EVF: Abgerutscht

Das Wochenende begann für den EV Füssen am Freitag gegen Halle zuhause mit einem eindrucksvollen und auch in dieser Höhe voll verdienten 9:3 (5:1, 2:0, 2:2) Sieg, wobei damit der Gegner noch glimpflich davonkam. Im weit entfernten Herne zwei Tage später klappte es mit dem Toreschiessen nur einmal, weswegen auch mit 5:1 (3:0, 1:0, 1:0) verloren wurde. Damit rutschte Füssen hinter Kaufbeuren auf den 4. Tabellenplatz ab.

EV Füssen – Saale Bulls Halle Der Grundstein für den klaren und auch in dieser Höhe verdienten Sieg legten die Mannen von Trainer Dave Rich bereits mit 5 Toren im ersten Durchgang. Für die verletzten Verteidiger Bindl und Krull sprang wieder einmal "Oldie" Robert Scharpf ein und auch Juniorenverteidiger Marian Thomas Okonek. Von den beiden Mannschaften des Monats Februar waren die Gäste mit sieben Siegen in Folge als Warnung angereist. Doch gegen Füssen wurden sie auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Nach nur 16 Sekunden führte der EVF durch ein blitzsauberes Tor von Ricky Helmbrecht, das zum Erstaunen aller erst Ruslan Bezshchasnyy, der gar nicht auf dem Eis war und dann im offiziellen Spielbericht Christian Völk zugeschrieben wurde. Gleich darauf erhöhte dann tatsächlich Völk in Überzahl auf 2:0 und nur eine Minute später war es David Burgess, der zum 3:0 einschoss. Der Gäste-Trainer nahm daraufhin eine Auszeit und wechselte seinen Torhüter. Für kurze Zeit kam Halle dann besser zum Zuge und konnte nach zwei hintereinander folgenden Strafen für die Füssener das erste Tor durch Kuhlee erzielen. Das steckten die "Leoparden" durch Tore von Björn Friedl und Andrej Naumann bis zur ersten Pause jedoch weg. Das war bereits die Vorentscheidung. Auch im zweiten Durchgang war Füssen in jeder Beziehung spritziger und zielstrebiger. Die Mannen von Trainer Dave Rich waren immer schneller an der Scheibe und ließen den Gästen wenig Spielraum. Michel Maaßen baute den Vorsprung weiter aus und der junge Raphael Rohwedder legte noch eine Schippe auf. Nun bekamen auch die jungen Spieler vermehrt Eiszeiten. Dem zweiten Tor der Gäste durch Gross folgte postwendend das 8:2 durch Doug Orr. Die Hallenser kamen dann sogar noch zum einem unnötigen Unterzahltor, dem nach nicht einmal einer Minute Armin Wurm in doppelter Überzahl das 9:3 folgen ließ. Den zweiten zweistelligen Erfolg hatte Ricky Helmbrecht kurz vor Ende des Spiels auf der Schaufel, doch mit einer Blitzreaktion verhinderte dies der Gästekeeper. Neun verschiedene Torschützen auf Füssener Seite bewiesen die Torgefährlichkeit der Truppe. Nur Tabellenführer Peiting hat mehr Tore geschossen. Trainerstimmen: Jiri Otoupalik, Halle: „Wir haben hier nichts gezeigt, unsere Leistung war wirklich sehr schlecht von Anfang bis Ende. Ohne Spieldisziplin, ohne Einsatz, ohne Kampf geht nichts. Nach den letzten 7 gewonnen Spielen wurden wir wieder auf den Boden geholt.“ Dave Rich, Füssen: „Wir wollen immer gewinnen, das ist mein Motto und das wissen die Spieler. Aber ich wusste, es wird nicht einfach, nachdem Halle 7 Spiele gewonnnen und Passau und Peiting geschlagen hat. Aber wir sind wach, wir haben sehr gut trainiert. Das 5:1 im ersten Drittel war ein Traumstart, vor allem mit dem ersten Tor von Ricky nach 16 Sekunden. Wir haben das ganze Spiel nicht aufgegeben, immer weiter sehr gut gespielt.