Fairen Handel unterstützen

Uwe Kekeritz (mit Hut) ist Mitglied des Deutschen Bundestag für „Die Grünen“. Mit der Füssener Ortsgruppe informiert er am Schrannenplatz über „Fairen Handel” und Entwicklungspolitik aus der eigenen praktischen Erfahrung. Foto: Friedrich

Die Stadt Füssen könnte die 101. deutsche Kommune werden, die einer „fairen Handelskette“ ihre Unterstützung zusagt. Fällt der Stadtrat diesen Beschluss auf einen entsprechenden Antrag hin, der schon demnächst eingereicht werden soll, kommt bei Besprechungen und Sitzungen zum Beispiel Saft aus fairem Handel auf den Tisch. Das gelte dann natürlich auch „für Kaffee und Tee“, so Stadträtin Petra Schwartz (Grüne). Schwartz rührt für den „Fairen Handel“ die Werbetrommel und wird deshalb alle Fraktionen ansprechen. Die Kampagne haben die Grünen vor kurzem in der Altstadt gestartet.

„Die in der Dritten Welt lebenden Bauern werden oft mit einem Hungerlohn für ihre harte Arbeit abgespeist. Das kann sich mit dem ,Fairen Handel´ grundlegend ändern“, weiß die Stadträtin. Eine Bewerbung von Füssen für den Titel „Faire Stadt“ wäre ein ermutigendes Signal, betonte Hubert Endhardt, stellvertretender Landrat (Grüne), an einem Info-Stand am Schrannenplatz. Hier verdeutlichten die Grünen, dass Entwicklungspolitik vor der Haustür anfängt. Endhardt gehörte mit Stadträtin Schwartz und dem grünen Bundestagsabgeordneten Uwe Kekeritz, der seine Wurzeln in Oy-Mittelberg hat, zu einer grünen Gruppe, die Bürgerinnen und Bürger im Gespräch informierte, was es mit „Fairem Handel“ vor allem auch auf lokaler Ebene auf sich hat. In Füssen, wie zu hören war, hätten längst Einzelhandelsgeschäfte und Supermärkte Waren mit dem Siegel im Sortiment, das Kunden den Hinweis gibt: Hier läuft die Handelskette fair ab. „Außerdem ziehen Gastronomiebetriebe mit und richten ihre Getränkekarte daher entsprechend aus“, erklärte Schwartz. Den Info-Stand hatte auch Bürgermeister Paul Iacob (SPD) besucht, der mit Hinweis auf den ehrenamtlich geführten „Weltladen“ am Brotmarkt sagte: „Der faire Handel verdient unsere Unterstützung.“ Dass es die fair gehandelten Produkte an vielen Orten in der Stadt geben solle, „wollen wir im Herbst in einer Veranstaltung an der Realschule Füssen verdeutlichen“, kündigte Endhardt an. Gute Chancen für den Erfolg der Füssener Bewerbung für den Titel „faire Stadt“ sehen die Initiatoren schon deshalb, weil hier – so Endhardt – in den Geschäftsregalen bereits viele fair gehandelte Produkte griffbereit präsentiert werden. Bleibt die Frage: Schwenkt tatsächlich die Stadtverwaltung auf die neue Linie ein, angefangen beim Kaffeegenuss? „Derzeit gibt es 100 deutsche Kommunen, die schon fair geworden sind“, freute sich der stellvertretende Landrat Hubert Endhardt. Und diese Zahl wachse weiter.

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