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Feuerwehren im Außerfern: Trotz Corona immer im Einsatz

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Von: Hans Nikolussi

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Waldbrand auf dem Schwarzenberg bei Pinswang
Der große Waldbrand im Grenzgebiet von Pinswang forderte im März tagelang die Feuerwehren im Bezirk Reutte. © Archiv/Bezirksfeuerwehr

Reutte/Grän - Viel Lob für die Feuerwehren im Bezirk Reutte gab es jetzt Bezirksfeuerwehrinspektor Konrad Müller beim 121. Bezirksfeuerwehrtag in Grän.

Wetterextreme, Ölspuren, Gewässerverunreinigungen, Hilfeleistungen, Verkehrsunfälle, Arbeitsunfälle mit Bergungen von Schwerstverletzten und auch einige Brandereignisse darunter der große Waldbrand in Pinswang, kennzeichneten die Arbeit der „Florianijünger“ des Bezirks im abgelaufenen Berichtsjahr. Allein der Waldbrand als Einzelereignis forderte über 10.000 Einsatzstunden im Vergleich zu allen anderen Einsätzen, die mit rund 14.000 Stunden zu Buche schlugen.

Voll des Lobes über den Einsatz am Grenzberg zeigte sich jetzt Bezirksfeuerwehrinspektor Konrad Müller beim 121. Bezirksfeuerwehrtag, der im Gemeindesaal von Grän stattfand. „Die Abarbeitung des Einsatzes war teilweise eine wirkliche Schinderei und eine taktische Herausforderung. Alle Beteiligten leisteten dabei Hervorragendes.“

Das Außerfern kann sich über eine unglaubliche Dichte von Feuerwehren freuen. Aufgrund der siedlungstechnischen Verhältnisse und der weiten Entfernungen des Bezirks sind 40 Freiwillige Feuerwehren, sechs Löschgruppen und eine Betriebsfeuerwehr mit zusammen 1679 aktiven Mitgliedern im Dienst. Mit den Reserve- und Jungfeuerwehrmitgliedern mit ihren 19 Gruppen erreichen die Wehren einen beachtlichen Mannschaftsstand von beinahe 3000 Freiwilligen. Demnach hat sich fast jeder 10. Bewohner in den Dienst der Hilfsorganisation gestellt.

Vor allem die Coronaproblematik machte den Wehren aber in den vergangenen beiden Jahren zu schaffen. Stillstand machte sich breit, kameradschaftliche Zusammenkünfte waren tabu, Einsätze nur mit Maske möglich, Übungen nur erschwert zu realisieren. In diesen Zeiten, so der Tenor der Feuerwehrleute, hätte man sich mehr Unterstützung durch das Land Tirol gewünscht.

570 Einsätze

Trotz aller Widrigkeiten – wurde es ernst, mussten die Brandbekämpfer ausrücken. Und das war nicht selten der Fall: Zu 570 Einsätzen rückten 578 Feuerwehren aus. Die Männer und Frauen standen dabei 14.602 Stunden im Einsatz, die Fahrzeuge legten dabei 6398 Kilometer zurück. Ein großer Teil der Einsätze waren technischer Art bei Verkehrsunfällen und technischen Gebrechen. Fünf Suchaktionen standen auf dem Programm.

Nicht weniger als 66 kleinere und große Brandeinsätze waren darüber hinaus abzuarbeiten. Außerdem forderten zwei Flugunfälle genauso wie drei Gasunfälle die Aufmerksamkeit der Feuerwehrleute. Verklausungen in Bachbetten mussten ebenso beseitigt werden, ein Stall in Grän konnte trotz massivem Einsatz allerdings nicht mehr gerettet werden.

Mut zu Veränderungen

„Die Herausforderungen der nächsten Jahre werden nicht geringer, die Tagesbereitschaft, der Erhalt unserer Mannschaftsstärke und die Anforderungen an die Führungskräfte werden einiges an Arbeit, Ideen und auch Mut zur Veränderung fordern“, wagte Bezirksfeuerwehrinspektor Konrad Müller einen Blick in die Zukunft.

Bezirksfeuerwehrkommandant Dietmar Berktold informierte unterdessen über ein großes Schulungs- und Veranstaltungspotenzial bei den Feuerwehren, allerdings geschmälert durch die Pandemie.

Der Bezirksfeuerwehrtag wurde auch in diesem Jahr wieder dazu genutzt, verdiente langjährige Feuerwehrmitglieder zu befördern und zu ehren. So wurde unter anderem Wolfgang Storf, langjähriges Mitglied im Bezirkskommando, in Anerkennung und Würdigung seiner Verdienste um das Feuerwehrwesen im Bezirk Reutte zum Ehrenmitglied des Bezirksfeuerwehrverbandes Reutte ernannt.

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