“ Herne – EV Füssen In Herne allerdings bekam die Torgefährlichkeit der Füssener einen Dämpfer. Einerseits war es möglicherweise die oft die Grenzen sprengende robuste Gangart der Gastgeber, denen Hauptschiedsrichter Györgyicze im ersten Drittel alles durchgehen ließ, anderseits er Füssen bei leichten Vergehen Strafen zukommen ließ. Die mit DEL-Spielern aufgefüllten Herner kamen so zu zwei Überzahltoren, beim dritten Tor passten die Füssener nicht auf. Ab dem zweiten Abschnitt griff der Referee dann durch. Doch nun zeigte sich, dass die Herner nicht nur Toreschiessen können, sondern auch durch gute Abwehrarbeit solche verhindern können und sie sich bei ihrem Torwart Marc Dillmann bedanken können, der ein sehr gutes Spiel machte, was auch beide Trainer ihm im Pressegespräch attestierten. Füssen konnte die Überzahl trotz mehr als guter Möglichkeiten nur einmal durch Doug Orr (Armin Wurm, Ruslan Bezshchasnyy) zum zwischenzeitlichen 3:1 in der 29. Minute nutzen. Was sie auch anstellten, immer wieder war bei Dillmann oder dem Torgestänge, das auch noch auf Seiten der Gastgeber war, Endstation. Anders die Herner, die durch Liesegang kurz vor der zweiten Pause auf 4:1 erhöhten. Trotzdem gab Füssen im letzten Abschnitt erfreulicherweise nicht auf, doch auch Friedl war das Glück bei einem Pfostenknaller nicht hold. Bei einer weiteren Überzahl zeigte auch Torwart Irrgang bei einem Konter seine Klasse, musste aber wieder bei einem Konter durch Liesegang zum 5:1 Endstand hinter sich greifen. Mangelnden Kampfgeist kann man den Füssenern nicht vorwerfen, nur mit dem Toreschiessen haperte es an diesem Abend im Gegensatz zum Freitag. Trainerstimmen: Dave Rich, Füssen: „Wir wollten das erste Drittel ohne Gegentor überstehen. Wir wussten um die Torgefährlichkeit von Herne in Überzahl. Doch wir wurden mit dem 3:0 kalt erwischt. Aber dem zweiten Drittel haben wir ein gutes Spiel gemacht, hatten viele Torchancen. Wir sind normal torgefährlich, aber es hat heute nicht geklappt. In Füssen zum Rückspiel wird das ein anderes Spiel.“ Niklas Sundblad, Herne: „Wir waren schnell, machten die notwendigen Tore im ersten Drittel. Im zweiten Drittel haben wir viele Strafen genommen, aber es war zu sehen, dass wir auch in Unterzahl Chancen hatten. Dillmann hat sehr gut gehalten.“ Vorschau: Am kommenden Freitag ist der EHC Klostersee um 19.30 Uhr Gast im BLZ Füssen. In den bisherigen 4 Begegnungen gewann jede Mannschaft zweimal. Die Gäste haben als Tabellensechster mit den Play-Off nichts mehr zu tun, überraschten am Sonntag sehr mit einem 7:4 Auswärtssieg beim Nord-Ersten Hannover, das noch im zweiten Abschnitt mit 4:2 geführt hatte. Vorsicht sowohl hier zuhause als auch noch am allerletzten Spieltag in Grafing am 5. April ist angesagt. Am Sonntag geht es dann zur Überraschungsmannschaft des Jahres EC Peiting. Anpfiff ist um 18.00 Uhr. In den bisherigen 5 Begegnungen konnte der EVF nur einen einzigen Punkt gegen den Tabellenersten holen und den in Peiting, als man dort überraschend gar mit 4:1 führte und dann doch noch im Penalty-Schiessen verlor. Um evtl. doch noch einen vorderen Platz unter den ersten Vier zu erreichen, ist dort ebenso wie am Freitag ein Erfolg vonnöten. Junioren und Jugend auf Meisterkurs: Die Junioren bezwangen jeweils zuhause am Samstag Essen mit 6:3 und am Sonntag Bad Nauheim mit 6:1. Damit haben sie ihre bisherigen drei Spiele gewonnen und führen die Tabelle an. Am Samstag fahren die Junioren nach Kaufbeuren zum Rückspiel. Das Hinspiel ging klar an Füssen. Die Jugend gewann am Samstag in Berlin 5:0 und am Sonntag in Bad Nauheim 2:1, wobei das Siegtor erst 4 Sekunden vor Spielende erzielt wurde. Auch die Jugend führt die Tabelle an. Sie empfangen am Samstag, 14.03. um 16.30 Uhr Preussen Berlin und am Sonntag um 11.30 Uhr Bad Nauheim zu den Rückspielen im BLZ und hoffen auf ebenso viele Zuschauer, wie sie die Junioren in ihren Spielen hatten. Der Eintritt kostet ebenfalls 3 Euro für Erwachsene und 1 Euro für Kinder und Jugendliche.

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