Aachener und Ostallgäuer Behörden kritisieren sich gegenseitig

Reisebus in Österreich wegen Corona-Verdachts gestoppt und nach Füssen zurück geschickt

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Die Polizei bewacht den aus Österreich zurück geschickten Reisebus aus Aachen.

Füssen/Reutte - Die österreichischen Behörden haben am Samstag einen Schulbus kurz nach der Grenze gestoppt und nach Deutschland zurück geschickt. Eine der Schülerin hatte zuvor Kontakte mit einem Corona-Patienten. Eine Task-Force des Gesundheitsamts Ostallgäu übernahm nach Angaben des Landratsamtes den Verdachtsfall. Mittlerweile ist klar: Das Mädchen ist nicht infiziert. Das teilte das Aachener Behörden am Sonntagabend mit.

Am Samstag hielt die österreichische Gesundheitsbehörde kurz hinter dem Grenztunnel einen Bus mit einer Schülergruppe aus Aachen auf, die auf dem Weg zu einem Skiausflug in Seefeld (Tirol) war. Nachdem sich herausstellte, dass unter den 17 bis 18-jährigen Jugendlichen eine Schülerin war, die Kontakt zu einem positiv bestätigten Coronavirus-Patienten hatte und selbst unter unspezifischen Symptomen litt, verständigte offenbar das Aachener Gesundheitsamt die österreichischen Behörden. Diese schickten den Bus daraufhin zurück nach Deutschland.

Die Polizei bewacht den aus Österreich zurück geschickten Reisebus aus Aachen.

Ab diesem Zeitpunkt wurde das Ostallgäuer Gesundheitsamt eingeschaltet und übernahm die weitere Koordinierung. Nach der Definition des Robert-Koch-Instituts war die Schülerin, die Kontakt zu einem Erkrankten hatte, als begründeter Verdachtsfall einzustufen. Das Mädchen wurde daraufhin im Krankenhaus Füssen isoliert, medizinische betreut und untersucht. Zur Abklärung des Verdachts wurde eine Probe genommen, die am Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) getestet wird. Am Sonntagabend stand schließlich fest: das Mädchen ist nicht mit dem Virus infiziert.

Vorerst keine Rückreise

Die übrigen Teilnehmer der 52 Personen umfassenden Reisegruppe konnte die Heimreise nicht mehr antreten, da zum einen der Busfahrer seine vorgeschriebenen Lenkzeiten überschritten hatte und zum anderen nach der langen Anfahrt und Wartezeit eine nochmalige sechsstündige Fahrt medizinisch nicht zu verantworten war.

 Es wurde daher kurzfristig entschieden, die Reisegruppe über Nacht in einer nahe gelegenen Turnhalle unterzubringen, die von der SEG Betreuung des BRK Pfronten innerhalb kürzester Zeit zu einer Notunterkunft ausgerüstet wurde. 

Das BRK versorgte die Reisenden auch mit einem warmen Essen und Getränken. Die Zusammenarbeit der beteiligten Behörden – Gesundheitsamt, Polizei und Hilfsorganisationen – funktionierte reibungslos und sehr schnell. Nach der notwendigen Pause konnte der Reisebus am Sonntag gegen 11.30 Uhr seine Heimreise antreten. 

Die Polizei bewacht den aus Österreich zurück geschickten Reisebus aus Aachen.

Deutliche Kritik übt das Landratsamt Ostallgäu an den Aachener Behörden: "Unverständlich und unverantwortlich ist das Verhalten des Gesundheitsamts in Aachen, das es überhaupt zuließ, dass eine Schülerin, die als Verdachtsfall einzustufen wäre, eine solche Reise mit einer Gruppe antritt", heißt es in einer Pressemitteilung. 

Kritik an Aachener Behörden

Das Aachener Gesundheitsamt zeigte sich in einer Medieninfo dagegen überrascht, dass der Bus von österreichsicher Seite zurückgeschickt und das Gesundheitsamt Ostallgäu nach den einschlägigen Vorgaben gehandelt und die Schülerin isoliert, sowie eine Untersuchung veranlasst hat. Eine Haltung die alle Beteiligten in der Marktoberdorfer Kreisbehörde vor Ort nicht nachvollziehen können, ebenso wenig, wie die in einem Statement der Aachener ausgedrückte Sorge um „die Betroffenen, die wir hier vor Ort (Aachen) sicher besser hätten betreuen können“. Die Behörden im Allgäu hätten sich diese Sorge der Aachener Kollegen bereits vor der Abreise der Schülergruppe gewünscht.

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