Kolpingbildungswerk übernimmt Haus und betreut dort jugendliche Flüchtlinge

Flüchtlinge im "Sonnenheim"

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Helfen jungen Flüchtlingen: Frank Jelitto (v. l.), Dr. Manuela Grimm und Gerd Kirsch.     

Füssen – Ihrem „Grundanliegen, Menschen in Not beizustehen“, kommen die Barmherzigen Schwestern nun auch durch ihren Abschied aus Füssen nach: Das Kolpingbildungswerk übernimmt ab sofort ihr „Sonnenheim“ in der Hilteboldstraße, wo ab kommender Woche jugendliche Flüchtlinge betreut werden sollen.

Die sechs 15 bis 17 Jahre alten Jugendlichen aus Afrika und Bangladesch sind dabei die ersten von insgesamt zehn jungen Flüchtlingen, die man erwarte und die in einer sozialpädagogischen Wohngruppe betreut werden sollen.

Insgesamt biete das Heim für bis zu 20 Jugendliche Platz.

„Zugunsten von Menschen, die Haus und ihre Heimat verloren haben“, wollen die Barmherzigen Schwestern künftig auf das Erholungsheim in Füssen verzichten, wie Generaloberin Schwester Michaela vergangenen Donnerstagabend im Rahmen einer Informationsveranstaltung für die Anwohner in der Anton Sturm-Mittelschule erklärte.

 Laut dem Leiter der Kolping Akademien im Allgäu, Gerd Kirsch, werden daher schon am kommenden Montag, 7. März, die ersten sechs unbegleiteten Jugendlichen im „Sonnenheim“ einziehen, in dem das Kolpingbildungswerk eine Jugendhilfeeinrichtung installiert.

Die sechs 15 bis 17 Jahre alten Jugendlichen kommen aus Guinea, Gambia, der Elfenbeinküste und Bangladesch und sind die ersten von insgesamt zehn jungen Flüchtlingen, die man erwarte und die in einer sozialpädagogischen Wohngruppe betreut werden sollen, führte Kirsch weiter aus.

In sogenannter abgestufter Betreuung werden sich künftig im „Sonnenheim“, das insgesamt bis zu 20 Jugendlichen Platz bietet, vier bis fünf pädagogische Fachkräfte rund um die Uhr, sieben Tage in der Woche um die Asylsuchenden kümmern. Diese besäßen „eine hohe Bleibewahrscheinlichkeit“, wie der stellvertretende Geschäftsführer der Kolping-Akademie, Frank Jelitto, gegenüber den Anwohnern unterstrich.

Unter der Leitung von Dr. Manuela Grimm sollen die minderjährigen Flüchtlinge, die bis dato in einer Übergangsgruppe in Wald gelebt haben, zunächst ihre Deutschkenntnisse verbessern und dann an einer berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme in Marktoberdorf teilnehmen. Daran soll sich eine Ausbildung anschließen.

Im „Sonneheim“ sollen die Jugendlichen zunächst einmal „zur Ruhe kommen, ihre Traumatas verarbeiten und sich in unsere Kultur einfinden“, stellte Kirsch weiter klar, dass man „sie auf den Weg bringen“ wolle, in Deutschland irgendwann in der Zukunft ein „Leben in Selbstverantwortung“ bestreiten zu können.

Mit den rund 90 zum großen Teil „hochmotivierten unbegleiteten Jugendlichen“, die derzeit im Landkreis Ostallgäu untergebracht sind, habe man bisher „keine negativen Erfahrungen“ gemacht, sagte die Leiterin des Jugendamtes Ostallgäu, Petra Mayer.

Füssens Bürgermeister Paul Iacob (SPD) bedankte sich schließlich sowohl bei den Barmherzigen Schwestern als auch dem Kolpingbildungswerk und den Anwohnern des „Sonnenheims“ dafür, dass sie „diese Menschen in Füssen aufnehmen“.

lex

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