Licht am Ende des Tunnels

Positive Aussichten für die Forggenseeschifffahrt

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Ein kleines Bauteil legte heuer die MS Füssen für fünf Tage lahm. Trotz diesen Ausfalls verzeichnete die Schifffahrt eine Einnahmensteigerung.

Füssen – So schlecht das Jahr 2018 für die Städtische Forggensee-Schifffahrt lief, so gut schaut es derzeit für 2019 aus. Der Zwischenbericht für das Wirtschaftsjahr 2019 (Januar bis August) geht derzeit von einem Jahresgewinn von 248.600 Euro aus (2017: 90.500 Euro), wie Schifffahrtsleiter Helmut Schauer am Dienstag im Werkausschuss bekannt gab.

Grund dafür: Höhere Preise für Fahrkarten und in der Gastronomie – und mehr Fahrgäste. „Wenn es so weitergeht, brauchen wir keinen Verlustausgleich der Stadt Füssen, sondern können das aus eigener Kraft schaffen. Das ist unser Ziel“, blickte Schauer optimistisch in die Zukunft. „Ich bin positiv gestimmt, dass wir den Verlust aus 2018 in den kommenden Jahren ausgleichen können.“

 Denn das Jahr 2019 lief bisher ziemlich gut für die Schifffahrt. Derzeit rechnet sie mit einem Jahresgewinn von 248.600 Euro. Denn sie konnte heuer im Gegensatz zum Jahr davor (siehe eigener Bericht) pünktlich im Juni in die Saison starten. So erreichte sie bis August die geplanten Erlöse, die im Vergleich zum entsprechenden Zeitraum 2017 um 85.100 Euro gestiegen sind. Dafür verantwortlich sind die höheren Ticketpreise und die höheren Preise in der Gastronomie, die die Schifffahrt nach langer Zeit angepasst habe, so Schauer. 

Zudem waren mehr Gäste als 2017 mit den Schiffen unterwegs. Bisher beförderte die Schifffahrt 106.898 Fahrgäste und 1793 Hunde (2017: 97.843 Gäste und 1000 Hunde). „Für 130 Betriebstage ist das enorm“, erklärte Schauer. Und diese Zahlen können sich noch steigern. Schließlich hat die Schifffahrt ihre Saison verlängert. Seit dem 16. Oktober bis zum 3. November bietet sie täglich noch eine große Rundfahrt an. Das sei laut Schauer ein „gutes Mittelmaß“ zwischen den Einnahmen und der Belastung für die Crew, für die seit 1. Juni Urlaubssperre herrscht. 

Höhere Materialkosten

Im Zwischenergebnis spiegle sich zudem das positive Erscheinungsbild der Schifffahrt. Dafür habe der Städtische Eigenbetrieb im vergangenen Jahr unter anderem im Bereich der Schiffsmodernisierungen, in Optimierungen im Marketing und in die Qualitätsverbesserung im gastronomischen Angebot investiert. Um 15.100 Euro auf 145.300 Euro sind dagegen die Kosten für Materialaufwendungen und Fremdleistungen im Vergleich zu 2017 gestiegen. Dazu gehören höhere Ausgaben bei den Energiestoffen, denn die Schifffahrt sattelte auf den umweltfreundlicheren GTL-Treibstoff um (der Kreisbote berichtete), die neue Polsterung der MS Allgäu und höhere Kosten im Wareneinkauf für Lebensmittel und Getränke. 

Dagegen sank der Anteil für Reparaturen an den Schiffen. Und auch bei den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ergab sich eine Kostensteigerung von 31.500 Euro, erklärte Schauer. Im Gegensatz zu 2017 übernimmt die Schifffahrt nun direkt das Marketing, so dass die Werbekosten nun laufend während des Jahres entstehen.

Neben allem Positiven gab es in diesem Sommer aber auch einen Wermutstropfen: Ein kleines Bauteil legte Ende Juni für fünf Tage die MS Füssen lahm. Die Gäste mussten deshalb nach Dietringen evakuiert werden. Aber: „Das wurde wirklich optimal gelöst. Die MS Füssen wurde in kürzester Zeit wieder auf Kurs gebracht“, erklärte Schauer. Trotz diesen Ausfalls verzeichnete der Eigenbetrieb am Ende eine Einnahmensteigerung. 

Und auch für das Jahr 2020 hofft die Schifffahrt auf einen Gewinn, so der Leiter. Auch wenn er im entsprechenden Wirtschaftsplan weder mit einem Jahresfehlbetrag noch mit einem Überschuss rechnet. Bei den Erträgen und Aufwendungen geht er derzeit von rund 1,1 Millionen Euro aus. 

Suche nach Kapitän

 Neben den Erträgen und Aufwendungen aus dem laufenden Betrieb hat die Schifffahrt einen größeren Posten für Reparaturen und Instandhaltungsarbeiten eingeplant, da die MS Füssen und die MS Allgäu in die Jahre genommen sind, so dass jederzeit mit Materialverschleiß zu rechnen sei. 

Die Schiffe werden zudem bald abgeschrieben sein. „Ab 2023 geht das Schiff auf Null“, so Schauer. Um das Geld nicht dem Fiskus geben zu müssen, müsse die Schifffahrt investieren. Dafür gebe es bereits Pläne. Doch zuerst stehe der Verlustausgleich aus der Saison 2018 auf der Agenda. Zudem sind für 2020 kleinere Investitionen im Bereich der Liegeplätze geplant. So möchte der Städtische Eigenbetrieb einen Hochwasserliegeplatz errichten, an dem die Schiffe bei Hochwasser befestigt werden können. Außerdem soll der Liegeplatz der MS Füssen künftig mit LED beleuchtet und ein Bewegungsmelder installiert werden. 

Vor einer großen Herausforderung wird im kommenden Jahr die Personalabteilung stehen. Denn 2021 geht ein langjähriger Kapitän in den Ruhestand. „Es ist nicht leicht, im Allgäu einen Kapitän zu finden“, erklärte Schauer. Vor allem da dieser die MS Füssen fahren soll. „Um große Schiffe fahren zu können, braucht es Erfahrung und Routine“, so der Schifffahrtsleiter. Für die kommende Saison auf dem Forggensee hoffe die Schifffahrt aber zunächst einmal auf: „Viele Gäste, schönes Wetter und einen guten Füllstand des Sees.“

kk

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