Wie das Salz in der Suppe

Festredner Sirch nimmt Lokalpolitik beim Salvator-Anstich in Schwangau aufs Korn

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Deftig derbleckt: Walter Sirch liest mehreren Besuchern im „Schneiderhanser“ launig die Leviten.

Schwangau – Ganz große Kunst hat Walter Sirch am Aschermittwoch beim Salvator-Anstich im „Schneiderhanser” vom Stapel gelassen.

Beim Derblecken, der bayerischen Spottrede, bei der prominente Personen kräftig aufs Korn genommen werden, las Sirch einer stattlichen Anzahl von lokaler und regionaler Politprominenz teilweise ziemlich deftig die Leviten, darunter Ostallgäus Landrätin Maria Rita Zinnecker (CSU), die SPD und Füssens Bürgermeister Paul Iacob. 

Von der „Brotzeitmusi“ stimmungsvoll umrahmt, begrüßte Hausherr Martin Helmer das Publikum im proppevollen Keller und dankte dem Vertreter der Münchner Paulaner-Brauerei, Andreas Kießwetter, dass man zuvor „so viel Freibier noch nie bekommen“ habe. Dies sei „eine Sensation“. Anschließend durfte auch gleich Schwangaus Bürgermeister Stefan Rinke (CSU) ans Werk, der gekonnt mit einem satten Holzschlägelhieb das 58 Litern Eichenholzfass anzapfte. 

Anschließend war jedoch Sirch an der Reihe. Und dieser ging auch gleich in die Vollen. So mokierte er sich, vom schallenden Gelächter der zahlreichen Besucher begleitet, darüber, dass die Gesichter der Kandidaten für die anstehenden Kommunalwahlen im Vergleich zu vor sechs Jahren „nicht älter geworden“ seien. 

Insbesondere der Landrätin Maria Rita Zinnecker (CSU) versicherte er, dass sie „fast noch besser“ als damals aussehe. Er rechne auch damit, dass sie „noch lange weiterregiert“. Deshalb empfahl er Zinneckers Herausforderer, Matthias Fack von den Freien Wählern, noch lange Cello zu spielen. 

Neben den Freien Wählern, die zwar „das Salz in der Suppe“ seien, wobei man aber normalerweise „nicht viel Salz in die Suppe“ tue, bekam auch die SPD ihr Fett ab. Dabei fragte sich Sirch, ob es sie überhaupt noch gebe. Die CSU habe es sich im Wahlkampf mit ihrem Slogan „Heimat gestalten“ dagegen gewohnt einfach gemacht. Das reiche doch, schließlich attestierte er den Christsozialen: „Wenn in Bayern jemand etwas kann, dann ist das die CSU.“ 

So habe sie in Schwangau Schwarzbier gemacht, nachdem es „mit Weißwürsten nicht geklappt hat“. Darüber musste auch der bald aus seinem Amt scheidende Füssener Bürgermeister, Paul Iacob, herzhaft lachen, bevor er selbst zur Zielscheibe von Sirchs Spott wurde. 

Ein Denkmal für Iacob

So riet der launige Starkbier-Redner dem Rathauschef der Lechstadt, sich noch ein bisschen anstrengen zu müssen, da es sonst nichts mit einem Denkmal werde. „Aber du hast ja schon resigniert und nicht mal mehr deine Fliege an”, wandte er jedoch ein. Sirchs Sprüche kamen so gut beim Publikum an, dass es den Festredner mit einem Riesenbeifall verabschiedete.

lex

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