Film-Casting in Füssen

Alfred Dollansky stellt sich dem Casting für den neuen „Ludwig-Film“. Ehefrau Brigitte (Mitte) beobachtet die Arbeit von Alexa Czehowsky, die Aufnahmen für die Bavaria Pictures GmbH schießt. Foto: privat

Im Luitpoldparkhotel wurde jetzt vielleicht ein Filmstar aus der Region geboren, der nach seinen Kurzauftritten im neuen Spielfilm „Ludwig II.“ von Bavaria Pictures entdeckt werden könnte. Denn es war ein junges und jung gebliebenes Heer an Bewerbern zum ganztägigen Casting in Füssen erschienen. So mancher Kandidat aus dieser Gruppe träumt von Ruhm dank Schauspielerei.

An Festivals und Filmpreise verschwendet hingegen der 52-jährige Alfred Dollansky bestimmt keinen einzigen Gedanken. Der Werkzeugmacher nahm am Casting für die Komparsen teil. Kleindarsteller werden als Allgäuer Bauersleute für wichtige Szenen gebraucht. Ein guter Film lebt bekanntlich nicht von Stars allein, die hier im Übrigen mit Uwe Ochsenknecht als Prinz Luitpold und weiteren bekannten Schauspielgrößen regelrecht aufmarschieren. „Wir brauchen zusätzlich viele Leute für unsere am Originalschauplatz gedrehten Szenen aus dem Volk. Der erste Drehtag beim Schloss ist Anfang Oktober geplant“, so Manuela Müller-Czehowsky. Sie hat das von 10 bis 17 Uhr dauernde Casting im „Tegelberg-Saal des Hotels geleitet. Müller-Czehowsky ist außerdem als 2. Regieassistentin für den Film von Peter Sehr und Marie Noélle im Einsatz. Dollansky aus Bertholdshofen weiß: Falls seine Bewerbung – eine Idee von Ehefrau Brigitte – tatsächlich Erfolg haben sollte, wird es beim „Ausflug“ ins Filmgeschäft bleiben. Vor einer Kamera stand er bis heute nur für private Fotos, wie er bestens gelaunt erzählt. Die Casting-Assistentin hat ihn gerade wie jeden der vielen Kandidaten mit dem ausgefüllten Fragebogen vor der Brust abgelichtet. Wie Dollansky betont, habe er nicht vor, den technischen Beruf aufzugeben und ins künstlerische Lager zu wechseln. Aber wenn „hier in der Heimat“ ein neuer Spielfilm über König Ludwig II. entsteht, sei das doch eine einmalig große Chance das „Drumherum“, wie eine solche Arbeit von Profis gemacht wird, bei dem einen oder anderen Drehtag kennen zu lernen. Dafür muss Dollansky noch nicht einmal Urlaub nehmen. „Die Kamera läuft ab 16 Uhr. Um diese Zeit habe ich immer schon Feierabend.“ Er verabschiedet sich aus dem Luitpoldparkhotel, weil mit Ehefrau Brigitte am Wochenende eine Radltour geplant ist. Unterwegs im Lechtal wird es sicherlich ein heißes Gesprächsthema geben: den Ludwig-Film und ob sich demnächst jemand von Bavaria Pictures am Telefon bei Herrn Dollansky mit der gespannt erwarteten, hoffentlich guten, Nachricht meldet. Unbedingt in ein historisches Kostüm schlüpfen möchten auch die Füssener Buben Martin und Simon Lieb, wobei auch ihre Eltern begeistert Rollen im diesem Film übernehmen würden. Engagiert als „Blumenmädchen“ ist die 17-jährige Alexa Czehowsky, die schon etwas Erfahrung vor der (TV-)Kamera mitbringt. An ihre Szene als Baby in der Fernseh-Serie „Marienhof“ können sich natürlich nur die stolzen Eltern erinnern. Inzwischen ist „ihre Alexa“ dank tollem Aussehen und großem Talent auf einigen Besetzungslisten aufgetaucht. Ihr macht nicht zuletzt aber auch die Arbeit mit der Fotokamera in der Hand viel Spaß – wie beim Casting im Luitpoldparkhotel zu sehen war.

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