Die "Freunde König Ludwig II." erinnern mit Vorträgen und Gottesdiensten an den Märchenkönig

Charakteranalyse zum Thronjubiläum

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Ludwig im Blick: Erich Adami schilderte „Die letzten Tage des Königs von Bayern“.

Schwangau – 150 Jahre nach der Thronbesteigung König Ludwigs II. von Bayern trafen sich seine Anhänger jetzt zum 13. Mal in Schwangau, um an den 1886 verstorbenen Wittelsbacherspross zu erinnern.

Dabei beschäftigten sich die „Freunde König Ludwig II.“ aber nicht nur in Vorträgen und Gottesdiensten mit dem Märchenkönig, sondern auch mit seiner Tante, Kaiserin Elisabeth von Österreich, und seinem Arzt Dr. Bernhard von Gudden. 

So stand der erste Abend ganz im Zeichen des Referats „Kaiserin Elisabeth von Österreich – die Möwe am Wiener Hof“ von Fabian Spring. Mit viel Detailwissen und großer Sachkenntnis zeichnete Spring in seinen Ausführungen ein Bild der Elisabeth von Bayern, das einigen Zuhörern bis dato möglicherweise nicht bekannt war. 

Die Tochter des Herzogs Max sowie der Herzogin Ludovika in Bayern wurde laut Spring vor allem durch die „Sissi-Filme“ des vergangenen Jahrhunderts populär. Doch anders als im Film sei sie laut Spring „wohl sehr narzisstisch“ und „schwer depressiv“ gewesen, womit er vermutlich manchem Besucher auf den Schlips trat. 

Gleichzeitig schilderte Spring Sisi zwar als Demokratin, die ihrer Mutterrolle aber ebenso wenig gewachsen gewesen sei, wie sie ihren ersten Kindern kaum Sympathien entgegengebracht habe. Diese hegte sie allerdings für das ungarische Volk, dessen Unabhängigkeitsbestrebungen von Österreich sie unterstützt hatte. 

Meister der Selbstinszenierung 

Die vermutlich weithin bekannte Seelenverwandtschaft Sisis zu Ludwig II. unterstrich Spring mit deren Gemeinsamkeiten. Demnach seien beide „Meister der Selbstinszenierung“ und Anhänger von „Antimilitarismus“ gewesen, wie sie einen großen „Bildungseifer“ gehabt und sich immer wieder „in Traumwelten“ geflüchtet hätten. Erich Adami rückte zwei Tage später wieder König Ludwig II. in den Vordergrund. Der Autor mehrerer Ludwig-Bücher ließ dabei kaum ein gutes Haar an dem damals als „Irrenarzt“ bezeichneten Psychiater Dr. von Gudden. Die Königsfreunde hatten sich einen Tag vorher in einer Ausstellung im Kloster Benediktbeuren, einem Vortrag und einer Diskussion näher mit dem Psychiater befasst. 

Zwar waren Adamis ausführliche, jedoch zumeist von einem Manuskript vorgelesenen Darstellungen über die letzten Tage des Königs von Bayern rein sprachlich nicht so gut verständlich wie Springs Überlegungen zu Sisi, allerdings zeichneten sie sich durch eine noch größere, teilweise akribisch detaillierte Faktenfülle aus. Adamis umfangreiche Ausbreitung dürfte es aber nicht nur dem Autor dieser Zeilen schwierig gemacht haben, den Ausführungen zu folgen. 

Adami betonte schließlich, dass König Ludwig „zwar verschwenderisch und egozentrisch, aber nicht verrückt“ gewesen sei. Zudem legte er den Schluss nahe, dass der bayerische Monarch umgebracht worden sei, auch wenn Adami am Ende zugab: „Ich kann nicht beweisen, ob er ermordet wurde.“

lex

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