Viele Bergungen per Winde

1.968 Einsätze in 2019: Tiroler Flugretter müssen öfters ausrücken

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Wenn es direkt am Unfallort keine Landemöglichkeit gibt, kommt die in den ARA-Notarzthubschraubern fix angebaute Rettungswinde zum Einsatz.

Reutte – Im Dauereinsatz waren im vergangenen Jahr die beiden Notarzthubschrauber der ARA Flugrettung. Die Flugretter in Reutte und Fresach rückten 2019 zu 1968 Einsätzen aus, 68 mehr als noch 2018. Dabei sei auffallend, dass vor allem die Einsätze mit der Rettungswinde zugenommen haben.

Und auch die Nachtflüge, die es seit kurzem gibt, stoßen auf rege Nachfrage. Das gibt jetzt die ARA Flugrettung bekannt. Die Zunahme der Einsätze sei unter anderem auf die längeren Dienstzeiten zurückzuführen, so die Flugrettung. 

Im August wurden in Reutte die Dienstzeiten von täglich zwölf auf 16 Stunden, also bis 22.30 Uhr, verlängert. „Unsere neuen Dienstzeiten werden von den Leitstellen intensiv in Anspruch genommen“, informiert Thomas Jank, Geschäftsführer der ARA Flugrettung. „Das ist wohl der beste Beweis, dass eine professionelle notfallmedizinische Versorgung aus der Luft auch in der Nacht absolut Sinn macht.“ 

Wann der nächste Schritt, die Einführung des 24-Stunden-Betriebs, erfolgt, kann Jank derzeit nicht abschätzen. Denn diese Entscheidung müssten primär die Kostenträger, die für die Finanzierung des Flugrettungswesens zuständig sind, die jeweiligen Bundesländer und die Sozialversicherung, treffen. „Wir sind jedenfalls bereit“, so Jank. 

Auffallend bei den Zahlen des vergangenen Jahres sei die spürbare Zunahme der Spezialeinsätze mit der Rettungswinde. Von 220 im Jahr 2018 auf 246 im Jahr 2019 – so viele wie noch nie in der 19-jährigen Geschichte der ARA Flugrettung. In Reutte flog der Hubschrauber 180 Windeneinsätze, in Fresach 66. Für den Anstieg der Windenbergungen macht Jank primär zwei Entwicklungen verantwortlich: „Einerseits haben die Freizeitaktivitäten im alpinen Gelände in den letzten Jahren signifikant zugenommen.“ 

Auf der anderen Seite fordern die Rettungskräfte deutlich öfter den Rettungshubschrauber an, da er durch seine Winde schnell notärztliche Versorgung zum Patienten bringen könne, auch wenn es am Unfallort keine Landemöglichkeit gibt. „Manchmal sind es genau diese Minuten, die über Leben oder Tod entscheiden“, so Jank abschließend.

kb

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