V-Markt darf Flächen für bestimmte Sortimente nicht vergrößern

Ausschuss bleibt hart

+
Der V-Markt in der Kemptener Straße will seine Fassade erneuern und darf das auch. Eine Erweiterung von Verkaufsflächen für bestimmte Sortimente lehnt der Bauausschuss aber ab.

Füssen – Neue Fassade ja, größere Verkaufsflächen nein.

Die Bauverwaltung der Stadt und die Immobilienverwaltung des V-Marktes werden noch einmal nach verhandeln müssen. Denn einer beantragten Erweiterung der Verkaufsflächen für sogenannte innenstadtrelevante Sortimente in der Kemptener Straße wollten die Mitglieder des Bauausschusses am Dienstag nicht zustimmen, weil sie negative Auswirkungen auf die Läden in der Innenstadt befürchten. 

Groß war die Freude in der Füssener Politik, als die Georg Jos. Kaes GmbH im Dezember 2015 ankündigte, einen neuen Baumarkt im Gewerbepark „Allgäuer Land“ bauen zu wollen, da der Platz im bestehenden Markt in der Kemptener Straße nicht mehr ausreiche. Schließlich standen neue Arbeitsplätze ebenso in Aussicht wie mehr Kunden durch das größere Angebot. 

Doch jetzt stellt diese Entwicklung die Kommunalpolitik auch vor Probleme. Denn durch die Auslagerung des Bau- und Gartensortiments sind im alten Markt in der Kemptener Straße über 2000 Quadratmeter Verkaufsfläche frei geworden. Die will der Betreiber nutzen und deshalb sein Angebot in bestimmten Warengruppen vergrößern, wie Bauamtsleiter Armin Angeringer erläuterte. 

Gleichzeitig will die Politik aber der Handel in der Innenstadt vor Konkurrenz durch große Märkte in den Außenbereichen schützen. Zwar würde in den Sparten Auto/Elektro/Spielwaren/Freizeit, Haushalt/Schreibwaren/Bücher oder Schuhe die geplanten Vergrößerungen der Verkaufsflächen mit nur wenigen Quadratmetern gering und somit unproblematisch ausfallen, erklärte Angeringer.

Auf der anderen Seite sollen aber insbesondere die Verkaufsflächen für Drogerieartikel (280 Quadratmeter/plus 59), Kleidung (543/plus 48) und die Metzgerei (56,4/plus 36,4) erheblich vergrößert werden. 

Im Gegenzug sei geplant, den Kassenbereich um rund 150 Quadratmeter und somit um fast die Hälfte zu verkleinern. 

Sowohl Landratsamt als auch Regierung von Schwaben hätten sich noch nicht abschließend dazu geäußert, so Angeringer weiter. Sollte der Ausschuss der Ausweitung der Verkaufsflächen zustimmen, müsste der Bebauungsplan „W61 – Kemptener Straße Sondergebiet“ geändert werden. Die Kosten dafür würde die Georg Jos. Kaes Gmbh übernehmen.

 Konsequent handeln

 Bei Jürgen Doser (FW) klingelten angesichts dieser Dimensionen die Alarmglocken. „Auf die Gesamtfläche gesehen, mögen das Peanuts sein“, sagte er. „Aber 30 bis 40 Quadratmeter sind in der Stadt gleich ein kompletter Laden“, warnte er und verwies auf den Bebauungsplan: „Wenn die Satzung gilt, müssen wir jetzt konsequent sein!“ Dr. Anni Derday, Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler, sprach sich ebenfalls für einen klaren und konsequenten Kurs aus: „Wir diskutieren seit 20 Jahren die Innenstadtrelevanz“, sagte sie. „Aber immer wieder werden die Vorgaben ausgehöhlt.“ 

Die SPD bewertete den Antrag ebenfalls kritisch. „Die Metzgerei kann ruhig vergrößert werden“, so Fraktionschef Lothar Schaffrath. „Bei Textil und Drogerie müsste man aber eingreifen.“ Und Magnus Peresson (UBL) erinnerte daran, dass die Behebung des Platzmangels seinerzeit das Hauptargument für den Neubau gewesen sei. Da sei es seltsam, diesen Platz nun wieder zuzustellen. „Die haben uns geködert und wir haben haben angebissen.“ 

Bürgermeister Paul Iacob (SPD) äußerte ebenfalls Zweifel: „Mir persönlich ist der Kassenbereich jetzt zu klein.“ 

Fassade wird geändert

Als Kompromiss schlug der Verwaltungschef vor, die geplante Verkleinerung des Kassenbereichs nicht zu befürworten. Denn dann sei kein automatisch Platz mehr für die beantragte Vergrößerung der fraglichen Sortimente. „Eine Verkleinerung des Kassenbereichs kommt für uns nicht in Frage!“ 

Jürgen Doser und andere Ausschussmitglieder wollten ebenfalls hart blieben. So einigte sich das Gremium auf Vorschlag von Herbert Dopfer (Füssen-Land) einstimmig auf folgendes Vorgehen: Das für den innerstädtischen Handel relevante Sortiment soll nicht erweitert werden und der Kassenbereich bleiben wie er ist.

Außerdem soll die Kaes GmbH überarbeitete Planungen für die Vergrößerungen einreichen. Leichter taten sich die Räte mit den Wünschen der Firma hinsichtlich einer Fassadenänderung. Diese soll etwas mehr Orange bekommen. „Es tut dem Gebäude gut, wenn der lange graue Riegel eine Gestaltung bekommt“, warb Angeringer für die Pläne der Mauerstettener Firma. 

Zwar kritisierte Magnus Peresson aus städtebaulicher Sicht, dass dem Entwurf der „künstlerische Anspruch“ fehle. Bei zwei Gegenstimmen von Doser und Peresson befürwortete der Ausschuss den Antrag aber ohne größere Diskussionen. „Das sind Markenfarben. Das muss man in einem Gewerbepark akzeptieren“, sagte Bürgermeister Iacob.

Matthias Matz

Auch interessant

Meistgelesen

Maler stürzt von Vordach
Maler stürzt von Vordach
Mit 55 km/h durch 30er-Zone
Mit 55 km/h durch 30er-Zone
"Wir sind zufrieden"
"Wir sind zufrieden"
Rasende Radler ausbremsen
Rasende Radler ausbremsen

Kommentare