"Einen kühlen Kopf bewahren"

Forggensee-Schifffahrt wird am 1. Juni in die neue Saison starten

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Pünktlich zum Saisonbeginn werden die MS Füssen und die MS Allgäu in See stechen. Doch aufgrund der aktuellen Corona-Pandemie müssen sich die Fahrgäste auf einige Einschränkungen gefasst machen.

Füssen – Trotz der Corona-Krise wird die Forggensee-Schifffahrt wie geplant am Montag, 1. Juni, in die Saison starten – allerdings unter strengen Auflagen, wie Werkleiter Helmut Schauer auf Nachfrage des Kreisbote erklärte.

So werden die Schiffe nur am Bootshafen Füssen anlegen, um Passagiere ein- und aussteigen zu lassen. Zudem werden mehr als die Hälfte der Sitze leer bleiben müssen. 

Nach Angaben der Bayerischen Staatsregierung dürfen unter strengen Auflagen ab 30. Mai die Ausflugsschiffe auf Bayerns Seen wieder auslaufen. Das passe wie die Faust aufs Auge, freute sich Helmut Schauer. Schließlich könne die Städtische Forggensee-Schifffahrt sowieso erst ab Juni mit dem Betrieb auf dem aufgestauten See beginnen. 

Trotzdem: Für den städtischen Eigenbetrieb geht damit die Achterbahnfahrt der vergangenen Jahre weiter. Nach der „Katastrophensaison“ 2018, als die Schiffe aufgrund der Staudammsanierung in Roßhaupten überhaupt nicht in See stechen konnten, folgte ein Jahr später ein Rekordergebnis – und nun erneut eine Talfahrt. „Das ist nochmal eine Steigerung zu 2018 und das war schon ein Waterloo“, erklärte Schauer. 

Aber: „Wir müssen einen kühlen Kopf bewahren.“ Erst einmal gilt es abzuwarten, unter welchen genauen Bedingungen die bayerischen Schiffe wieder in See stechen können. „Die zuständigen Behörden arbeiten noch die Feinheiten aus.“ Auf Basis der bekannten Auflagen sowie den Konzepten des Bundesverbands der Deutschen Binnenschifffahrt sowie des Bayerischen Fahrgastverbands hat die Forggensee-Schifffahrt aber bereits ein Sicherheitskonzept erarbeitet. „Wir wollen den strengen Auflagen gerecht werden zum maximalen Schutz der Gäste und des Personals“, so der Werkleiter. 

Die größte Einschränkung sei dabei der Eingriff ihn den Fahrplan. Bedeutet: Die MS Füssen und die MS Allgäu werden ausschließlich am Bootshafen Füssen anlegen. Nur dort sei es möglich, die einsteigenden Passagiere von den aussteigenden zu trennen sowie einen Sicherheitsabstand zwischen ihnen einzuhalten. 

Alle Fahrgäste registrieren 

Zudem muss „jeder einzelne Fahrgast von uns registriert werden mit Telefonnummer und Adresse“, informierte Schauer. So soll im Fall einer Ansteckung mit dem Corona-Virus die Infektionskette nachverfolgt werden können. Für das Personal sei das jedoch ein erheblicher Mehraufwand, den es bei den sieben anderen Anlegestellen nicht gewährleisten könne. 

Zudem muss die Schifffahrt auch die Zahl ihrer Passagiere deutlich senken. Statt 420 Fahrgäste wird die MS Füssen nur noch 128 auf eine Rundfahrt mitnehmen. Bei der MS Allgäu sind es nur 75 Passagiere. Normalerweise nehmen hier 200 Fahrgäste Platz. „Das ist eine drastische Maßnahme, damit wir die nötige Kontrolle über jeden Fahrgast haben“, erklärte Schauer. Dieser darf sich nur mit einer Mund-Nasen-Bedeckung auf dem Schiff bewegen, sie aber an seinem Sitzplatz ablegen. Auch das Personal wird einen entsprechenden Schutz tragen. Daneben hat die Schifffahrt einen Hygienekoordinator bestellt, wird die Reinigungsintervalle auf den Schiffen intensivieren und das Gastronomie-Angebot reduzieren. 

Keine Preiserhöhungen 

Und sie hat auch verschiedene Handlungspläne erarbeitet, je nachdem wie sich die Infektionszahlen mit COVID-19 entwickeln: Vom schrittweise Anfahren der sieben übrigen Anlegestellen bis hin zur Reduzierung auf die MS Füssen oder dem völligen Einstellen der Schifffahrt, falls eine zweite Infektionswelle kommen sollte. „Wir sind relativ gut vorbereitet auf kurzfristige Änderungen“, so der Werkleiter. Finanzielle Auswirkungen muss der Fahrgast deswegen aber nicht befürchten. „Die Preise werden wir nicht erhöhen“, informierte Schauer. Auch die Anzahl der Rundfahrten bleibt gleich. In welcher Form aber die Sonderfahrten wie Abendfahrten, das Musical „Der Schwanenprinz“ oder die „Leselotte“-Fahrten stattfinden können, ist derzeit noch unklar. 

Falls die beiden Schiffe in der kommenden Saison gut ausgelastet sind, „dann werden wir vielleicht mit einem blauen Auge davonkommen“, hofft Werkleiter Schauer. „Wenn Ertrag und Aufwand eben wären, dann wäre 2020 mehr als gut gelaufen.“

Katharina Knoll

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