Arbeiten an der Schlitzwand sind fertig

Forggensee wird bereits aufgestaut

+
Noch nicht ganz fertig: Nach Abschluss der Sanierungsarbeiten soll der Forggensee-Staudamm aber einer der modernsten Dämme Deutschlands sein.

Roßhaupten – „Einen großen Meilenstein“ hat die Uniper Kraftwerke GmbH jetzt beim Forggensee-Staudamm in Roßhaupten erreicht, erklärte Unternehmenssprecher Theodoros Reumschüssel.

Die letzte der insgesamt 77 Lamellen der Erdbetonschlitzwand wurde erstellt. Sie sollen den Forggensee-Staudamm mindestens für die kommenden 60 Jahre stabil halten. Zwischenzeitlich wurde bereits mit dem Aufstau des Sees begonnen. Spielen alle Faktoren mit, soll er bis zum Ende der Herbstferien – und damit länger als sonst – aufgestaut bleiben.

Bis der See jedoch erst einmal voll ist, dauert es. Der Aufstau soll bis etwa Ende Mai ganz abgeschlossen sein. Doch immerhin ist jetzt allmählich ein Ende bei den Arbeiten zur Dammerneuerung in Sicht, die alles in allem etwa 30 Millionen Euro kostet. Demnach soll die Dammkrone gegen Ende Juli wieder befahrbar sein. 

Von dort aus sind die Hauptsanierungsarbeiten des Deichs in den vergangenen Monaten verrichtet worden. Sie hatten vor rund einem Jahr mit diversen Vorbereitungsarbeiten begonnen, bevor die Arbeiter am 15. Oktober den Bau der ungefähr 20 Millionen Euro teuren Schlitzwand und damit die „Kerndichtung des Damms“ in Angriff nahmen, wie Projektleiter Dr. Andreas Bauer erklärte. 

Die Schlitzwand ist ca. 226 Meter lang und bildet das Kernstück des Projekts, für das die einzelnen Lamellen im vergangenen halben Jahr mit einer zweiwöchigen Unterbrechung um Weihnachten an sieben Tagen der Woche rund um die Uhr ausgehoben und mit Erdbeton verfüllt wurden. „Angesichts der technischen, geologischen und klimatischen Bedingungen einer Baustelle hier am Fuß der Allgäuer Alpen auf fast 800 Meter Höhe ist das eine sehr gute Zeit und ich freue mich, dass wir ohne nennenswerte Verzögerungen oder gar Unfälle bis hier her gekommen sind“, sagte Bauer, der nun hofft, dass es zügig, unfallfrei und erfolgreich weitergeht.

Zu den besonderen Herausforderungen während der Arbeiten gehörte laut Uniper neben den Wetterkapriolen der große Anteil an Fels, den die Arbeiter fräsen mussten. Deshalb wurden die Zähne der Fräse teilweise stark beansprucht. Insgesamt verschlissen die Arbeiten über 4700 Fräszähne aus Widia-Stahl. Auch die schmale Dammkrone und die nicht mittig verlaufende Achse der Erdbetonschlitzwand stellten besondere Anforderungen an die Baufirmen. So erhielt die Schlitzwandfräse eine eigens konzipierte Verdreheinrichtung, die das Arbeiten mit dem 42 Tonnen schweren Fräskopf seitlich versetzt zum Fahrgestell möglich machte. 

Um während der kalten Jahreszeit weiterarbeiten zu können, wurde zudem die Aufbereitungsanlage der Stützsuspension komplett eingehaust und beheizt. Der starke Schneefall im Januar war eine weitere Herausforderung, weil die Arbeitsbereiche weitgehend schneefrei gehalten werden mussten. Die letzte Lamelle mit einer Breite von 3,20 Metern und einer Dicke von einem Meter grub vor wenigen Tagen eine zehn Meter hohen Schlitzwandfräse in den Dammkern hinein, nachdem der 120 Tonnen schwere Schlitzwandgreifer seine monatelang laut grollende Arbeit auf der Dammkrone bereits eingestellt hat.

Straßenfreigabe Ende Juli

Mit der Fertigstellung der letzten Lamelle sind die Arbeiten an der eigentlichen Schlitzwand abgeschlossen. 

Bevor Autos und Radler den Damm wieder befahren können, sind aber noch weitere Arbeiten für die Dammdichtung notwendig. Außerdem muss die Straße samt Gehweg wiederhergestellt werden. Daneben wird durch drei zusätzliche Standrohrmessstellen, die von der Dammkrone aus eingebracht werden, das Glasfaser-Kontrollsystem ergänzt. Bis diese Arbeiten abgeschlossen sind, bleibt der Damm aus Sicherheitsgründen für den öffentlichen Verkehr gesperrt. 

Die Behelfsumleitung für Fußgänger und Radfahrer wird laut Uniper ab Freitag, 12. April, wieder freigegeben. Mit der Fertigstellung und der Wiedereröffnung der Straße über den Damm rechnet Uniper bis Ende Juli. Nach der vollständigen Sanierung, die in zwei täglichen Schichten über die Bühne ging, für die je rund 30 Personen im Einsatz waren, habe man „einen der modernsten Dämme Deutschlands“, unterstrich Bauleiter Peter Danner.

lex

Auch interessant

Meistgelesen

BLZ verhagelt den Füssener Haushalt
BLZ verhagelt den Füssener Haushalt
Schwangauer CSU hat Nachhaltigkeit und Regionalität im Blick
Schwangauer CSU hat Nachhaltigkeit und Regionalität im Blick
Krönender Abschluss der fünften Jahreszeit in Hopferau
Krönender Abschluss der fünften Jahreszeit in Hopferau
Füssener "LechKlänge" begeistern mit internationalem Flair
Füssener "LechKlänge" begeistern mit internationalem Flair

Kommentare