"Fairer Handel" unterstützen

Faire Schultüte: "Weltladen" startet Aktion zum Schulstart

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Renate Poth vom „Weltladen” und Vereinsvorsitzende Edith Kaiser sind zufrieden mit der Präsentation von fair gehandelten Waren für die Schultüte zur Kunden-Information.

Füssen – Wenn am Dienstag, 10. September, für die ABC-Schützen in der Region die Schule beginnt, werden die Buben und Mädchen ihre Schultüten stolz ins Klassenzimmer tragen. Für deren Inhalt sorgen mit viel Liebe Eltern und Verwandte. Zugleich können sie dabei auch etwas Gutes tun.

Darauf weist Edith Kaiser, neue erste Vorsitzende des Vereins „Eine Welt Partnerschaft” hin. Sie regt dazu an, „beim Schulstart den Fairen Handel zu unterstützen.”

Die Schultüte „fair Süßen” gehe kinderleicht, sagte Kaiser. Im Gespräch mit dem Kreisbote im „Weltladen”, wo im Schaufenster für fair gehandelte (Süß-)Waren geworben wird, unterstreicht sie ihre Bitte, mit fairen Schultüten ein Zeichen für eine gerechtere und damit auch friedlichere Welt zu setzen. Der Inhalt einer Schultüte könne aus fair gehandelten landwirtschaftlichen und handwerklichen Produkten bestehen, die die „Weltläden” anbieten. 

Kaiser erklärte: „Insbesondere die Kakaogewinnung lebt von der Kinderarbeit. Bei der Ernte der Kakaofrüchte sind regelmäßig Kinder im Einsatz. Sie können schneller auf die Bäume klettern als Erwachsene.” Familien – etwa in Afrika – können, wie wirtschaftliche Untersuchungen zeigen, kaum von ihrer gemeinsamen Arbeit leben, weil es den Lebensmittelkonzernen und Großhändlern gelingt, die Löhne zu diktieren und dadurch ganz extrem zu drücken. „Nur durch die Bezahlung von angemessenen Rohstoffpreisen kann auf die Kinderarbeit verzichtet werden”, so Kaiser mit Blick auf Lösungswege. 

In diesem Zusammenhang gebe es durchaus gute Nachrichten: „Regionale Milchverarbeitungsbetriebe kooperieren mit den Schokoladeherstellern. Dadurch ist auch eine Unterstützung der regionalen Landwirtschaft in die faire Schokolade eingeflossen.” Die Schokoladentafeln, die der faire Handel in Europa anbietet, zeichnen sich laut Kaiser durch „hohe Qualität aus und sind preiswert”. 

Doch nicht nur Süßigkeiten kommen in eine Schultüte. Auch nützliche Dinge zum Schulstart, wie beispielsweise eine Pausenbrotbox, bekommen die Schulanfänger geschenkt. In den Weltläden gibt es zudem ein großes Angebot an fair gehandelten Waren aus Handwerksbetrieben: Schulmäppchen, Schlüsselanhänger, Notizbücher, Glücksbringer und Armbänder. 

Alles im Angebot 

„Bei uns im Weltladen in der Füssener Altstadt werden leckere Naschereien und alle für den Schulstart nützlichen Dinge angeboten”, ergänzte Andrea Helmer, die Geschäftsführerin. Ihr ehrenamtliches Team hat offene Ohren für alle Fragen in Verbindung mit der „fairen Schultüte”. Vorsitzende Kaiser weist auf einen eigens dafür vorbereiteten Tisch hin, an dem Interessierte sich unverbindlich fair gehandelte Produkte anschauen können. 

Die Aktion beim Start der ABC-Schützen im Schuljahr 2019/20 ist im großen Stil angelaufen, wie im „Weltladen” zu hören ist. Die zugrunde liegende Idee soll überall bekannt werden. Durch fairen Handel der Lebensmittel und Waren soll sichergestellt werden, dass die Produktion ohne illegale Kinderarbeit erfolgt und Kinder im globalen Süden zur Schule gehen können. 

Fairer Handel besagt auch: Den Produzenten wird ein Mindestpreis für ihre Produkte garantiert, sodass sie ihren Lebensunterhalt selbst bestreiten können, ohne dass ihre Kinder sie unterstützen müssen. 

Offene Türen 

Wie Vorsitzende Kaiser weiter ausführte, sei es leicht gewesen, „die Kindergärten für unsere Idee zu begeistern. Die Tür für uns war immer offen. Wir haben Info-Plakate aufgehängt”. Die Aktion, die zum ersten Mal anläuft, tragen laut Kaiser in der Iller-Lech-Region insgesamt 32 Läden. Folglich sei ein solches Geschäft nicht schwer zu finden. „Knabbereien als Pausensnack, kleine verpackte Riegel aus Nüssen und Trockenfrüchten und andere Leckereien bieten beim Einkauf eine reichhaltige Auswahl für eine gesunde und faire Schultüte”, so Kaiser. 

Kaisers Botschaft an die Eltern und Verwandten der nächsten schulpflichtigen Generation: Der Inhalt der Schultüte kann mit Beginn des „Ernst des Lebens” das Bewusstsein für fairen Handel und dessen Notwendigkeit wecken. Schokolade, so die Vorsitzende weiter, „hat einen festen Platz in unseren Essgewohnheiten eingenommen. Die faire Schokolade hat das Potenzial nicht nur uns, sondern auch die Kakaobauern und ihre Familien glücklich zu machen”, sagte sie.

cf

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