Die Feuerwehr bekommt ein Boot

Finanzausschuss beschließt die Neuanschaffung eines Wasserfahrzeugs zur Seerettung

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Die Feuerwehr bekommt ein neues Rettungsboot. Das Festrumpf-Schlauchboot ist leicht, robust und schnell und auf allen Gewässern des Füssener Landes einsetzbar.

Füssen – Eine Lösung für das bestehenden Rettungsproblem auf dem Weißensee fand das Gremium des Finanzausschusses am vergangenen Dienstag. Der Ausschuss beschloss  die Neuanschaffung eines Bootes, das geeignet ist, die Technischen Hilfeleistungen durch die Feuerwehr abzudecken.

Der Preis für dieses Wasserfahrzeug liegt bei knapp 13.500 Euro. 

Die Problematik der Hilfeleistung liegt darin, dass die Feuerwehr momentan nicht in der Lage ist eine Hilfsfrist von zehn Minuten nach Vorgabe des Vollzugs des Bayerischen Feuerwehrgesetzes einzuhalten und notwendige Rettungsmaßnahmen durchzuführen.

Eine Alternative zu diesem Kauf wäre eine Slipstelle im Badebereich zu errichten. Die geschätzten Kosten hierfür liegen bei 12.000 Euro. Hinzu käme dann die nötige Endstandhaltung für das alte Boot der Wasserwacht. Ein Betrag in Höhe von ungefähr 6.000 bis 8.000 Euro. 

Darüberhinaus ist die Hilfeleistung an den umliegenden Gewässern damit nicht gesichert. Was auch das Gremium als ungeeignet betrachtete und somit einstimmig für den Erwerb des Bootes RTB 1 3.90 Heavy Duty (rot) der Firma „Lava Marine“ stimmte.

Im Sommer bereits thematisiert

Anfang Juni dieses Jahres wurde in der Sitzung des Stadtrates die Problematik für die Rettung auf dem Weißensee durch die Feuerwehr dargestellt. Eine Slipstelle, so schlug die Stadtverwaltung damals vor, sollte südlich der Königsfischer errichtet werden. Eine kostspielige Angelegenheit. Es folgte deshalb eine Begehung vor Ort durch Ersten Bürgermeister Paul Iacob (SPD), mehrere Stadträte, Vertreter der Wasserwacht Weißensee, der Polizei und Feuerwehr Füssen sowie Ingenieur Cornelius Wintergerst (der Kreisbote berichtete). 

Das vorläufige Ergebnis der Begehung war zum einen, dass die Zufahrt der Rettungskräfte über das Strandbad erfolgen sollte, zum anderen, dass für die Feuerwehr Füssen ein kleineres, tragbares Boot wie die Wasserwacht Füssen erhalten hatte, beschafft werden solle. Da die Gesamtlage in der Sitzung für eine Entscheidung zu unklar war, verständigte sich das Gremium schließlich darauf, dass die Stadtverwaltung zunächst noch einmal Gespräche mit den betroffenen Organisationen führt.

Slipstelle überflüssig

Feuerwehr-Kommandant Thomas Roth erläuterte in der Sitzung die beiden Lösungsvorschläge. Da das Boot der Wasserwacht Füssen so nicht mehr hergestellt werde und starke Mängel und Beschädigungen aufweise, müsste mit Gesamtkosten von mindestens 10.000 Euro gerechnet werden, um ein volle Einsatzfähigkeit zu gewährleisten. Für eine Neuanschaffung holte die Feuerwehr in diesem Sinne zwei Angebote für ein Boot ein, dass die Mindestanforderung ihrer Tätigkeiten abdeckt. Beide Boote machen den Bau einer Slipstelle überflüssig.

Das erste Angebot der Firma „barro“ hat an der Unterseite Rollen, und kann somit an der Straße abgeladen und ins Gewässer geschoben werden. Die Kosten für dieses RTB 400-SL Flachbodenboot liegen bei etwas mehr als 24.000 Euro. Die zweite Option war das Boot der Firma „Lava Marine“. Dieses RTB 1 3.90 Heavy Duty (rot) kann über die Straße direkt ins Wasser gezogen werden. Es besteht aus sehr robustem Material. Bis auf Brandbekämpfung können alle Hilfeleistungen (Eisrettung, Erkundungen und so weiter) auf Gewässer durch die Feuerwehr abgearbeitet werden. 

Von der Ausstattung und was das Zubehör betrifft, entsprechen sich die beiden Boote. Da das Heavy Duty nicht nur kostengünstiger, sonden mit 100 Kilogramm Gewicht bis zu 150 Kilogramm leichter ist als das 400-SL, sagte es der Feuerwehr eher zu, so Roth. Die Kosten seien „im Bereich mit dem man arbeiten kann“, sagte der Kommandant.

An allen Gewässern

Wolfgang Bader (SPD) findet es nicht gut, dass das Rettungsboot, dass für die Feuerwehr erworben wird rein für Personenrettung und Erkundungsfahrten dienlich ist. Seine Frage an das Gremium war: „Was macht man mit dem Boot gegen Waldbrand?“ Roth betonte dagegen, dass sich das Wasserfahrzeug besonders für eine Eisrettung sehr gut eigne. Am Weißensee sei das andere Ufer auch ohne Boot erreichbar. Christian Schneider (Füs-Land) ist von dem Heavy Duty überzeugt. Nicht nur am Weißensee,sondern an allen Gewässer des Füssener Lands kann die Feuerwehr damit ausrücken. Es ist auch gut am Alatsee einsetzbar, sagte Schneider befürwortend.

Selma Höfer

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