Nun also doch

Füssener Freybergvilla: Lebenshilfe darf einziehen

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Die Lebenshilfe Ostallgäu wird die zwei Obergeschosse der Freybergvilla beziehen. Für das Erdgeschoss sucht die Stadtverwaltung noch einen Mieter.

Füssen – Die Lebenshilfe Ostallgäu darf jetzt doch in die Freybergvilla einziehen. Noch im Dezember 2016 hatte der Füssener Stadtrat das abgelehnt (der Kreisbote berichtete)

. Der Grund: Die Sanierung und der komplett behindertengerechte Ausbau würde die Stadt fast eine Million Euro kosten. Zu teuer befand der Stadtrat mehrheitlich und lehnte den Antrag ab. Ende März folgte aber der Sinneswandel. Hinter verschlossenen Türen gaben die Räte nun doch grünes Licht für den Umbau, wie Felix Blersch, Pressesprecher der Stadt Füssen, auf Nachfrage des Kreisbote erklärte. 

Denn die Regierung von Schwaben in Augsburg unterstützt mit einem Förderprogramm den Wohnungsbau für Sozialschwache. „Dadurch wird’s viel billiger für uns“, informierte Blersch. So könne die Stadt mit einer Förderung von ca. 400.000 Euro rechnen. Diese sei jedoch an die Bedingung geknüpft, das dort wirklich nur Wohnraum für Sozialschwache entstehe. Heißt: Die zwei Obergeschossen werden jeweils zu zwei barrierefreie Wohnungen umgebaut, die die Lebenshilfe mietet. Für das Erdgeschoss sucht die Stadt noch Mieter, so Blersch. 

Doch erst einmal gab der Bauausschuss in seiner jüngsten Sitzung grünes Licht für den Umbau in barrierefreie Wohnungen. „Aus sozialer Sicht heraus ist das ein Mieter, der wichtig ist für die Stadt“, meinte Bürgermeister Paul Iacob (SPD) in Richtung Lebenshilfe. Das Projekt sei ihm sehr wichtig, da dadurch Menschen mit Handicap, die beispielsweise in den Füssener Wertachtal Werkstätten arbeiten, ein unabhängiges Leben führen können. 

Damit das möglich wird, soll unter anderem ein Lift an der Nordseite des Gebäudes angebaut werden. „Das Landesamt für Denkmalpflege und die Nachbarn haben zugestimmt“, erklärte der Rathauschef. Doch gegen die Gestaltung hatten Dr. Christoph Böhm (CSU) und Magnus Peresson (UBL) etwas einzuwenden. So schlug Böhm vor, an dem Liftturm Fenster anzubringen, damit er nicht wie ein „Kaminschlot“ ausschaue. 

Denn dieser verunstalte die sehr harmonische Ansicht des Hauses. „Man könnte durchaus schmale Fenster reinmachen“, bestätigte Peresson. Damit könnte man auch verhindern, dass bei den Fahrgästen Klaustrophobie entsteht. „Man sollte alles tun, um Menschen mögliche Angstzustände zu nehmen“, so der UBL-Stadtrat und Architekt. Außerdem hielt er es für einen Fehler, den Liftschacht nicht bis zum Dachgeschoss zu bauen. „Man wird das bereuen“, warnte er seine Ratskollegen. 

Bauamtsleiter Armin Angeringer gab jedoch zu bedenken, dass die Nutzung des Dachgeschosses gar nicht erlaubt sei und durch die Erhöhung Probleme mit den nötigen Abstandsflächen zu den Nachbarn entstehen. Und Fenster im Liftturm, die dem Brandschutz entsprechen, würden zudem viel Geld kosten. 

Kosten prüfen

Wie viel man genau dafür ausgeben muss, soll jetzt die Stadtverwaltung prüfen, beschloss das Gremium einstimmig. 

Außerdem soll sie Gespräche mit den Nachbarn wegen des Aufzugturms führen. Gleich bleiben soll dagegen die Anzahl der Stellplätze. Ob die Lebenshilfe die acht Stück wirklich braucht, wollte Dr. Martin Metzger (BfF) wissen. Da jedoch die Betreuer der Bewohner sie eventuell benötigen, meinte der Füssener Rathauschef: „Falls der Bedarf nicht da ist, kann man sie sicher reduzieren.“

kk

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