Kurpark und Grünanlagen in Schwangau sollen allergikerfreundlich werden

Der nächste Schritt

+
Projektleiterin Anja Bode schult die zuständigen Mitarbeiter der Gemeinde.

Schwangau – Seit einem Jahr ist die Gemeinde Schwangau als erste allergikerfreundliche Kommune im Ostallgäu zertifiziert und hat so das gesundheitstouristische Angebot des Heilklimatischen Kurortes gestärkt.

Nun geht Schwangau noch einen deutlichen Schritt weiter: „Auch bei der Gestaltung unseres Kurparks und der weiteren öffentlichen Grünanlagen werden wir künftig verstärkt auf Allergikerfreundlichkeit achten“, kündigt Bürgermeister Stefan Rinke an. Dazu fand nun eine Fachschulung der für die Pflege des öffentlichen Grüns zuständigen Mitarbeiter der Kommune durch den Bayerischen Heilbäderverband e.V. (BHV) statt. 

Anja Bode, Projektleiterin Allergikerfreundliche Kommune beim BHV, zeigte praktische Wege auf, wie die Pollenbelastung durch Bepflanzung und Pflege vermindert werden kann: „Fast immer gibt es für pollentragende Baum- und Pflanzenarten wie Birken oder Erlen Alternativen, die weniger häufig allergische Beschwerden hervorrufen.“ 

Von großer Bedeutung für Allergiker sei die Ambrosiapflanze, auch Beifußblättriges Traubenkraut genannt. Diese Pflanze habe keine natürlichen Feinde und breite sich in Bayern immer mehr aus. „Ihr Allergiepotential ist um ein Vielfaches höher als bei allen anderen pollenproduzierenden Pflanzen“, erläuterte Bode und zeigte den Gemeindemitarbeitern, wie der Gefahr zu begegnen ist. Der Ambrosia-Bekämpfung in Bayern hat sich auch das Gesundheitsministerium angenommen und beteiligt sich mit einem Aktionsprogramm gegen die Ausbreitung dieser Pflanzenart. 

Viele Betroffene

Fast ein Drittel der Bevölkerung in Deutschland leidet an einer Pollenallergie. Beschwerden wie Niesreiz, tränende Augen oder Asthmaanfälle sind die Folge. Die Berücksichtigung allergikerfreundlicher Gesichtspunkte bei der Gestaltung und Pflege des öffentlichen Grüns kann aber dazu führen, den Aufenthalt an der frischen Luft für Gäste und Einwohner mit Allergien angenehmer zu gestalten.

 Die Fachschulung in Schwangau sei Teil der Qualitätsoffensive „Allergikerfreundliche Kommune“ des BHV, der Heilbäder und Kurorte in Bayern mit einem Serviceangebot unterstützt, sich allergikerfreundlich auszurichten (der Kreisbote berichtete). Neben den zertifiziert allergikerfreundlichen Unterkünften, gastronomischen Betrieben und Einzelhandelsgeschäften, die die „Allergikerfreundliche Kommune“ bilden und das Siegel der Europäischen Stiftung für Allergieforschung (ECARF) tragen, werden in Schwangau regelmäßig Fachvorträge und Schulungen innerhalb des Themengebietes angeboten.

 „Der thematische Ausbau über die für den Tourismus wichtige betriebliche Ebene hinaus, hin zur richtigen Bepflanzung der Grünanlagen zeigt, dass Schwangau auf Nachhaltigkeit setzt und das Projekt einen qualitativ hohen Stellenwert in der Gemeinde einnimmt“, fasste Schwangaus Tourismusdirektorin Petra Köpf zusammen. Die Kommune trage mit diesen und weiteren Maßnahmen dazu bei, nicht nur Allergikern zu helfen, ihren Alltag und Urlaub beschwerdefreier zu verleben, sondern die Bevölkerung nachhaltig zu sensibilisieren, um vermehrt auf die Natur und ihre Besonderheiten zu achten.

kb

Auch interessant

Meistgelesen

Vom Produzent zum Direktor
Vom Produzent zum Direktor
Mann rastete aus und verwüstet Bar
Mann rastete aus und verwüstet Bar
"Wir wollen Frauen Mut machen"
"Wir wollen Frauen Mut machen"
Stadtverwaltung im Tiefschlaf?
Stadtverwaltung im Tiefschlaf?

Kommentare