Bauausschuss segnet Mehrfamilienhaus in Füssen West ab

"Das ist eine Verdichtung"

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Auf dem Areal in Füssen West soll ein Mehrfamilienhaus mit sieben Wohneinheiten entstehen. Die geplante Höhe des Gebäudes führte jetzt zur Diskussion im Bauausschuss.

Füssen – Soll die Stadt Füssen bei Neubauten neue Wege gehen? Diese Frage beschäftigte die Stadträte vergangene Woche im Bauausschuss.

Den Ausschlag dafür gab ein Bauwerber, der ein Bestandsgebäude in der Gossenbrodstraße abreißen und dort ein Mehrfamilienhaus mit sieben Wohneinheiten bauen möchte. Denn sein geplantes Gebäude hat ein Stockwerk mehr als die höchsten Häuser in der Nachbarschaft. Während Bauamtsleiter Armin Angeringer deshalb forderte, die Höhe zu reduzieren, sahen die Stadträte Ursula Lax und Michael Jakob (beide CSU) das nicht so eng.

Bei der Genehmigung kommt es in diesem Fall vor allem auf eine Frage an: Fügt sich das Gebäude von der Größe und der Nutzung in die Umgebung ein? Während die Antwort bei der Nutzung ein klares „ja“ sei, müsse man bei der Größe die benachbarten Häuser etwas näher anschauen, erklärte Angeringer. Die meisten davon hätten nur zwei Etagen und ein Dachgeschoss. Nur die Gebäude in der Hohenstaufenstraße mit drei Normalgeschossen und einem Dachgeschoss seien „ansatzweise vergleichbar“ mit dem Bauprojekt, so Angeringer. 

Doch im Gegensatz zum geplanten Gebäude sei deren Dachgeschoss zu flach für Wohnungen. Das zeige sich deutlicher in der Wandhöhe. Während die bei den Bestandsbauten zwischen 9,50 und 10,20 Meter liege, betrage sie beim Neubau 11,27 Meter. „Wir haben hier eine absolute Höhe und Geschossigkeit, die nicht in der Umgebung zu finden sind“, lautete deshalb das Fazit des Bauamtsleiters. Deshalb empfahl er das Bauprojekt zwar grundsätzlich abzusegnen, allerdings eine geringere Höhe zu fordern. Ganz anders sah das jedoch Michael Jakob (CSU): „Ich hätte gar nichts dagegen.

Das schaut ordentlich aus und Wohnfläche ist da. Mich würde das auch nicht stören, wenn Areale in Zukunft so saniert würden.“ Gleicher Meinung war seine Fraktionskollegin Ursula Lax: „Das ist eine Verdichtung“, meinte sie. In ländlichen Regionen wie Hopfen würde das stören, aber nicht mitten im Stadtgebiet. Zudem werde Füssen in seiner Fläche vom Lech, Forggensee und den Bergen begrenzt. Wenn die Stadt weiter wachsen soll, müsse der Stadtrat langsam seine Denkweise ändern. „Wir müssen überlegen, ob uns die 80 Zentimeter Wandhöhe, die ein ganzes Geschoss für Familien bringen, das nicht wert sind.“

 Iacob für mehr Toleranz

 „Auf diesem Grundstück kann man ein Gebäude dieser Größenordnung unterbringen“, fügte Bürgermeister Paul Iacob (SPD) an. Zumal die Grundstücke in Ost-West-Richtung ausgelegt seien. „Die nehmen keinem das Licht weg. Wir müssen lernen manche Situationen toleranter zu sehen“, so der Rathauschef. Denn er gab Lax Recht: „Wir sind eingeschränkt.“ Wenn man schon verdichte, dann gehe das am besten bei einem Neubau. Zumal man den Höhenunterschied optisch gar nicht sehen werde.

Böhm mit eigener Idee

Dr. Christoph Böhm (CSU) hatte mit Blick auf das Grundstück eine ganz andere Idee. Damit sich das Gebäude doch noch in die Umgebung einfüge, könne es einfach länger gebaut werden. „Die Fläche ist gleich und es wird nicht höher.“ Die Höhe müsste man dann aber soweit reduzieren, dass die Abstandsflächen noch eingehalten werden, warf Angeringer ein. „Das muss man ausprobieren.“ Magnus Peresson (UBL) fand dagegen beide Ideen gut, sowohl die von Lax als auch die von Böhm. „Verdichtung geht nicht nur in die Höhe, sondern auch in die Länge“, erklärte der Stadtrat und Architekt.

Bei einer Verlängerung des Gebäudes würde auch das Grundstück besser ausgenutzt werden. Dann müsse man aber auch das dafür nötige Regelwerk ändern, so der Stadtrat. Zu wenig Plätze SPD-Fraktionsvorsitzender war dagegen mit den jetzigen Bauplänen zufrieden. Ihn störte aber die Tiefgarage. „Da müssen mehr Plätze rein“, meinte er. Gleicher Meinung war Angeringer. 

Der Bauherr weise zwar die 14 nötigen Stellplätze nach, so der Bauamtsleiter. Davon liegen aber nur sechs in der Tiefgarage. Die restlichen acht befinden sich auf dem Grundstück – zu viele, urteilte Angeringer. Das fanden auch die übrigen Stadträte im Gremium. Sie segneten das Projekt ab. Allerdings forderten sie, vier der oberirdischen Parkplätze in die Tiefgarage zu verlegen.

Katharina Knoll

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