Fast wie ein gallisches Dorf

Martin Reiter aus St. Gertraudi (Gemeinde Reith im Alpbachtal) hat anlässlich des Andreas Hofer-Gedenkjahres 2009 eine Wanderausstellung zusammengestellt, die seit Mitte Januar sehr erfolgreich durch Tirol wandert. Nun ist sie an ihrem 23. Standort, im Gebäude der Bezirkshauptmannschaft in Reutte, angekommen.

Schützen der Außerferner Bataillone Ehrenberg und Lechtal waren bei der Ausstellungseröffnung vor Ort, als Bataillonskommandant Wolfram Vindl die Gäste begrüßte. Auch Initiator Martin Reiter war angereist und erklärte seine Beweggründe für die Zusammenstellung dieser Exponate. Die Ausstellung umfasst insgesamt 17 Vitrinen und rund 30 große Schautafeln. Die führen thematisch ab dem 16. Jahrhundert und den Besonderheiten der so genannten „Tiroler Nation“ über die napoleonischen Kriege und natürlich das Tiroler Schicksalsjahr 1809 bis zum Jahr 2009. Sie widmet sich im Speziellen dem Mythos von 1809 sowie dessen bis heute anhaltender Vermarktung. In der Ausstellung gibt es deshalb auch zahlreiche bisher noch nie gezeigte Dokumente und Objekte sowie Souvenirs und Werbemittel, die in unmittelbarem Zusammenhang mit Tirol 1809 und Andreas Hofer stehen, zu sehen. Etwa eine schon 1820 in London erschienene Hofer- Biografie, ein Hofer-Comic aus dem Jahr 1959, Zinnfiguren mit den Helden von 1809 und andere. Es wird aber auch aufgezeigt, dass vor allem das Ausland viel zum Mythos beigetragen hat. Es waren hauptsächlich antinapoleonische Staaten wie England, die den Hofer- beziehungsweise Tirol-Mythos besonders förderten. Reiter verglich die Situation mit dem Asterix-Comic in dem sich das kleine gallische Dorf gegen den mächtigen Cäsar auflehnt und damit in den Mittelpunkt rückt. Denn auch Tirol war eigentlich ein Nebenschauplatz der napoleonischen Kriege, aber es war eben genau dieses kleine Bergvolk mit seinem Anführer Hofer, das sich als erstes dem mächtigen Napoleon entgegensetzte und ihn sogar dreimal erfolgreich besiegte. Reise in Hofers Zeit Kurios ist die Gegenüberstellung von Gebrauchsgegenständen der Jahre 1809 und 2009: ein antikes Bügeleisen neben einem Dampfbügeleisen von 2009, ein historischer Augenzwicker neben einer modernen Designerbrille, eine Schnupftabakdose aus Kuhhorn neben einer Plastikdose made 2009 in Bayern oder 200 Jahre alte Spielkarten neben solchen unserer Zeit. Dadurch wird den Betrachtern die Entwicklung von 1809 bis 2009 anschaulich vor Augen geführt. Die Ausstellung in der Bezirkshauptmannschaft kann bis 23. Oktober jeweils von Montag bis Freitag von 7.30 bis 16.30 Uhr sowie Samstag und Sonntag von 10 bis 16 Uhr besichtigt werden. ed

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