Für die Instandsetzung von Schloss Bullachberg erhält von Elmenau den Denkmalpreis der Hypo-Kulturstiftung

"Unbezahlbarer Beitrag" fürs kulturelle Erbe

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Bei der Preisübergabe: Dr. Wolfgang Sprißler, Vorsitzender des Kuratoriums der Hypo-Kulturstiftung (v.l.), Oliver Kasparek, Geschäftsführer der Hypo-Kulturstiftung, Elisabeth von Elmenau, Prof. Dr. Uta Hassler, Vorsitzende der Jury Denkmalpreis, und Staatsminister Dr. Ludwig Spaenle.

München/Schwangau – Für die Renovierung und Instandsetzung von Schloss Bullachberg hat Elisabeth von Elmenau vergangene Woche den Denkmalpreis der Hypo-Kulturstiftung 2017 erhalten.

Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle bezeichnete den Preis bei der Verleihung als den „Nobelpreis der bayerischen Denkmalpflege“. Mit dem mit 20.000 Euro dotierten Denkmalpreis der Hypo-Kulturstiftung soll vorbildliches konservatorisches Engagement ausgezeichnet werden. 

Die Jury unter dem Vorsitz von Prof. Dr.-Ing. Uta Hassler hat aus 50 Objekten die beiden Preisträger ausgewählt. „In diesem Jahr waren besonders Objekte beeindruckend, die sich durch langjähriges Engagement der Eigentümer und pflegerische Konzepte auszeichnen – in beiden wurde auf Ertragsmaximierung durch Vermarktung verzichtet.“ 

Hassler weiter: „Dank gebührt allen, die sich mit großem Einsatz für das Kulturgut engagieren!“ 

Neben Schloss Bullachberg erhielt auch die Stromer'sche Kulturgut-, Denkmal- und Naturstiftung, vertreten durch Rotraut von Stromer-Baumbauer für die Renovierung der Burg Grünsberg im Landkreis Nürnberger Land einen Preis. Bullachberg sei ein herausragendes Beispiel dafür, dass das Engagement eines Einzelnen ein Baudenkmal retten kann, lobte Kultusminister Spaenle die Arbeiten von Elisabeth von Elmenau.#

Behutsam ließ Elisabeth von Elmenau das Schloss Bullachberg im Schwangauer Ortsteil Alterschrofen instandsetzen. Für ihr Engagement wurde sie jetzt mit dem Denkmalpreis der HypoKulturstiftung 2017 ausgezeichnet.

„Gleichzeitig macht es deutlich, wie wichtig konservatorisches Handeln nicht nur für ein Gebäude, sondern für eine ganze Denkmallandschaft sein kann“, so der Minister weiter. Früher ein Sommersitz Der Bau Bullachberg entstand 1904 nach den Plänen des Architekten und Hofbaurates Eugen Drollinger, dem letzten Baumeister König Ludwigs II. Er diente als Sommersitz für den Münchner Unternehmer Emil Papenhagen, der die Villa bis in die 1920er Jahre nutzte, und ab 1927 für Rafael Prinz von Thurn und Taxis.

Seit den 1990er Jahren stand der Bau dann leer und der fehlende Bauunterhalt führte zu ersten Schäden. In den Folgejahren wurde das Wohnhaus zum Spekulationsobjekt. Ein Golfclub stand zur Debatte, und für ein Luxushotel wurde bereits das Baurecht erteilt.

2012 erwarb schließlich Elisabeth von Elmenau das Schloss mit Nebengebäuden und dazugehörigem Land: Sie wohnt dort und führt eine ökologische Landwirtschaft. Heute steht das Haus offen für Feriengäste und kulturelle Veranstaltungen. 

Substanz erhalten

Die historische Bausubstanz ist mit großen Teilen der Ausstattung erhalten. Bei der Restaurierung blieb die Raumdisposition unverändert, Restaurierungs- und Pflegearbeiten wurden behutsam ausgeführt. Elisabeth von Elmenau nutzt das Gebäude im ursprünglichen Sinn und habe sämtliche Kosten ohne öffentliche Fördergelder selbst getragen. Einzigartig sei die außergewöhnliche landschaftsräumliche Situation: Der Bullachberg liegt im Schwangauer Ortsteil Alterschrofen als kegelstumpfartige Erhebung unmittelbar nördlich von Schloss Neuschwanstein. 

Von hier bietet sich ein faszinierender Blick auf die Kette der Allgäuer Alpen mit den beiden Königsschlössern Neuschwanstein und Hohenschwangau. „Der Erhalt eines Baudenkmals ist für die Besitzer nicht nur finanziell aufwändig, er kostet auch Zeit und Kraft. Dieser Einsatz privater Eigentümer ist für die Denkmalpflege von großer Bedeutung“, sagte Minister Spaenle. 

Mit dem Entschädigungsfonds Bayern gebe es aber ein geeignetes Instrument, um die Sanierung von Baudenkmälern zu unterstützen. „Die Auszeichnung mit dem Denkmalpreis der Hypo-Kulturstiftung soll Anerkennung und Dank sein für ihren unbezahlbaren Beitrag zum Erhalt unseres kulturellen Erbes und unserer Identität“, sagte Spaenle bei der feierlichen Verleihung. 

Freude bei Rinke

Eine Schwangauer Delegation begleitete die Hausherrin von Bullachberg zur festlichen Preisverleihung. „Wir gratulieren Elisabeth von Elmenau sehr herzlich zu dieser hohen Auszeichnung“, freute sich Schwangaus Bürgermeister Stefan Rinke. „Denkmalpflege ist auch Heimatpflege. Bullachberg gehört zu Schwangau wie die Schlösser“, so Rinke weiter. Mit der behutsamen Instandsetzung und viel Gefühl für den besonderen Ort habe Elisabeth von Elmenau ein wichtigen Teil der Schwangauer Identität bewahrt. „Der Bullachberg wird sein historisches Antlitz behalten und zwar nachhaltig“, sagte Rinke. Öko-Landwirtschaft und Hoftheater würden das bauliche Ensemble erlebbar und lebendig machen. „Wir sind glücklich und stolz mit Elisabeth von Elmenau eine so engagierte und heimatverbundene Mitbürgerin in unseren Reihen zu haben“, sagte der Schwangauer Rathauschef.

kb/mm

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