Den Schutzwald stärken

Hilfemaßnahmen: Dreibeinböcke an einem Hang unterhalb der Alpspitze. Fotos: lex

Nesselwang – 15 Jahre nach der ersten Sanierung ist es soweit. Um die Funktion als Schutzwald in dem 8,2 Hektar großen Gelände an der Alpspitze zu erhalten, hat die Abteilung für Schutzwaldmanagement im Ostallgäu beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten verschiedene Maßnahmen initiiert.

Die Sanierung des Schutzwaldes an der Alpspitze hält der Leiter des Schutzwaldmanagements Ostallgäu mit der Dienststelle in Hohenschwangau, Lothar Poltmann, für „dringend notwendig“. Schließlich hat der Zahn der Zeit an diesem Gebiet genagt und die teilweise „sehr hohen Schneemengen der strengen Winter der vergangenen Jahre“ haben Schäden an den diversen Schutzvorkehrungen angerichtet. 

Der dort fast ausschließlich aus Fichten bestehende Baumbestand sei demzufolge besonders stark verlichtet und geschädigt. Dafür zeichneten neben dem Schnee in der Hauptsache Borkenkäfer und Windwurf verantwortlich. Deswegen könne der als Schutzwald eingestufte Bergwald unterhalb der Alpspitze seine Funktionen zur Abwehr von Lawinen, Steinschlag und Erosion für den Wirtschaftsweg sowie die Skiabfahrt der Alpspitzbahn nicht mehr optimal erfüllen. Werde nichts getan, könnte zudem die Gefahr eines Hochwassers des Mühlbachs in Nesselwang heraufbeschworen werden. 

Poltmann unterstreicht daher, dass jetzt Handlungsbedarf bestehe, damit der Schutzwald an der Alpspitze weiterhin „als natürliches Bollwerk Menschen und Sachwerte“ sichern könne. Nachdem 1997 damit begonnen worden war, insgesamt 220 sogenannte Dreibeinböcke aus hochwertigem, da sehr haltbarem, Kastanienholz aus der Pfalz, und Zäune, die zum Schutz neu gepflanzter Bäume dienen, in dem bis zu 35 Grad steilen Gelände zu installieren, sei ein Teil davon inzwischen renovierungs- bedürftig, weil ihm vor allem Schnee ziemlich zugesetzt habe. 

„Hilfe zur Selbsthilfe"

„Hilfe zur Selbsthilfe“, wie Poltmann sagt, hätten jedoch auch einige der etwa 9000 opfballenpflanzen nötig, von denen viele nicht nur vom Schneeschimmel befallen seien. Ihnen mache darüber hinaus Schalenwild wie Gämsen und Rehe genauso wie den Fichten zu schaffen, sodass einige neue gesetzt werden müssten. Nach Meinung des Bereichsleiters Forsten beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Kaufbeuren, Robert Berchtold, sei dabei ein Anteil von „20 bis 25 Prozent Weißtannen, Bergahornbäumen und Vogelbeeren“ um die Alpsitze „ideal und normal“. 

 Das 1998 ins Auge gefasste Sanierungsziel auf dem Gelände an der Alpspitze ist einer Zustandserhebung seitens der Abteilung Schutzwaldmanagement Ostallgäu zufolge derzeit allerdings nur „stark eingeschränkt erreichbar“. Deshalb werde die Sanierungsfläche auf einer vierstufigen Bewertungsskala (gut, zufriedenstellend, mäßig, schlecht) lediglich als „mäßig“ klassifiziert, betont Poltmann. Weshalb der Natur nun erneut nachgeholfen werden müsse, was auch bedeute, dass Schalenwild, so Poltmann, geschossen und das unterhalb der Alpspitze herumwuchernde Farnkraut gemäht werden müsse. 

Das nötige Gerät zum Reparieren der Schutzbauwerke (Dreibeinböcke und Zäune) beziehungsweise Mähen ist auch schon da. So lud ein Hubschrauber kürzlich unter anderem jede Menge Bohrmaschinen, Motorsägen, Hämmer, Nägel und bis zu zwei Meter lange Rundhölzer im Privatwald des Rechtlerverbandes Nesselwang unterhalb der Alpspitze ab. lex

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