Experten raten zur Belebung der östlichen Altstadt

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Die Drehergasse am Freitagmittag. Während in der Reichenstraße das Leben pulsiert, herrscht ihr Leere.

Füssen – Nicht nur der Einzelhandel in der Innenstadt muss gestärkt werden, um die Füssener Altstadt fit für die Zukunft zu machen. Auch baulich sollte sich vor allem in den Gassen parallel zur Reichenstraße etwas tun. 

Insbesondere in der Floßergasse mit ihrem Lechufer schlummert nach Überzeugung von Dr. Markus Hilpert noch einiges an Potenzial, wie er vergangene Woche in der Sitzung des Stadtrates erläuterte. Anlass war die Vorstellung der Untersuchung „Innenstädte im ländlichen Raum – Perspektiven und Handlungsempfehlungen für das Ortszentrum Füssen“.

Entstanden ist diese Untersuchung, wie bereits mehrfach berichtet, in enger Zusammenarbeit zwischen Stadt Kempten, IHK, Hochschule Kempten und Uni Augsburg. Im Kern geht es darum, wie die Füssener Innenstadt in ihrer Gesamtheit fit für die Zukunft gemacht werden kann. Dabei geht es nicht nur um die Stärkung des Einzelhandels (der Kreisbote berichtete am Samstag), sondern eine Attraktivierung des gesamten Altstadtareals. 

Denn, so haben es die beiden Experten Hilpert und Prof. Alfred Bauer von der Kemptener Hochschule zusammen mit ihren Studenten herausgefunden, hier herrscht vor allem während der Hauptsaison im Sommer eine gravierende Ungleichheit der Besucherströme. Während sich etwa im Juli bis zu 15.000 Menschen am Tag vor allem durch die Reichenstraße drängen, herrscht nur einige Meter weiter in der Drehergasse oder Hinteren Gasse oft gähnende Leere. Denn während an einem solchen Julitag im Schnitt 1143 Menschen pro Stunde die Reichenstraße passieren, wurden in der Drehergasse im gleichen Zeitraum nur 135 Passanten gezählt. 

Daher plädierte Hilpert dafür, Gegenden wie die Drehergasse als „Gebiete mit besonderem Entwicklungsbedarf“ festzulegen. Das Ziel müsse sein, die Attraktivität der Drehergasse für Anwohner, Gewerbeansiedlung und Besucher zu erhöhen, um die Besucherströme zu entzerren und die Reichenstraße zu entlasten. Das könne aber aufgrund der Eigentumsverhältnisse nur im Dialog mit den Hausbesitzern geschehen. 

Gleiches gelte prinzipiell für die Hintere Gasse. Belebt werden müsse laut Untersuchung auch die Floßergasse. Da sich Menschen gerne am Wasser niederlassen, gebe es dort durch die unmittelbare Nähe zum Lech großes Potenzial. „Die Belebung der Floßergasse und die Etablierung einer Promenade mit Außengastronomie in Wasserlage hätte Synergieeffekte für die gesamte östliche Innenstadt und würde eine Entzerrung des Kunden-und Touristenstroms aus der Kern-City nach sich ziehen“, erklärte Hilpert. 

Kultur wird wichtiger 

Ein „gewaltiges Potenzial“ haben Hilpert und seine Studenten auch in den „Kreativen“ der Stadt und des Umlandes ausgemacht. Dazu zählt er Künstler und andere Kulturschaffende. Das kulturelle Umfeld einer Stadt werde als standort- und Wirtschaftsfaktor zunehmend wichtiger, erläuterte er den Stadträten. Das Ziel müsse daher sein, die „Kreativen“ zu unterstützen , um das kulturelle Potential zu bündeln und zu fördern. 

Weiterentwickelt könnten diese Ideen genau wie die künftige Ausrichtung des innerstädtischen Handels in dem geplanten „Forum Füssen Innenstadt“ (FIF). Dort sollen, wie bereits in der Samstag-Ausgabe des Kreisbote berichtet, sämtliche Akteure der Innenstadt wie Werbegemeinschaft, BdS, Gastronomie, Stadtverwaltung, Immobilienbesitzer, Händler und andere an einen Tisch gebracht werden. Die Koordination könnte demnach ein „City-Manager“ übernehmen.

mm

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