"Es fehlen aktuelle Zahlen"

Zäh fließt der Verkehr auf der Sebastianstraße, der B17, in Richtung Schwangau. Ob und wie man das Problem mit einer Umfahrung lösen kann, ist am kommenden Montagabend Thema im Schlossbrauhaus. Foto: Knoll

Die B310 bis jenseits des Forggensees verlängern, so dass sie den Verkehr von der B16 zur B17 aus der Füssener Innenstadt leitet. Das will die Stadt Füssen. Im Alleingang kann sie das jedoch nicht, denn auch die Gemeinde Schwangau betrifft das Problem. Hier regt sich jetzt Widerstand aus der Bevölkerung. Eine Interessengemeinschaft will verhindern, dass die Umgehung auf Schwangauer Grund realisiert wird.

Vor allem ärgere man sich in Schwangau, so Dr. Michael Krehl, Sprecher der IG, dass jeder noch so wenig durchdachte Vorschlag von der Presse aufgenommen und präsentiert werde. So scheidet beispielsweise die Tunnellösung aufgrund der Finanzierung schon von vornherein aus. Aber auch eine Brücke über den See verlagere das Problem nur. Denn was alle Vorschläge aktuell unberücksichtigt lassen, ist die Frage nach dem Ziel. Nicht alle Fahrzeuge strebten zu den Schlössern hin, so Krehl. Am vergangenen Wochenende konnte man dies wieder einmal beobachten, als die Urlauber, auf dem Weg in den Süden die Autobahn am Grenztunnel verließen, um dem dort herrschenden Stau zu umgehen. Und dabei eben über die Augsburger Straße und die Ziegelwies ihren Weg suchten. Aus Sicht Krehls und der Interessensgemeinschaft liegt hier das Hauptproblem – es fehlen aktuelle Zahlen über den Verkehr. Vor allem auch eine Analyse über die Verkehrsströme. Und warum hat man in Füssen etwa die Verlegung des Fußgängerverkehrs, auf Höhe der Sparkasse oder beim Luitpoldpark, in den Untergrund nicht realisiert. Das hatten Verkehrsexperten der Stadt schon vor mehr als 30 Jahren vorgeschlagen. Die nun gegründete Schwangauer IG hat aber zunächst eines im Sinn, nämlich die Schwangauer Bürger umfassend über das Thema zu informieren. Schließlich wolle ja auch die Füssener Seite eine Befragung der Schwangauer vornehmen – mit dem Hintergedanken, so fürchten Krehl und seine Mitstreiter, dass diese Befragung ergeben könnte, dass auch die Schwangauer des Verkehrs auf der B17 überdrüssig seien. Dann könnte man bei der Neuregelung des Bundesfernstraßenplans die Priorität für eine Umgehung Füssen auf Schwangauer Flur weiter hochhalten. Am kommenden Montag, 30. Januar, um 19.30 Uhr haben beide Kommunen zur Info-Veranstaltung ins Schlossbrauhaus Schwangau, das ehemalige Kurhaus, geladen. Einen Bericht darüber Lesen Sie im kommenden KREISBOTE am Samstag, da die Veranstaltung erst nach dem Redaktionsschluss unserer Mittwochsausgabe stattfindet.

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