Männergesangsverein Reutte übergibt seine Vereinsfahne als Dauerleihgabe dem "Grünen Haus"

Museum erhält 170 Jahre alte Fahne

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Bürgermeister Luis Oberer (v.l.) enthüllt im Beisein von Museumsvorstand Ernst Hornstein und Chorleiter Peter Kurz die zweitälteste, aus dem Jahr 1844 stammende Fahne der Marktgemeinde Reutte.

Reutte – Um ein weiteres Kleinod aus der bewegten Reuttener Geschichte ist das „Grüne Haus“, das Museum der Marktgemeinde, reicher.

Der Männergesangsverein Reutte (MGV) hat seine alte Vereinsfahne als Dauerleihgabe dem Museum anvertraut. Rücken an Rücken mit der ältesten Fahne von Reutte, die der Schützengilde, ist das zweitälteste Relikt dieser Art nun in einem Schaukasten im zweiten Stock zu sehen. 

Die Fahne wurde 1844 von Reuttener Bürgersfrauen für den Männergesangsverein angefertigt und von diesem seither in Ehren gehalten und aufwändig restauriert worden. Zusammen mit der Fahne wird noch zusätzlich dazu eine alte Fähnrichs-Uniform des Männergesangsvereins ausgestellt. Ihren letzten öffentlichen Auftritt hatte das schlichte Banner im Juni 1989 anlässlich des 500-jährigen Bestehens von Reutte. 

In einem feierlichen Akt – von den Sangesbrüdern musikalisch umrahmt – fand die Fahne ihren Ehrenplatz. „Museumschef“ Ernst Hornstein, Bürgermeister Alois Oberer und MGV-Obmann Thomas Sturm waren sich bei der Übergabe einig, die Fahne hat den ihr gebührenden Platz gefunden. Sturm: „Heimatlied und Instrumentalmusik fanden in Reutte von altersher eine gute Pflegestätte. 

Schon frühzeitig schlossen sich kleine Gruppen von Sängern und Instrumentalisten zusammen, um gesellige Veranstaltungen mit Volksmusik aufzuheitern oder kirchliche und weltliche Feste durch Gesang und feierliche Klänge zu bereichern.“ 

Die Vereinschronik erzähle, so Sturm weiter, „dass bereits um 1840 in Reutte eine Sängergemeinschaft unter dem Namen ,Gesangsverein von Reutte’ bestand und das Volkslied pflegte.“ Im Jahre 1844 hätten Reuttener Bürgersfrauen dem Verein diese schmucke Fahne angefertigt. Um das Jahr 1860 herum nannte sich die Reuttener Sängerrunde schließlich „Liedertafel Reutte“, die eine rege musikalische Arbeit entfaltete und eine besondere Freundschaft mit dem Nachbarverein aus Imst unterhielt. 

Auch das Motto des Männergesangsvereines Reutte „Ehrenberg, du schönes Wort, ertön´ im Liede fort und fort!“ stammt aus dieser Zeit. Tief in das Vereinsleben eingegriffen haben die beiden Weltkriege. Im Jahre 1947 nahm der Verein unter dem Namen „Liederkranz Reutte“ seine Tätigkeit wieder auf. Dank des selbstlosen Einsatzes des Ehrenmitgliedes Karl Heinrich sei es gelungen, das beschlagnahmte Eigentum von der Besatzungsmacht frei zu bekommen und nach Reutte zurückzuführen. 

Mit Genehmigung der Sicherheitsdirektion für Tirol vom 8. April 1952 durfte der Verein schließlich wieder seinen Namen „Männergesangsverein Reutte“ führen. Obmannstellvertreter und Fähnrich Klaus Eberle war mit viel Einsatz für die Restaurierung der aktuellen Fahne zuständig und betrieb auch die „Rettung“ des altehrwürdigen Stücks, das sich nun nahtlos in den Reigen der historischen Erinnerungsstücke im Reuttener Museum einfügt.

niko

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