ludwig“ aus, die viele Fans fand. Auf diesen zwei Beinen – Songs mit viel Tiefgang und köstliche Parodien – sollte auch Espen Nowackis Mix für „Musical Moments“ stehen. Dieses Konzept geht aktuell an 60 Abenden im Jahr offenbar auf, wie beide Künstler nach der Zugabe beim fleißigen Autogrammschreiben im Foyer von „Haus Hopfensee“ betonten. „Wir sprechen mit unserem Programm auf Tournee nicht die Zielgruppe an, die sich sowieso gern einen Musical-Abend gönnt“, so Espen Nowacki. Er grenzt sich auch erkennbar vom puren Klamauk der im Trend liegenden Comedy-Stars ab.

Von Evita bis Sissi

Espen & Co unterhalten mit Tiefgang ein bunt gemischtes Publikum, wie mit Blick in den Saal im „Haus Hopfensee“ sofort erkennbar war. Der lange Beifall war aus zwei Gründen hoch verdient. Die Moderation zwischen den meist deutsch gesungenen Titeln einerseits war witzig und baute sofort eine Brücke in den Saal. 

Vor allem aber ist es beiden Darstellern gelungen, in den Minuten des Vortrags magische Momente hervorzuzaubern. Es ist eine große Kunst, wenn dank Monika Staszaks faszinierender Ausstrahlung die viel gehörte Lebensbeichte der Evita Peron („Wein nicht um mich Argentinien“) so tief berühren kann wie hier. 

Monika Staszak, die ihr Gesangsstudium in Würzburg absolviert hatte, ist derzeit im hessischen Hanau im Märchen-Musical „Aschenputtel“ als gute Fee bei den „Brüder Grimm Festspielen“ engagiert. Im Rahmen von „Musical Moments“ darf sie bekannte Frauenfiguren, die „Annie“ heißen oder auch „Sissi “, verkörpern und daher völlig unterschiedliche Charaktere darstellen. Sprich, es geht um wesentlich mehr als lediglich den schnellen Wechsel eines Kostüms. 

Espen Nowacki hat bei „Unstillbare Gier“ („Tanz der Vampire“) einen dramatischen Auftritt, der für kurze Zeit vergessen lässt, dass er dem Publikum größtenteils „nur“ seine komische Seite zeigt. Im Applaus war übrigens lediglich ein verschwindend kleiner Heimspiel-Bonus enthalten. Mit den vielen Osterurlaubern ließen sich ein Tisch aus Roßhaupten und Pfronten sogar zu einem „Mitsängerchor“ zusammenschweißen. cf

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