Forggenseeschifffahrt fährt 2020 einen Verlust von 118.500 Euro ein

Forggenseeschifffahrt: Corona verhagelt die Bilanz

Forggenseeschifffahrt
+
Wegen der Corona-Pandemie durften die MS Füssen und die MS Allgäu nicht einmal halb so viele Passagiere wie sonst an Bord nehmen.
  • Katharina Knoll
    VonKatharina Knoll
    schließen

Füssen – „Das Jahr 2020 hat auch bei der Schifffahrt Spuren hinterlassen“, erklärte Helmut Schauer, Chef der Forggenseeschifffahrt, im Füssener Werkausschuss.

Wegen der Corona-Pandemie war lange Zeit nicht klar, ob die Schiffe überhaupt in See stechen dürfen. Als die schließlich doch pünktlich zum Saisonstart ablegen konnten, durften sie nicht mal halb so viele Passagiere wie sonst an Bord nehmen. Die Folge: Ein Jahresverlust von rund 118.500 Euro.

„Es gab schon Jahre mit einem größeren Verlust“, sagte Schauer. Nachdem 2019 für die Schifffahrt sehr erfolgreich verlief, sorgte im vergangenen Jahr nur die Corona-Pandemie dafür, dass der Betrieb in die roten Zahlen rutschte. „Sonst hätten wir einen Gewinn erzielt“, ist Schauer überzeugt. Wegen der Pandemie erließ die Bayerische Staatsregierung einige Vorgaben, welche die Forggenseeschifffahrt einhalten musste.

So erarbeitete sie mit Unterstützung des Verbandes der Bayerischen Fahrgastschifffahrt einen Schutz- und Hygieneplan. Dazu zählt auch das Konzept zum sicheren Boarding auf dem Weg zu den Schiffen, ein Parkplatzkonzept und ein sicherer Aufenthalt auf den Schiffen selbst. So konnten allerdings nur 128 der insgesamt 420 Sitzplätze auf der MS Füssen besetzt werden. Bei der MS Allgäu waren es 75 der insgesamt 200 Sitzplätze. Für den städtischen Eigenbetrieb bedeuteten das erhebliche Umsatzeinbußen. So musste er in allen Bereichen spürbare Einnahmeverluste im Vergleich zu 2019 verzeichnen.

Die Schifffahrtserlöse erzielten 337.000 Euro und die Bordgastronomie 111.000 Euro weniger Umsatz als eigentlich geplant. Bei den sonstigen betrieblichen Erträgen verbuchte die Schifffahrt jedoch ein Plus von rund 130.000 Euro. Während der Wintermonate arbeitete das nautische Personal im technischen Bereich der Stadtwerke Füssen.

Starke Umsatzeinbußen

Unterm Strich nahm der Betrieb aber deutlich weniger ein als er sich das vor der Pandemie gedacht hatte. Statt insgesamt rund 1,1 Millionen Euro an Umsätzen und sonstigen betrieblichen Erträgen zu generieren, wanderten am Ende nur etwa 799.000 Euro in die Kasse. Doch auch die Aufwendungen fallen mit etwa 918.000 Euro rund 199.000 Euro geringer aus als anfangs veranschlagt (rund 1,1 Millionen Euro). Durch Einsparungen beim Treibstoffverbrauch, dem Lebensmitteleinkauf, beim Unterhalt der Schiffe, geringeren Ausgaben beim Personalaufwand einschließlich niedrigerer Altersvorsorge und Sozialabgaben bis hin zu reduzierter Werbe- und Insertionskosten fallen in fast allen Bereichen die Ausgaben niedriger aus als anfangs berechnet.

Bei der gesetzlich vorgeschriebenen Rückstellung für Überstunden und Urlaub der Mitarbeiter verbuchte der Betrieb rund 57.000 Euro. Die Zinsbelastung beliefen sich auf rund 11.350 Euro und entsprach damit dem Planansatz. Unterm Strich ergibt sich so ein Jahresfehlbetrag von rund 118.500 Euro. Das Wirtschaftsjahr 2020 schließt so mit einer Bilanzsumme von etwa 629.000 Euro ab (Vorjahr: ca. 572.000 Euro).

Deutlich weniger Gäste

„Die Reisebusse und die Bimmelbahn, die verkauft wurde, haben uns gefehlt“, blickte Bürgermeister Maximilian Eichstetter (CSU) auf die deutlich geringeren Fahrgastzahlen. Während 2019 109.509 Gäste mit den Schiffen unterwegs waren, waren es im vergangenen Jahr nur 60.942. „Dafür ist das aber nicht so schlecht“, meinte Jürgen Doser (FWF) mit Blick auf die erschwerten Bedingungen. „Die Touristen waren da.“Lob gab es auch von SPD-Stadträtin Ilona Deckwerth. Trotz zwei gravierender Einschnitte nacheinander – 2018, als aufgrund der Staudamm-Sanierung kein Schiff in See stechen konnte und der Corona-Pandemie 2020 – habe die Forggenseeschifffahrt trotzdem Umsätze generiert. „Das zeigt, dass das ein gut geführter Betrieb ist“, so Deckwerth. Sie dankte den Mitarbeitern, dass sie mit großem Engagement noch so viel aus der Saison herausgeholt hätten. „Das wertet uns als Stadt auf.“

Die Räte entlasteten einstimmig den Bürgermeister und die Schifffahrtsleitung, bevor sie dem Stadtrat empfahlen, den Jahresabschluss abzusegnen

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Ponyranch Weißensee: Stadtrat streicht einen Reitplatz und halbiert Zahl der Tiere
Füssen
Ponyranch Weißensee: Stadtrat streicht einen Reitplatz und halbiert Zahl der Tiere
Ponyranch Weißensee: Stadtrat streicht einen Reitplatz und halbiert Zahl der Tiere
Corona-Kontrollen: Barbetreiberin verstößt gegen Sperrstunde - zu viele in einem Auto unterwegs
Füssen
Corona-Kontrollen: Barbetreiberin verstößt gegen Sperrstunde - zu viele in einem Auto unterwegs
Corona-Kontrollen: Barbetreiberin verstößt gegen Sperrstunde - zu viele in einem Auto unterwegs
Bundespolizei beschlagnahmt bei Füssen 100.000 Euro und verhaftet Albaner
Füssen
Bundespolizei beschlagnahmt bei Füssen 100.000 Euro und verhaftet Albaner
Bundespolizei beschlagnahmt bei Füssen 100.000 Euro und verhaftet Albaner
Gekonnter Blick in die Natur
Füssen
Gekonnter Blick in die Natur
Gekonnter Blick in die Natur

Kommentare