Abschluss „Festival vielsaitig“ 2015

Festival kommt gut beim Publikum an

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Pianist David Gazarov präsentiert virtuos mit seinem Trio im Füssener Barockkloster St. Mang das vom Publikum gefeierte Programm „Bachology“.

Füssen – Das Programm „baRock“ beim Kammermusikfestivals „vielsaitig“ bot nicht nur ein einziges Highlight während der elf Veranstaltungstage. Neben Konzerten gab es Vorträge, Gespräche mit Geigenbauern aus Füssen und Konzerte. Dabei war aber nicht nur Klassik zu hören.

Die Schülerinnen und Schüler der Meisterkurse stellten sich vor 80 Zuhörern im Rahmen einer „Teestunde“ vor und begeisterten bei den Abschlusskonzerten. Auch ihre Auftritts-Premieren während der „Teestunde” waren ein Höhepunkt des Festivals, „das seit 13 Jahren über die Bühne geht“, so Susanne Rabenschlag. Die Professorin aus Mannheim spielt die Violine im Verdi Quartett. Traditionell gestaltete das Verdi Quartett das Konzert im Kaisersaal des Barockklosters St. Mang beim Eröffnungsabend des etablierten Events, das erneut Besucher aus nah und fern angezogen hatte. Die Profi-Gastspiele im barocken Kaisersaal und anderen Bühnen im früheren Kloster der Benediktiner waren alle ausverkauft oder fast ausverkauft, wie im Namen des Veranstalters Kulturamtsleiter Thomas Riedmiller erklärte. 

Kollegin Karina Hager begrüßte vorm Live-Auftritt des David Gazarov Trios einen Gast aus Australien: 24 Stunden war der 68-jährige Kjell Goyer unterwegs, um erstmals in Füssen am Festival teilzunehmen. Er liebt Musik aus der Barockzeit und modernen Jazz. Daher hat den Gitarrenlehrer das Trio mit dem Pianisten David Gazarov „schwer beeindruckt“. 

"Wir haben alle getanzt" 

Professorin Karin Wolf, die im Verdi Quartett die Viola spielt und sich wie ihre Kollegen an einem Abend als Solistin vorstellte, schwärmte vom Live-Auftritt der Band des Rock-musikers Eric Gauthier: „Wir haben im Kaisersaal alle getanzt.“ Für den Füssener Walter Nestmeier vom Männerchor „Liederkranz“ gab es dagegen zwei Abende, die als Sternstunden aus dem, wie er betont „guten Programm“ noch herausragten: dies waren der Auftritt der Geigerin Veronika Eberle und „schon am zweiten Festivaltag das großartige Freiburger Barockorchester“. 

Andere Festival-Besucher jubelten, als junge asiatische Streicherinnen Werke von barocken Meistern selbstbewusst in der voll besetzten Orangerie der Stadtbibliothek präsentierten. Ihr großes Talent zeigte in diesem Rahmen auch die Mannheimer Studentin Viola Breuer am Mittwochnachmittag mit einer gefühlvoll vorgetragenen Komposition von Mozart. Extra-Applaus vom begeisterungsfähigen Publikum gab es verdientermaßen für den unermüdlichen Mann am Klavier: Hatem Natim aus San Francisco, geboren in Kairo. Der Pianist hatte temperamentvoll im Duett mit Zoltan Paulich, Violoncello, für heiße südamerikanische Klänge am Freitagabend gesorgt. 

Zeitlosigkeit betonen 

„Barocke Werke wie Jazz“ spielen, sei nicht sein Anliegen, erklärte der virtuose Pianist David Gazarov während seines Konzerts am Donnerstagabend seinen Zuhörern, die das Trio nicht zuletzt auch mit trampelnden Füßen feierten. Ihm gehe es vor allem darum, mit seinen Arrangements „die Zeitlosigkeit großer klassischer Werken“ zu betonen. Mit Bach und Chopin wurde diese Kunst besonders eindrucksvoll demonstriert. 

Unterstützt vom Festival Förderverein haben die Planungen für das kommenden Jahr begonnen. „Vielsaitig“ wird am 24. August 2016 eröffnet. Das Programm mit erneuter Beteiligung des Verdi Quartetts, wie bei einer Podiumsdiskussion bestätigt wurde, läuft bis 3. September. Das Festival-Motto, lautet nach Hagers Angaben „Zwischenräume“.    Chris Friedrich

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