Keine Toleranz der Intoleranz

KJR Ostallgäu sagt dem "Hass" im Internet den Kampf an

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Die Jugendlichen im Ostallgäu wollen den diffamierenden und menschenfeindlichen Darstellungen in Wort und Bild im Internet entgegentreten.

Landkreis – Vergangen Woche traf sich der Kreisjugendring Ostallgäu zu seiner Frühjahrsversammlung im Gemeindehaus in Biesenhofen. Neben den Delegierten der 22 organisatorisch unabhängigen Mitgliedsverbände folgten auch Vertreter von Politik und Verwaltung der Einladung.

Als unverzichtbare Multiplikatoren in der Jugendarbeit fühlen sich die Entsandten und der Dachverband den demokratischen und umweltschützenden Werten verpflichtet. Dementsprechend orientiert sich sowohl das Jahresprogramm als auch die Themenschwerpunkte des Abends auf damit verbundene Themen. Das Hauptaugenmerk der Delegierten lag auf einem Referat, in dem Katharina Gmeinwieser von der Medienfachberatung Schwaben sich auf das Thema „Hate-Speech“ – insbesondere im Internet – konzentrierte. 

Die Fachreferentin sprach Klartext: Da auch das Internet kein rechtsfreier Raum anbiete, würden die beleidigenden, diffamierenden und menschenfeindlichen Darstellungen in Wort und Bild besonders in den sozialen Netzwerken vielfach einen strafbaren Tatbestand darstellen. Die scheinbare Anonymität, politischer und weltanschaulicher Extremismus und eine teilweise ungeklärte Rechtssituation würden den eskalierenden Enthemmungseffekt und die von „Hass“ geprägten Darstellungen begründen, die weder eine Grenze vor der Würde des Einzelnen noch vor der Integrität ganzer Gruppen kenne. 

Beispielsweise würden laut Gmeinwieser politisch Andersdenkende, Migranten, religiöse Glaubensgemeinschaften oder Homosexuelle stetig wiederkehrende Zielscheibe völlig unsachlicher und verletzender Hasstiraden. Hier stünden die Verantwortung auch an die Jugendverbände, direkt oder indirekt betroffene Jugendliche vermehrt aufzuklären, wie sie sich gegen diese Entwicklung wirkungsvoll wehren können, so die Expertin.

Da die fragwürdigen Darstellungen oft hinter scheinbar pseudo-sachlichen Erklärungen verborgen seien, gelte es, die rassistischen, antisemitischen und sexistischen Hintergründe bewusst zu machen. Beraten und helfen können Plattformen wie „Jugendschutz.net“, „Jugend.support“ und „respect!“, resümiert Gmeinwieser. Andrea Hoffmeister stellte für die Naturschutzjugend das Projekt „Waldwichtel“ Füssen/Roßhaupten vorstellte. Demnach sollen Kinder bis zur ersten Klasse durch kreativ-einfühlsame Methoden Spaß finden, die Natur selbst direkt zu entdecken und die Artenvielfalt schätzen und schützen lernen. Ein engagiertes Konzept, das zum Nachahmen einlädt.

 Politische Sensibilisierung

 Der Jahresrückblick belegte die Vielfalt der Kinder und Jugendarbeit. Mit Erfolg ist der Kreisjugendring Träger eines Freizeit- und Tagungshaus in Eschers bei Obergünzburg, eines Wald- und Wiesen-Spielplatzes im gleichen Ort, eines Jugendzeltplatzes in Rettenbach am Auerberg und nicht zuletzt des Jugendtreffs in Obergünzburg. Erwähnung fanden auch die Marktoberdorfer Ferienfreizeit, die Fachstelle „Verein(t) Aktiv“ sowie die Projektstelle „What´s up“, die sich für die politische Sensibilisierung der Heranwachsenden stark mache. 

Vorstand entlastet

Die Bildungsmaßnahmen sowohl für Multiplikatoren als auch für die Jugendlichen zielen auf die erwähnte demokratische Wertebildung. Der Dachverband engagierte sich deshalb auch sehr für die U18-Eurowahl, die am vergangenen Freitag stattfand. Zum Abschluss sprachen sich die 35 Stimmberechtigten mit einer Enthaltung für die Entlastung des Vorstandes aus, nachdem Geschäftsführer Erich Nieberle den ausgeglichenen Jahreshaushalt 2018 erläutert hatte, der sich auf rund 900.000 Euro belief.

Einen großen Teil nahmen die Trägerschaften im offenen und gebundenen Ganztagesbereich an Schulen ein, was die Mittelschule Germaringen, die Don-Bosco-Schule Marktoberdorf, die Erich-Kästner-Schule Füssen, sowie die Mittelschule und das Gymnasium in Buchloe betraf.

sz

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