Elf Verletzte beim Brand im Franziskanerkloster

Die Feuerwehr hatte den Brand nach rund einer Stunde gelöscht. Foto: Sommer

Füssen – Ein Feuer ist am Sonntagmorgen im Franziskanerkloster ausgebrochen. Alle zehn Mönche im Kloster wurden gerettet. Ein Ordensbruder starb jedoch am Montagvormittag an seinen Verletzungen. Neun Mönche und ein Feuerwehrmann wurden mit Rauchvergiftungen ins Krankenhaus gebracht. 

Dramatische Szenen müssen sich beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte am knapp 400 Jahre alten Franziskanerkloster am Sonntagmorgen abgespielt haben. Ein Bewohner habe am Fenster im Qualm gestanden und auf sich aufmerksam gemacht, erklärte Kreisbrandrat Markus Barnsteiner, der den Feuerwehr-Großeinsatz leitete. Er wurde sofort mit Hilfe der Drehleiter aus dem Haus geholt, wie auch acht weitere Ordensbrüder. Kurz vor halb Sieben Uhr am Dreikönigstag war im Füssener Franziskanerkloster Feueralarm ausgelöst worden. Rund 130 Feuerwehrkräfte waren gut eine Stunde lang im Einsatz, ehe der Brand gelöscht war. Am schlimmsten traf es den ältesten Mitbruder: der im Rollstuhl sitzende 100-Jährige musste durch das vollkommen verqualmte Haus in Sicherheit gebracht werden, seine Mitbrüder hatten den Senior gerettet, wie Polizeisprecher Christian Eckel bestätigt. Er wurde wegen seiner Verbrennungen mit dem Rettungshubschrauber aus Reutte vom benachbarten Krankenhaus Füssen in eine Spezialklinik geflogen. Dort starb er aber am Montagvormittag an seinen Verletzungen, wie die Polizei nach Redaktionsschluss der Printausgabe des KREISBOTEN bekannt gab. Die neun anderen Mönche kamen mit leichteren Verletzungen beziehungsweise Verdacht auf Rauchvergiftung in unterschiedliche Krankenhäuser Als um 6.27 Uhr die Einsatzkräfte, vermutlich über einen Rauchmelder in dem 1628 erbauten Kloster, alarmiert worden, sei die Situation noch recht unklar gewesen, so Barnsteiner. Man habe nicht gewusst, „ist es ein Zimmerbrand oder steht das gesamte Kloster in Flammen“. Nach der Rettung der ersten Klosterbrüder durch Beamte der Polizeiinspektion Füssen sowie der Feuerwehr Füssen-Stadt wurde der Wohntrakt des Klosters von den nun eintreffenden, nachalarmierten Feuerwehrkräften unter Atemschutz abgesucht. Man habe anfangs nicht gewusst, wie viele Menschen sich im Hause noch aufhielten, so Barnsteiner. Insgesamt waren mehr als 130 Feuerwehrmänner aus Füssen-Stadt, Weißensee und Hopfen sowie Schwangau und Rieden im Einsatz, alles in allem über 150 Einsatzkräfte. Darunter auch mehrere Teams des Roten Kreuzes die durch drei Notärzte unterstützt wurden. Unter den Verletzten ist auch ein Feuerwehrmann, der wegen einer Rauchgasverletzung behandelt wurde, auch eine Polizistin wurde provisorisch wegen des Verdachts auf Rauchvergiftung untersucht. Ersten Einschätzungen der Feuerwehr zufolge war das Feuer im Wohntrakt des Klosters ausgebrochen und beschränkte sich auf die erste Etage. Die Polizei gibt an, dass das Feuer vermutlich im Wohnbereich des 100-jährigen Ordensbruders ausgebrochen ist. Die unmittelbar an das Kloster angrenzende Rokoko-Kirche St. Stephan blieb vom Feuer verschont. Am Montag nahm die Kripo Kempten die Brandermittlungen auf, Nähere Informationen zur Brandursache lagen Polizeisprecher Christian Eckel bei Redaktionsschluss dieser KREIS- BOTEN-Ausgabe jedoch noch nicht vor. Vorläufige Schätzungen beziffern den Sachschaden auf mehr als 100.00 Euro, nicht inbegriffen zahlreiche kunsthistorisch wertvolle Gegenstände, die bei dem Feuer ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen wurden. Generalvikar Harald Heinrich von der Diözese Augsburg hat mit großer Bestürzung auf die Nachricht vom Brand im Franziskanerkloster in Füssen reagiert. „Besonders danken möchte ich den Einsatzkräften von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten, die durch ihr beherztes Eingreifen unter Einsatz ihres eigenen Lebens offenbar noch Schlimmeres verhindert haben." Der stellvertretende Finanzdirektor des Bistums, Richard Metz, sei bereits vor Ort in Füssen gewesen und habe den Mönchen vorübergehend Wohnraum angeboten. „Alle Füssener sind wie ich selber sehr geschockt von dem Brand", äußerte sich Dekan Frank Deuring. „Wir hoffen sehr, dass es jetzt irgendwie weitergeht und die lange Tradition der Franziskaner hier in Füssen aufrecht erhalten bleibt." gau/ps

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