Firmen nach Füssen holen

Als „Wegbereiter und Wegbegleiter“ versteht sich laut Dr. Johann Niggl „Invest in Bavaria“, die Ansiedlungsagentur des Bayerischen Wirtschaftsministeriums und der Bayern International GmbH, die ihr Leiter Niggl am Dienstag dem Stadtrat vorgestellt hat. In Füssen sehe er vor allem auf Martin Lochbihlers (CSU) Nachfrage Ansatzpunkte im Tourismus und Maschinenbau.

Die „Invest in Bavaria“, erklärte Niggl, suche unter anderem auf Messen den Kontakt zu nationalen und internationalen Firmen, um sie von Bayern als Standort zu überzeugen. Wenn das gelungen ist, unterstützt sie die Firmen kostenlos bei der Standortsuche, stellt Informationen beispielsweise zu Fördermöglichkeiten bereit und hilft Kontakte zu den Behörden, sowie Partnern und Netzwerken herzustellen. So sei es der Agentur im vergangenen Jahr gelungen 68 Projekte erfolgreich zu betreuen und rund 3600 neue Arbeitsplätze zu schaffen. Wenn es sich nicht um ein etabliertes Unternehmen handle, stimme man sich zuvor mit seinen Fachkollegen ab, ob ein Projekt sinnvoll ist oder nicht, erklärte Niggl auf Dr. Martin Metzgers (Bürger für Füssen) Frage zur Sicherheit solcher Zusagen. Zwar könne die Agentur nicht die Bonität eines Unternehmens prüfen, allerdings frage sie bei der Schufa nach. Spätestens wenn es um Fördergelder gehe, müsse der Investor dann aber ein konkretes Projekt und die Finanzierung vorlegen. Ein Bürgermeister müsse sich laut Niggl zudem auch um die Firmenchefs kümmern und „das Gras wachsen hören“, damit er ,falls ein Unternehmen abwandern wolle, die „Invest in Bavaria“ einschalten könne. Die versuche dann den Investor über ein „Paket“ an Fördermöglichkeiten zu beraten und so die Firma vor Ort zu halten. Um sich nicht in einer Metropole sondern überhaupt erst in einer ländlichen Region anzusiedeln, für den Investor entscheidend, ob sich vor Ort „andere Akteure meiner Einrichtung“, wie Zulieferer und qualifizierte Arbeitskräfte befinden. In diesem Zusammenhang sehe Niggl vor allem in der Nähe zur A7, dem interkommunalen Gewerbegebiet und in der hohen Lebensqualität Vorteile für Füssen als Gewerbestandort. Auch die nicht weit entfernte Fachhochschule in Kempten spreche für die Lechstadt. Ein großer Nachteil sei aber, dass die Stadt aufgrund seiner Randlage in Bayern nur ein „einseitiges Einzugsgebiet“ habe. Allerdings wäre seiner Meinung nach auch eine engere Zusammenarbeit mit Reutte denkbar. Um Füssen besser zu vermarkten, sollte die Stadt „das, was da ist zusammenzuführen und in die Auslage legen“. Beispielsweise wäre es laut Niggl sinnvoll den gewerblichen Immobilienbestand deutlich zu zeigen, damit jungen Leuten der Schritt in die Selbständigkeit erleichtert werde und die Stadt so das interne Wachstum fördere. „Wie kommt man mal gescheit zum Reden“, wollte Klaus Zettlmeier (CSU) abschließend wissen, worauf Niggl anbot, dass man sich im Wirtschaftsministerium in München zusammensetzten könnte. Dann könnte man auch Fachkollegen zu Rate ziehen und ein Entwicklungskonzept für Füssen entwerfen.

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