Kammermusikfestival "vielsaitig": Artenschutz im Geigenbau

Fachmann referiert über gefährdete Hölzer und Alternativen im Geigenbau

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Dr. Oliver Kläusler stellt im Colloquium eine Alternative für gefährdete Hölzer im Instrumentenbau vor.

Füssen – Beim „Treffpunkt Geigenbau“ hat Dr. Oliver Kläusler aus Zürich jetzt unter anderem über das „Washingtoner Artenschutzübereinkommen CITES und dessen Auswirkungen auf den Bau und den Handel von Musikinstrumenten“ gesprochen.

Mit dem Referat zu „Sonowood im Musikinstrumentenbau“ zeigte Kläusler eine Alternative zum Einsatz von gefährdeten Hölzern auf.

Es ist Tradition beim Festival „vielsaitig“, dass neben den zahlreichen Konzerten und verschiedenen Meisterkursen auch Vorträge zum Programm gehören.

Selbst Holztechnologe, erläuterte Kläusler im ersten Teil seines Vortrags das Übereinkommen CITES (Anm. d. Red.: Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora) über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen. Auf Deutsch wird das Übereinkommen als das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (WA) bezeichnet, dem sich weltweit 183 Staaten angeschlossen haben. Es ist kein Wirtschaftsübereinkommen, sondern dient dem Schutz von Tieren und Pflanzen. „Um Biodiversität zu stärken“, wie Kläusler sagte. 

Ungefähr 24.000 Pflanzen- und mehr als 5000 Tierarten sind in CITES gelistet. Das Abkommen macht aber die Sache nicht nur für Instrumentenhersteller und –händler, sondern auch für Musiker kompliziert. Die sollten zum Beispiel bei einer Konzertreise ins außereuropäische Ausland darauf achten, dass Instrumente den jeweiligen Schutzbestimmungen entsprechen, unterstrich Kläusler. Sonst könne es etwa sein, dass der Zoll sogar einzelne Teile einer Geige konfisziert, in denen tropische Ebenhölzer verarbeitet sind. 

Heimische Holzarten verdichten 

Mehrere Geigenbauer und Fachleute aus der Region befanden sich in dem überschaubaren Kreis der Besucher im Colloquium des ehemaligen Kloster St. Mang. Sie sind schon länger mit diesem Problem konfrontiert und müssen genau prüfen, welches Material sie zur Herstellung ihrer wertvollen Violinen, Violas und Violoncellos benutzen. 

Der zweite Teil des Vortrags handelte vom sogenannten Sonowood der Firma Swiss Wood Solutions, deren Geschäftsführer Kläusler ist. Er erläuterte die Herstellung von Sonowood und wie es als Alternative zu tropischen Ebenhölzern dienen soll. Darunter, so informierte Oliver Kläusler, sind „modifizierte, nämlich verdichtete heimische Holzarten“ zu verstehen, die in Bezug auf ihre klanglichen und stabilitätsmäßigen Qualitäten mindestens genauso gut seien wie Tropenholz. Swiss Wood Solutions wolle damit „das europäische Holz auch aufwerten“ und „Lösungen vorschlagen, „die von der Gesellschaft angenommen werden.“

lex

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