Ein Leben zwischen Extremen

"Falco – Das Musical" begeistert das Publikum in Füssen

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Alexander Kerbst als Falco bei den Dreharbeiten zum Hit „Rock Me Amadeus“.

Füssen – Das Leben des Musikers Falco zusammen mit seinen größten Hits hat jetzt „Falco – Das Musical“ auf die Bühne des Ludwigs Festspielhauses in Füssen gebracht. Zwei Stunden lang zeichneten die Darsteller das Bild eines exzentrischen Musikers, der trotz großer Erfolge mit Problemen zu kämpfen hatte.

Wer war der Falke wirklich? 20 Jahre nach dem Tod von Johann „Hans“ Hölzel, wie Falco mit bürgerlichen Namen hieß, versucht „Falco – das Musical“ eine Antwort darauf zu finden und blickt dabei auf Falcos Künstlerkarriere zurück. Diese begann so richtig, als der Wiener Plattenunternehmer Markus Spiegel bei einem Konzert der Anarcho-Band „Drahiwaberl“ den Bassisten Falco entdeckte und unter Vertrag nahm. 1981 bescherte „Der Kommissar“ Falco schließlich den Durchbruch. Der Titel war weltweit der erste kommerziell erfolgreiche Rap-Song eines Weißen und erreichte nicht nur europaweit Top-Positionen, sondern auch Gold in Kanada und Platz eins in der Hitparade Guatemalas, wie Fritz Barth als Falcos Manager, augenzwinkernd anmerkte. 

Dieser führte das Publikum durch das Musical und ließ in Schlaglichtern Falcos wichtigste Karrierestadtionen Revue passieren. Von den Dreharbeiten zum Lied „Rock Me Amadeus“, Falcos größtem Hit, der ihm drei Wochen lang Platz eins in den amerikanischen Billboard-Charts und damit den internationalen Durchbruch bescherte, bis zur Entstehung seines umstrittenen Hits „Jeanny“. Weiter ging es mit Falcos Welttournee, die ihn bis Japan führte, seine Rückschläge und das Comeback mit seinem Auftritt beim Wiener Donauinselfest 1993 vor rund 150.000 Besuchern bis zum Umzug in die Dominikanische Republik und seinen Tod. 

Private Probleme 

Dabei lässt das Musical aber auch Falcos innere Zerrissenheit nicht außer Acht. Ana Conda (Alice Wittmer) und Jeanny (Nike Tiecke) stellen als Engelchen und Teufelchen Falcos helle und dunkle Seite dar. Des weiteren werden die Alkohol- und Drogenproblem des Künstlers und seine Liebe zu den Frauen thematisiert. Auch dessen Kindheit, die innige Beziehung zu seiner Mutter und der Rückschlag, als Falco erfährt, dass seine Tochter nicht sein leibliches Kind ist, kommen zur Sprache. 

All das stellt Alexander Kerbst als Falco gekonnt dar. Der Künstler schaut mit zurückgegelten Haaren, Sonnenbrille und Anzug dem Wiener Musiker nicht nur sehr ähnlich. Auch seine Gestik und Mimik passt dazu. Und nicht zuletzt überzeugt er mit Wiener Slang und seinem Gesang. 

Musikalisch glänzt zudem die Live-Band. Valentin Bröderbauer an der E-Gitarre, Florian Fuss am Saxophon, Fabian Möltner am Bass, Florian Koch am Schlagzeug und Max Tschida am Keyboard tragen Falcos größte Hits wie „Der Kommissar“, „Rock Me Amadeu“, „Jeanny“ oder „Out Of The Dark“ gekonnt vor und stellen ihr Können bei einigen Soli unter Beweis. Für eine unterhaltsame Show sorgen nicht zuletzt auch die Tänzer in ihren bunten Kostümen. 

Am Ende schien es auch den Zuschauern im fast komplett gefüllten Festspielhaus gefallen zu haben. Mit Jubelrufen, Geklatsche, Fußgetrampel und Standing Ovations zollten sie den Künstlern Anerkennung und erhielten dafür noch drei Zugaben.

Katharina Knoll

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