Neuer Hubschrauber für Flugrettung

Vorreiter in Österreich

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Die ARA Flugrettung wird im April 2018 einen neuen Hubschrauber in Betrieb nehmen.

Reutte – Die ARA Flugrettung stellt sich in Reutte und Fresach neu auf. Sie setzt auf den modernen Hubschraubertyp H 145. Dieser bietet nicht nur mehr Platz für Personen, sondern hat auch eine erweiterte medizinische Ausstattung an Bord. Der Hubschrauberwechsel ist für April 2018 geplant. 

Als erste Flugrettungsorganisation in Österreich setzt die ARA Flugrettung nach eigenen Angaben auf den modernen Hubschrauber H 145. Verunglückte oder verletzte Menschen schnellstmöglich notärztlich zu versorgen, das ist die vorrangige Aufgabe der beiden in Tirol und Kärnten stationierten Notarzthubschrauber der ARA Flugrettung. 

Gegenüber des bisher eingesetzten Hubschraubermusters BK 117 ist die H 145 laut der Flugrettung leistungsstärker und damit für alpine Einsätze mit der Rettungswinde besser geeignet. Die H 145 verfügt außerdem über mehr Platz und eine erweiterte medizinische Ausstattung an Bord. 

Neben der regulären Vier-Mann-Besatzung kann der Hubschrauber auch eine fünfte Begleitperson mitnehmen. So können die Landesleitstellen die Hubschrauber auch für spezielle Intensivtransporte anfordern, bei denen beispielsweise ein zusätzlicher Facharzt mitgenommen werden muss. 

Auch die Trage des Hubschraubers hält nach Angaben der ARA Flugrettung mehr aus: So kann der Hubschrauber Patienten mit bis zu 250 Kilogramm Körpergewicht transportieren – bislang sind bis zu 120 Kilogramm in der österreichischen Flugrettung die Regel. 

Nachtflüge sind möglich 

Eine weitere Besonderheit der H 145 ist die Nachtflugtauglichkeit: Der Hubschraubertyp H 145 ist zugelassen für den Einsatz von Nachtsichtgeräten (Night Vision Goggles) und verfügt über eine komplette Nachtflugausstattung, die unter anderem einen Hochleistungsscheinwerfer und eine spezielle Cockpit-Konfiguration umfasst. 

Nach der Inbetriebnahme der H 145 in Österreich plant die ARA Flugrettung die täglichen Dienstzeiten in Reutte und Fresach zu erweitern: Von ursprünglich Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang auf 7 bis 22.30 Uhr. Langfristig plant die ARA Flugrettung auch eine Umstellung auf den 24-Stunden-Betrieb. 

Die Vorbereitungen für den Wechsel im April 2018 laufen für die beiden Stationen jetzt an: Im ersten Schritt wird der Personalstamm aus Piloten, Winchoperators/Notfallsanitätern und Flugrettern erweitert.Danach wird die gesamte Crew auf den neuen Hubschraubertyp geschult. Die Piloten erwerben die Berechtigung die H 145 zu fliegen (Type Rating) und das gesamte Team wird für den neuen Hubschrauber trainiert. Zudem erweitern die Notärzte und Notfallsanitäter in Intensivtransport-Kursen ihre medizinische Kompetenz. 

Parallel wird die behördliche Zulassung für den erstmaligen Einsatz der H 145 in Österreich eingeholt. Die österreichischen Stationen können von der Expertise der DRF Luftrettung profitieren, zu der die ARA Flugrettung gehört.

In Deutschland betreibt die DRF Luftrettung 29 Stationen, darunter mittlerweile fünf Standorte mit dem Hubschraubertyp H 145. 2015 hatte sie nach eigenen Angaben die H 145 als weltweit erste Luftrettungsorganisation in Dienst gestellt. 

„Die DRF Luftrettung verfügt in Deutschland über die größte Nachtflugexpertise. Wir betreiben aktuell acht 24-h-Standorte, an denen allein im vergangenen Jahr rund 2.100 Nachteinsätze geleistet wurden. Damit kann sich die ARA Flugrettung die Kompetenz der DRF Luftrettung im Bereich Nachtflug und Intensivtransporte zunutze machen“, erläutert Dr. Peter Huber, Geschäftsführer der ARA Flugrettung. 

kb

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